Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland immer weiter an – die Zahl der täglichen Neuinfektionen sowie die Sieben-Tage-Inzidenz schreiben täglich neue Rekorde. 18 deutsche Städte und Landkreise haben sogar Inzidenz-Wert von 1000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten.

Beherbergungsverbot in Sachsen und Teilen Bayerns

In zwei Bundesländern wurden daher wieder Beherbergungsverbote umgesetzt: In Sachsen dürfen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze ab dem 22. November vorerst keine Urlauberinnen und Urlauber mehr aufnehmen. Das Bundesland geht in einen Teil-Lockdown. Touristische Reisen, das Übernachten in Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätzen und Pensionen ist dann verboten. Ausnahmen gelten nur für Geschäftsreisende, diese müssen die 3G-Pflicht beachten und einen negativen Corona-Test, eine Impfung oder Genesung nachweisen. Die neuen Maßnahmen gelten vorerst bis zum 12. Dezember.

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In Bayern müssen ab Mittwoch, 24. November, die touristischen Unterkünfte in Corona-Hotspots schließen. Das gilt für Landkreise mit Inzidenzen über 1000 – betroffen davon sind aktuell neun bayerischen Landkreisen: Freyung-Grafenau (1651,5), Rottal-Inn (1592,0), Passau (1317,1), Traunstein (1159,5), Berchtesgadener Land (1152,1), Mühldorf a. Inn (1122,1), Landshut (1091,9), Deggendorf (1075,5), Dingolfing-Landau (1039,7).

Beherbergungsverbot: Rechtfertigt das eine kostenlose Stornierung?

Was ist nun mit Reisenden, die eine Unterkunft in einer der betroffenen Regionen gebucht haben? Sie haben nach Angaben von Reiserechtsanwalt Paul Degott ein Recht darauf, das Geld fürs gebuchte Hotelzimmer oder Ferienhaus zurückzubekommen, wenn die Unterkünfte Reisende aus Corona-Hotspots aufgrund einer Verordnung nicht beherbergen dürfen. Bei einem regionalen Lockdown muss die Unterkunft also den Aufenthalt kostenlos stornieren.

Corona-Test: Kann ich kostenlos stornieren, wenn ich nicht reisen will?

Aber: „Wenn eine Übernachtung in dem Hotel möglich ist, hat der Gast keinen Anspruch, die Buchung kostenlos zu stornieren. Das Verwendungsrisiko liegt hier beim Mieter der Unterkunft“, so Degott. Diese Regelung gilt auch für Urlauberinnen und Urlauber, die nicht mehr verreisen wollen, weil sie beispielsweise einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. 

Sie haben dann nur die Möglichkeit, Stornogebühren zu zahlen oder auf die Kulanz des Hoteliers zu hoffen, um kostenlos auf einen anderen Zeitpunkt umbuchen zu können.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im Oktober 2020. Wir haben ihn angesichts der Lage im November 2021 aktualisiert.