Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland immer weiter an – mittlerweile liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen sogar über denen im Frühling zu Beginn der Pandemie in Deutschland. Mehr als 50 Städte und Landkreise haben den Inzidenz-Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bereits überschritten und wurden daher vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Corona-Risikogebiete eingestuft.

Bisher gab es keine einheitliche Regelung für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten, und noch immer gleichen die Maßnahmen einem Flickenteppich. Aber: Die meisten Bundesländer haben sich auf ein einheitliches Beherbergungsverbot geeinigt. Demnach dürfen Urlauber aus deutschen Risikogebieten nur dann in einem Hotel oder einer Gaststätte unterkommen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Das Ergebnis des Tests darf dabei nicht älter als 48 Stunden sein, ansonsten dürfen sie in keinem Beherbergungsbetrieb übernachten. 

Beherbergungsverbot: Rechtfertigt das eine kostenlose Stornierung?

Leglich in Bremen, Berlin, Thüringen und Baden-Württemberg gibt es aktuell keine Einreisebeschränkungen für Reisende aus Risikogebieten. Auch Mecklenburg-Vorpommern legt nach dem Beschluss der Länder eine eigene Protokollerklärung vor. Denn bisher ist es das einzige Bundesland, in dem Touristen aus Corona-Hotspots zwar mit einem negativen Corona-Test einreisen dürfen, dann aber trotzdem für 14 Tage in Quarantäne müssen.

Trotz teils heftiger Kritik am Beherbergungsverbot soll diese Regelung vorerst bis zum 8. November bestehen bleiben. Für die Herbstferien bedeutet das einen großen Ansturm auf Arztpraxen und andere Teststationen, damit die Menschen in Corona-Hotspots ihre gebuchte Reise trotzdem antreten können.

Wenn nun die Beherbergungsbetriebe diese Urlauber nicht aufnehmen dürfen, hat der Gast laut Reiserechtsanwalt Paul Degott in diesem Fall ein Recht darauf, das Geld fürs gebuchte Hotelzimmer oder Ferienhaus zurückzubekommen.

Corona-Test: Kann ich kostenlos stornieren, wenn ich nicht reisen will?

Aber: „Wenn eine Übernachtung in dem Hotel möglich ist, hat der Gast keinen Anspruch, die Buchung kostenlos zu stornieren. Das Verwendungsrisiko liegt hier beim Mieter der Unterkunft“, so Degott. Diese Regelung gilt auch für Urlauber aus Risikoregionen, die nicht mehr verreisen wollen, weil sie beispielsweise einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. 

Damit haben Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten nur die Möglichkeiten: Stornogebühren zu zahlen, ihren Urlaub im Hotelzimmer in Quarantäne zu verbringen oder auf die Kulanz des Hoteliers zu hoffen, um kostenlos auf einen anderen Zeitpunkt umbuchen zu können.