Die Hauptreisesaison ist vorbei – doch die Corona-Zahlen steigen trotzdem in vielen Regionen weiter. Das heißt: Wer im Herbst und im Winter verreisen will, muss flexibel und aufmerksam sein. Denn die Einreisebestimmungen werden ständig geändert und aktualisiert. 

Nach wie vor gelten viele Länder weltweit als Risikogebiet, weshalb sich Deutsche nach der Rückreise zu Hause isolieren müssen. Das gilt vor allem für Fernreisen, auch wenn etliche Länder die Einreise genehmigen– aber auch beliebte Ziele in Europa stehen auf der Liste des Robert-Koch-Institutes der Risikogebiete. Neu dabei seit dem 15. Oktober sind zum Beispiel Teile von Schweden und Italien sowie ganz Malta. Dort gilt das Corona-Ansteckungsrisiko als sehr hoch.

23 Länder der EU sind ganz oder teilweise Risikogebiet

Insgesamt sind nun 23 der 27 EU-Mitgliedsstaaten wieder ganz oder teilweise als Covid-19-Risikogebiete ausgewiesen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Frankreich, Finnland, Irland, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien und Tschechien.

Umgekehrt müssen Deutsche in Staaten wie Finnland, Norwegen und Lettland in Quarantäne oder die Einreise ist ganz verboten, weil diese Länder Deutschland als Risikogebiet einstufen.

Urlaub in Europa ohne Quarantäne für Deutsche

Es gibt jedoch auch noch einige Länder, in denen Urlaub ohne Konsequenzen derzeit möglich ist. Diese Staaten gelten nicht komplett als Risikogebiet, allerdings teilweise einzelne Regionen, für die das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen hat. Hier gibt’s den alphabetischen Überblick.

Dänemark

Zwar gilt die Hauptstadtregion mit Kopenhagen und der Insel Bornholm in Dänemark bereits seit einigen Wochen als Risikogebiet. Der Rest des deutschen Nachbarlandes ist davon allerdings bislang verschont geblieben. Heißt aktuell: Wer nicht in Kopenhagen oder auf Bornholm Urlaub macht, muss nach der Rückkehr in Deutschland weder in Quarantäne, noch einen Corona-Test über sich ergehen lassen.

Andersherum gibt es auch in Dänemark derzeit keine Einreisebeschränkungen für Menschen aus Deutschland. Lediglich Personen mit Covid-19-Symptomen wird die Einreise verwehrt. Die dänischen Behörden veröffentlichen wöchentlich eine Karte über als sicher eingestufte Länder, zu denen Deutschland aktuell gehört.

Griechenland

Nach Griechenland ist die Einreise für Deutsche uneingeschränkt möglich. In dem Land selbst gibt es regionale Corona-Schwerpunkte wie Athen, Epirus und einige Inseln – doch auch dort sind die Zahlen der Neuinfektionen unterhalb des kritischen Wertes von durchschnittlich 50 auf 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage.

Darauf müssen Reisende achten: Wer nach Griechenland will, sollte eines nicht vergessen: sich vorab anzumelden. Spätetens 24 Stunden vor der Abreise muss das Online-Formular „Passenger Locator Form“ ausgefüllt werden. Reisende erhalten dann eine Bestätigung samt eines QR-Codes, der vorgezeigt werden muss. Wer ohne einreist, muss mit einer Strafe von 500 Euro rechnen. Einige Airlines und Fährgesellschaften verweigern auch die Mitnahme.

Manche Inseln, darunter Kreta, haben außerdem die Maskenpflicht verschärft. Auf der beliebten Insel gilt beispielsweise in der Hauptstadt Heraklion auch im Freien die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Italien

Das beliebte Urlaubsland Italien war zu Beginn besonders stark von der Coronavirus-Pandemie getroffen. Die Lage hat sich inzwischen jedoch verbessert – auch in den regionalen Schwerpunkten Lombardei, Trentin, Latium und Venetien sind die Neuinfektionszahlen unter dem kritischen 50er-Wert.

Allerdings gelten mittlerweile die Regionen Kampanien – mit Neapel, der Amalfi-Küste sowie den Inseln Ischia und Capri – und Ligurien – mit Genua und den Cinque Terre – als Risikogebiete, seit dem 17. Oktober warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in die Regionen.

Dennoch dürfen Deutsche ohne Einschränkungen in das Urlaubsland einreisen, wenn sie nicht zuvor in Ländern wie Belgien, Frankreich oder den Niederlanden waren. Dann ist ein negativer Corona-Test erforderlich.

Darauf müssen Reisende achten: Grundsätzlich müssen sich Touristen nicht registrieren, es gibt jedoch drei Ausnahmen, nämlich Sardinien, Kalabrien und Apulien. Dafür stellen die Regionen Online-Formulare zur Verfügung, berichtet das Auswärtige Amt

Liechtenstein

Das Fürstentum Liechtenstein ist nur 25 Kilometer lang und befindet sich zwischen Österreich und der Schweiz. Trotzdem lohnt sich eine Reise, um die mittelalterlichen Burgen, die Alpen und die Hauptstadt Vaduz zu besichtigen. 

Liechtenstein hat die Grenzen geöffnet – die Einreise für Einwohner aller EU-Mitgliedsstaaten sowie aus Island, Norwegen, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich ist erlaubt. Das Fürstentum steht außerdem weder auf der RKI-Risikogebiete-Liste noch gilt eine Reisewarnung der deutschen Regierung. 

Litauen

Das Infektionsgeschehen in Litauen ist aktuell mit dem in Deutschland vergleichbar. Zwei Regionen – Šiaulių und Kaunas – gelten aktuell als Risikogebiete, das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen. Dafür ist Urlaub in der Hauptstadt Vilnius oder etwa an der litauischen Ostseeküste derzeit problemlos möglich, ohne bei der Rückreise in Quarantäne zu müssen.

Auch in Litauen müssen Urlauber aus Deutschland momentan nicht mehr in Quarantäne. Am 12. Oktober wurde das Vorgehen dafür geändert. Es gilt nun ein wöchentlich neu festgelegter Grenzwert als entscheidend, der Litauens Inzidenz plus zehn Prozent entspricht. Deshalb können Reisende aus Deutschland derzeit ohne Quarantäne einreisen.

Österreich

Auch Österreich kommt nicht ganz ohne Risikogebiete aus – wer vom Urlaub in Wien, Tirol (außer die Gemeinde Jungholz) oder Vorarlberg (außer Kleinwalsertal/Gemeinde Mittelberg) zurückkommt, muss sich deshalb an die aktuellen Quarantäneregeln und die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten halten.

Für den Urlaub in anderen Regionen in Österreich gibt es derzeit allerdings grünes Licht. Die Einreise aus Deutschland ist uneingeschränkt möglich, und auch bei der Rückkehr nach Deutschland drohen keine Konsequenzen, wenn sich die Urlauber in keinem Risikogebiet aufgehalten haben.

Schweden

Ob mit dem Flugzeug, der Fähre oder mit dem Auto über die Öresundbrücke: Reisen von Deutschen nach Schweden sind aktuell uneingeschränkt möglich. Die Einreisebeschränkungen für Staatsangehörige der EU sind aufgehoben. 

Allerdings droht eine Quarantäne für Schweden-Urlauber, die aus Stockholm oder den Provinzen Uppsala, Örebro und Jämtland zurück nach Deutschland reisen – diese Regionen gelten aktuell als Risikogebiete, auch das Auswärtige Amt warnt deshalb vor Reisen dorthin. Dafür können Urlauber in anderen Teilen des Landes derzeit unbesorgt Urlaub machen – unter vergleichsweise geringen Einschränkungen.

Darauf müssen Reisende achten: Anders als in Deutschland gibt es in Schweden keine Maskenpflicht, jedoch sollte unbedingt Abstand gehalten werden, Menschenmassen sollten gemieden werden.

Zypern

Zypern im Herbst ist immer eine gute Idee, denn in dem Inselstaat ist es im Vergleich zum Rest Europas meist noch am längsten sonnig und warm. Und es gibt gute Nachrichten: Die Einreise in den Südteil der Insel, den griechischen, ist ohne Probleme möglich. Deutschland ist derzeit ein Land der Kategorie A, Einreisende unterliegen damit grundsätzlich keinen Einschränkungen. 

Darauf müssen Reisende achten: Wer nach Zypern will, muss sich vor dem Abflug online registrieren. Dann erhält der Urlauber den Cyprus Flight Pass. Wer ohne ihn versucht, einzureisen, muss mit Einreiseverweigerung oder einer 300-Euro-Strafe und einem verpflichtenden und kostenpflichtigen Covid-19-Test rechnen.

Außerdem teilt das Auswärtige Amt mit, dass auf einzelnen ausgewählten Flügen bei sämtlichen Passagieren nach der Landung einen Covid-19-Test durchgeführt wird – trotz vorgelegter negativer Tests. Ist ein Ergebnis positiv, müssen auch Fluggäste, die in unmittelbarer Nähe gesessen haben, für 14 Tage in Quarantäne. Die Kosten für die Isolation und eine eventuell notwendige Behandlung im Falle einer Erkrankung übernimmt die Republik Zypern.