Bunte Blätter, frische Waldluft und oft auch eine traumhafte Aussicht über Täler und Seen – das haben Deutschlands Nationalparks im Herbst zu bieten. Mit etwas Glück lassen sich in der Landschaft auch wilde Tiere beobachten. Eichhörnchen, die Nüsse verstecken, und Rehe, die in der Ferne schnell vorbeihuschen. Denn: Die deutschen Nationalparks sind Zufluchtsstätten für viele Tier- und Pflanzenarten.

Dort findest du Natur pur und tolle Wanderwege sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Wer seinen Urlaub in den Herbstferien im eigenen Land verbringen will, hat eine große Auswahl an Wandermöglichkeiten praktisch vor der Haustür. Lass dich vom Wanderurlaub den Nationalparks in Deutschlandüberraschen. Wir zeigen dir sieben schöne Wanderwege, für die du keinen Wanderführer brauchst.

Sächsische Schweiz: Wandern durch Felsformationen

Bizarre Felsformen, steile Schluchten und einen tollen Blick auf idyllische Ortschaften findest du im Elbsandsteingebirge der Sächsischen Schweiz. Der Nationalpark in Sachsen befindet sich etwa 40 Kilometer südlich von Dresden und ist 93,5 Quadratkilometer groß.

Das wohl beliebteste Ausflugsziel der Region ist die Bastei mitsamt der romantischen Basteibrücke zwischen den Städten Wehlen und Rathen. Ein etwa sechs Kilometer langer Wanderweg führt dich in rund drei Stunden und 15 Minuten aus dem Elbtal zur Basteiaussicht hinauf – perfekt für eine Tagestour. Oben angekommen, fällt der Blick vom Aussichtspunkt fast senkrecht 190 Meter ins Elbtal hinunter – du kannst eine spektakuläre Aussicht erwarten. Den Rundweg mit einem Aufstieg von 310 Höhenmetern kannst du ab dem Parkplatz Oberrathen aus begehen. 

Die Sachsen und ihre Brücken... Hier: die Basteibrücke im Elbsandsteingebirge.

Alternatve für Fortgeschrittene: Wandern nach Pötzscha

Aber auch die Festung Königstein sowie der Ausblicke zum Lilienstein sind tolle Highlights, die du auf der anspruchsvollen Wanderung von Königstein nach Pötzscha sehen kannst. Startpunkt für den zwölf Kilometer langen Weg, der dich durch zerklüftete Felsmassive und über Brücken, Leitern, Stufenanlangen führt, ist der S-Bahnhof Königstein. Die Tour dauert etwa dreieinhalb Stunden bei einem Aufstieg von 350 Höhenmetern.

Nationalpark Berchtesgaden: Wandern vor der Kulisse des Königssees

Eine märchenhafte Alpenlandschaft findest du auch im Berchtesgaden-Nationalpark in Bayern– hohe Berge, tiefe Täler und malerische Seen, die du auf rund 400 Kilometer langen Wanderwegen erkunden kannst. Das wohl beliebteste Wanderziel und schönste Fotomotiv ist aber der Königssee.

Der Malerwinkel-Rundweg in Bayern ist ein bequemer Spazierweg, der dir dennoch einen eindrucksvollen Ausblick auf den Königssee bietet. Bei der Gesamtlänge von 5,6 Kilometern bist du ungefähr zwei Stunden und 15 Minuten unterwegs. Startpunkt und Ziel ist der Parkplatz Königssee. Auf dem höchsten Punkt kannst du die etwa vier Kilometer entfernte Kirche St. Bartholomä sehen.

Der Königssee liegt im Nationalpark Berchtesgaden.

Alternative: Den Berg Jenner überschreiten

Den ultimativen Ausblick bekommen hingegen Hartgesottene, die den Berg Jenner überschreiten und dann am südlichen Ende des Königssees wandern. Dabei können sie neben dem Königssee auch den Ausblick auf den Berg Watzmann und das Steinerne Meer genießen. Als Tagestour ist der Weg mit einem Aufstieg von 2116 Höhenmetern allerdings ungeeignet: Er dauert 14 Stunden und ist dementsprechend auf drei Tage ausgelegt. Startpunkt ist die Talstation der Jennerbahn in Königssee, Ziel ist die Bootsanlegestelle Salet im Süden des Königssees.

Bayerischer Wald: Hier gibt es Quellen und Wasserfälle

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist mit seiner Gründung im Oktober 1970 der erste Nationalpark Deutschlands. Auf dem 24.000 Hektar großen Gebiet gibt es ein 760 Kilometer langes Netz aus Gebirgsbächen, natürliche Fichtenwälder und hoch gelegene Lichtungen, die früher als Weideflächen genutzt wurden. 

Bei 300 Kilometern markierten Wanderwegen ist für jeden Wanderfan etwas dabei. Für Anfänger eignet sich zum Beispiel der Weg „Die unsichtbare Quelle der Moldau“. Die etwa acht Kilometer lange Strecke führt dich dabei sogar über die Grenze in die Tschechische Republik. Denn der Bayerische  und der Bömerwald gehören geografisch zusammen. 

Auf dem tschechischen Staatsgebiet findest du dann die Quelle beziehungsweise die Quellen, aus denen sich die Moldau speist. Die ganze Tour dauert etwa viereinhalb Stunden und führt auf etwa 160 Höhenmeter. Einen Parkplatz für die Tagestour findest du einen Kilometer nach dem Dorf bei Wistlberg.

Die Rieslochfälle im Bayerischen Wald.

Alternative für Fortgeschrittene: Wanderung zu den Rieslochfällen

Eine Wanderung zu den Rieslochfällen, das sind die größten Wasserfälle im Bayerischen Wald, dauert ebenfalls viereinhalb Stunden, dafür ist aber der Wanderweg mit 15,5 Kilometern fast doppelt so lang. Die Strecke mit einem Aufstieg von 826 Höhenmetern ist daher eher was für Fortgeschrittene. Wer die Wasserfälle sehen will, kann für die Wandertour beim Hotel Waldhaus am Rißlochweg 56 in Bodenmais parken.

Hunsrück-Hochwald: Wander- und Geschichtsfans haben viel zu sehen

Der bis dato jüngste Nationalparks in Deutschland ist der Hunsrück-Hochwald – er wurde erst 2015 gegründet. Das 10.000 Hektar große Gebiet erstreckt sich über die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland. Es überzeug mit urigen Wäldern und einer der größten Wildkatzen-Population. Aber auch Geschichtsfans kommen auf ihre Kosten.

Auf einem Rundwanderweg, den du vom Waldparkplatz in Nonnweiler-Otzenhausen aus bestreiten kannst, findest du historische Zeugnisse des Ringwalls von Otzenhausen, einer keltischen Festungsanlage, und das größte Eisenhüttenwerk des Hunsrücks im 17. Jahrhundert. Die 10,9 Kilometer kannst du in etwa drei Stunden zurücklegen. Dabei legst du einen Aufstieg von 232 Höhenmetern hin. 

Luftbild vom Nationalpark Hunsrück.

Alternative Wanderung zum Ortszentrum von Gemüden

Wer lieber über Bergkämme, Felsen und durch Mischwälder wandern will, findet eine anspruchsvolle Tour im Soonwaldsteig. Die 21 Kilometer lange und siebenstündige Wanderung führt dich unter anderem durch das keltische Dorf Altburg und zur Ruine Schmidtburg. Los geht es am Parkplatz beim Hotel Forellenhof in Reinhardtsmühle, Ziel ist das Ortszentrum von Gemüden.

Nationalpark Schwarzwald: Wasserfälle und malerische Täler

Zu den jüngsten Nationalparks in Deutschland gehört außerdem der Schwarzwald, der 2014 zum Nationalpark ernannt wurde. Zwischen Baden-Baden und Freudenstadt in Baden-Württemberg findest du auch hier viel unberührte Natur in den Mischwäldern und wunderschöne Berglandschaften.

Einen tollen Rundwanderweg findest du bei den Triberger Wasserfällen. Dabei folgst du schmalen Pfaden, überquerst Bäche und hast einen herrlichen Ausblick hinab nach Triberg und ins Tal. Dafür benötigst du rund drei Stunden und legst 8,1 Kilometer zurück.

Im Schwarzwald findest du die Triberger Wasserfälle.

Alternativer Wanderweg: Genießerpfad durch das Rötelbachtal

Atemberaubende Ausblickspunkte hast du aber vor allem bei dem etwas anspruchsvolleren Rundweg „Genießerpfad“ durch das Rötelbachtal. Startpunkt und Ziel ist die Stadt Calw im Schwarzwald. Auf rund 13,6 Kilometern kommst du innerhalb von viereinhalb Stunden unter anderem an außergewöhnlichen Felsformationen und malerischen Tälern vorbei.

Nationalpark Harz – toll zum Wandern und zum Klettern

Wunderschöne Wälder findest du auch im Nationalpark Harz, der gleichzeitig der größte Waldnationalpark Deutschlands ist. In dem Gebiet zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gibt es neben Fichten- und Buchenwäldern auch Berge, Täler und tolle Kleinstädte. Wer die Wälder nicht am Boden durchkämmen will, kann sie auch von oben bewundern. Ein Baumwipfelpfad macht das möglich. 

Das höchste und beliebteste Ziel bei Wanderern im Harz ist aber der 1141 Meter hohe Brocken. Einen leichten Wanderweg, um den höchsten Berg Norddeutschlands zu erreichen, findest du in der Brocken-Rundwanderung. Nur etwa eine Stunde dauert es, den Panoramaweg vom Brockenbahnhof zu gehen. Dabei legst du 1,5 Kilometer und einen Aufstieg von 17 Höhenmetern zurück.

Am Brocken im Harz gibt es viele Wanderwege.

Alternativer Wanderweg: Wandern zur Blankenburger Teufelsmauer

Wer den Rummel auf dem Brocken vermeiden will und eine anspruchsvolle Route gehen möchte, kann zur Blankenburger Teufelsmauer wandern. Auf der Wald- und Felswanderung hast du einen tollen Ausblick auf Blankenburg, den Nationalpark und siehst sogar Teile von Sachsen-Anhalt. Startpunkt ist das Hotel-Restaurant Helsunger Krug am Nordfuß der Teufelsmauer. Dort kannst du auch parken.

Der Rundweg führt dich durch den Wald hinauf zur Felsformation Hamburger Wappen, wo sich der Pfad in einen Felssteig verwandelt. Trittstufen und Griffhaken führen dich auf den Gipfel. Hoch oben hast du einen außergewöhnlichen Ausblick. Nach dem Abstieg geht es in die Altstadt von Blankenburg und schließlich zurück zur Gaststätte.