„Ja, sind wir denn hier in Venedig?!“, fragst du dich vielleicht beim Blick auf diese bunten Häuser, Kanäle und Brücken. Tatsächlich aber befindet sich die idyllische Kulisse etwa 110 Kilometer weiter südlich – und zwar in einem Ort namens Comacchio. Wenn du eine entspannte Alternative zur Lagunenstadt in Venezien suchst, dann bist du hier richtig. Denn Massentourismus war bisher nie ein Problem.

Das Städtchen mit etwa 22.000 Einwohnern befindet sich im Park des Po-Deltas. Ursprünglich wurde Comacchio auf 13 separaten Lagunen-Inseln gebaut – noch Anfang des 19. Jahrhunderts war es eine reine Lagunen-Stadt wie Venedig. Sie konnte auf dem Landweg nur über Brücken und auf dem Wasserweg nur über Kanäle und die Lagunen erreicht werden. Das änderte sich im 19. und 20. Jahrhundert, als fast die Hälfte der Lagunen trockengelegt wurde.

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Wasser spielt in Comacchio trotzdem nach wie vor die Hauptrolle. Eine der Haupt-Sehenswürdigkeiten ist beispielsweise die Trepponti: Diese Brückenkonstruktion überspannt mit fünf Treppen gleich drei Kanäle. Und auch kulinarisch lockt die Stadt vor allem mit frischem Fisch, und im Herbst gibt es eine Besonderheit: Dann kommt viel Aal auf den Teller, der zu dieser Jahreszeit in den Gewässern rund um die Stadt unterwegs ist. 

Wer nicht nur an den Kanälen entlangschlendern will, kann auch am Strand der Riviera Adriatica entspannen, gleich sieben Lidos erstrecken sich vor Comacchio. Umgeben sind die Streifen aus feinem Sand von Pinienwäldern. Dort steht aber nicht nur das Sonnenbad im Vordergrund. Wer Glück hat, kann am nördlichsten Strand, dem Lido di Volano, sogar wilde Pferde und Damwild sehen.

Tausende Flamingos leben in den Lagunen von Comacchio

Es sind Besonderheiten wie diese, weswegen die Unesco im Jahr 2015 die Lagunen von Comacchio zusammen mit etwa 140.000 Hektar des Po-Deltas zum Biosphärenreservat erklärt hat. 

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Ein weiterer besonderer Hingucker sind Flamingos, die Touristen bei Bootstouren durch die Lagune beobachten können. Mehr als 20.000 der pinkfarbenen Tiere sollen inzwischen dort leben – sie sollen vor etwa 30 Jahren aus der Camargue und von Sardinien gekommen sein. 

Die Naturverbundenheit zeigt sich auch am Fortbewegungsmittel Nummer eins, dem Fahrrad: Vom Rand des Stadtkerns von Comacchio verläuft beispielsweise bis nach Porto Garibaldi an der Küste parallel neben der Verbindungsstraße ein beleuchteter, 4,5 Kilometer langer separater Radweg.

Anreise: So kommst du nach Comacchio

Lust bekommen? So kommst du hin: Comacchio selbst hat keinen Flughafen – die nächstgelegenen Möglichkeiten, mit dem Flugzeug anzureisen, befinden sich in Bologna, Rimini und Venedig. Ansonsten ist natürlich auch die Anreise mit dem Auto möglich.