Die zweite Corona-Welle sorgt für Wirbel in ganz Europa und bei Reisenden, die ihren Urlaub in den Herbstferien planen. Denn: Mit Ausnahme von Liechtenstein hat die deutsche Bundesregierung alle Nachbarländer zumindest teilweise als Risikogebiete eingestuft – Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Tschechien sogar komplett. Urlauber können zwar weiterhin in diese Länder reisen, müssen bei ihrer Rückkehr aber die geltenden Quarantäne- und Einreise-Regeln beachten. Ausnahme: Für Kurztrips gibt es in vielen Bundesländern Sonderregelungen.

Ab dem 8. November soll eine neue Teststrategie samt Quarantäne-Regelungen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gelten. Demnach soll die Quarantänezeit frühestens mit einem Corona-Test am fünften Tag beendet werden können.

Deutschland als Risikogebiet: Hier gilt eine Quarantänepflicht

Auch innerhalb Deutschlands gibt es Risikogebiete – ein Urlaub dort zieht in einigen Bundesländern ebenfalls eine Quarantäne nach sich. Auf die steigenden Corona-Zahlen in Deutschland reagieren umgekehrt auch andere Länder mit einer Quarantänepflicht für deutsche Touristen– beispielsweise Norwegen, Island und Irland. Noch gilt Deutschland in den Nachbarländern nicht als Risikogebiet, aber bei einigen steht die Corona-Ampel auf Gelb.

Wie sieht es also mit den Quarantäneregeln in den Nachbarländern und bei der Rückkehr nach Deutschland aus? Klick dich einfach zum jeweiligen Ziel, das dich interessiert:

Quarantäneregeln: Belgien

Wie nun auch Deutschland stuft Belgien Länder und Regionen weltweit in einer Art Ampelsystem ein. Rot sind Gebiete mit hohem Infektionsrisiko – für Einreisende besteht eine Quarantäne- und Corona-Testpflicht. Orange sind Gebiete mit mäßig hohem Infektionsrisiko. Heißt: Für Einreisende wird eine Quarantäne von sieben Tagen empfohlen, ein Corona-Test ist aber nicht nötig.

Derzeit befindet sich zwar keine deutsche Region in der „roten Zone“, mehrere aber in der „orangefarbenen“. Darunter fallen die Städte und Regionen Berlin, Freiburg, Gießen, Detmold, Rheinhessen-Pfalz, Weser-Ems, Münster, Arnsberg, Chemnitz, Oberbayern, Niederbayern, Stuttgart, Karlsruhe, Mittelfranken, Schwaben, Oberpfalz, Bremen, Hamburg, Hannover, Tübingen, Unterfranken, Darmstadt, Düsseldorf und Köln.Da sich das Infektionsrisiko stetig verändert, sollten Reisende die Einstufung regelmäßig beim belgischen Außenministerium überprüfen.

Unabhängig vom Infektionsgeschehen müssen alle Reisenden 48 Stunden vor der Einreise ein Gesundheitsformular ausfüllen und online verschicken. Das gilt nicht für einen Aufenthalt von weniger als 48 Stunden.

Diese Einreiseregeln musst du in Deutschland beachten

Umgekehrt ist ganz Belgien seit dem 30. September als Risikogebiet beim Robert-Koch-Institut (RKI) gelistet. Reiserückkehrer müssen sich in Deutschland dementsprechend an die aktuellen Quarantäne-Regeln halten und ihrer Corona-Testpflicht nachkommen. Die Quarantäneregeln gelten allerdings nicht bei einem Aufenthalt von bis zu 24 Stunden.

In diesem Fall greift eine Ausnahmegenehmigung, die als „kleiner Grenzverkehr“ bezeichnet wird. Wenn du also einfach nur zum Shoppen für weniger als 24 Stunden nach Belgien fährst, brauchst du weder einen Corona-Test, noch musst du in Quarantäne.

Allerdings musst du, wenn du aus NRW kommst, den Aufenthalt dennoch beim Gesundheitsamt melden. Auch Rheinland-Pfalz plant eine ähnliche Lösung.

Quarantäneregeln: Niederlande

Das Robert-Koch-Institut hat die Niederlande am 2. Oktober als Corona-Risikogebiet eingestuft, die Reisewarnung des Auswärtigen Amts folgte kurz darauf. Seit dem 15. Oktober gilt das ganze Land samt der autonomen Länder als Risikogebiet.

Für Kurztrips nach Venlo, Roermond, Winerswijk, Enschede oder in andere niederländische Städte außerhalb von Zeeland gilt: Reisen bis zu 24 Stunden sind uneingeschränkt möglich, ohne im Anschluss in Nordrhein-Westfalen in Quarantäne gehen zu müssen. In Niedersachsen beträgt dieses Zeitlimit 48 Stunden, wer aber in den folgenden Tagen Corona-Symptome aufweist, muss sich beim Gesundheitsamt melden. In NRW müssen sich die Bürger hingegen direkt nach der Reise beim Gesundheitsamt melden – auch wenn sie weniger als 24 Stunden lang war. Für längere Aufenthalte im Nachbarland gilt weiterhin die Corona-Testpflicht mitsamt der aktuellen Quarantäneregelung.

Die Einreise in die Niederlande ist für Deutsche uneingeschränkt möglich. Das gilt generell für Reisende aus anderen Ländern, deren Gesundheitsrisiko gleich oder niedriger als das der Niederlande ist. Die Niederlande stufen Deutschland im Ampelsystem auf Gelb ein. Damit liegen laut dem niederländischen Index beide Länder im Infektionsgeschehen gleichauf.

Quarantäneregeln: Luxemburg

Luxemburg gilt seit dem 25. September als Corona-Risikogebiet. Dennoch ist die Einreise uneingeschränkt möglich und es bestehen keine Grenzkontrollen. Nach einem Urlaub in Luxemburg müssen sich Rückkehrer aber an die aktuellen Quarantäneregelungen halten. 

Im Saarland sind Reisen davon ausgenommen, die weniger als 24 Stunden dauern. In Rheinland-Pfalz entfällt die Quarantäneregelung bei einer Reisedauer unter 72 Stunden. Für diese Zeiträume dürfen auch Luxemburger ohne Quarantänepflicht in die jeweiligen Bundesländer einreisen.

Quarantäneregeln: Frankreich

Frankreich ist seit dem 30. September als Risikogebiet eingestuft – die letzten Ausnahmen fielen am 15. Oktober weg, mittlerweile ist das ganze Land ein Risikogebiet. Wer dort trotzdem Urlaub plant, muss bei der Rückkehr den aktuellen Einreisenbestimmungen in Deutschland folgen.

Umgekehrt dürfen seit dem 5. Oktober Bürger aus Frankreich bis zu 24 Stunden ins Saarland reisen, ohne den Quarantäneregelungen zu unterliegen. Die Ein- und Ausreise nach Frankreich ist somit fast uneingeschränkt möglich. Allerdings kontrolliert Frankreich noch bis Ende Oktober die EU-Binnengrenzen, sodass Auto-Reisende mit Kontrollen rechnen müssen.

Quarantäneregeln: Schweiz

In der Schweiz gelten aktuell zehn Kantone als Risikogebiete: Fribourg, Genf, Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri, Waadt (Vaud), Zürich und Zug. Dadurch sind jetzt Grenzgebiete zu Deutschland von der RKI-Einstufung nicht betroffen.

Umgekehrt besteht in der Schweiz eine zehntägige Quarantänepflicht für Reisende aus Risikoländern, das gilt aktuell zwar nicht für ganz Deutschland, aber für Urlauber aus Hamburg und Berlin.

Quarantäneregeln: Österreich

In Österreich steigen und fallen die Corona-Neuinfektionszahlen stetig, wodurch immer mal wieder österreichische Bundesländer zu Risikogebieten erklärt  und kurze Zeit später Regionen wieder von der Liste gestrichen werden. Derzeit gelten die Bundesländer Wien, Vorarlberg mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg/Kleinwalsertal und Tirol mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz als Risikogebiete.

Wer also in eines der Risikogebiete reist, muss bei seiner Rückkehr die aktuellen Quarantänebestimmungen beachten. Kurztrips nach Tirol sind aber weiterhin ohne eine anschließende Quarantäne- und Testpflicht möglich. Das Zeitlimit für die Ausnahmeregelung beträgt in Bayern 48 Stunden. In dieser Zeit kannst du beispielsweise bergwandern, Ski fahren oder einen Klettergarten besuchen. Ausgenommen von dem „kleinen Grenzverkehr“ sind allerdings Besuche von kulturellen Veranstaltung, Sportereignissen und öffentlichen Festivität. 

Ein Urlaub in Österreich ist ansonsten uneingeschränkt möglich. Deutschland steht nicht auf der Risikogebiete-Liste von Österreich. Einige EU-Länder allerdings schon – beispielsweise das spanische Festland. Wer also innerhalb der vergangenen zehn Tag in Spanien war, muss bei der Einreise ein Gesundheitszeugnis mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist, vorlegen.

Quarantäneregeln: Tschechien

Die deutsche Bundesregierung hat ganz Tschechien am 25. September als Corona-Risikogebiet eingestuft. Im deutschen Ampelsystem steht das Land daher seit dem 1. Oktober auf der roten Stufe. Für Rückkehrer besteht somit eine Quarantänepflicht, die nur mit einem negativen Corona-Test ausgesetzt werden kann. Diese besteht für Kurztrips ins Nachbarland nicht, wenn der Aufenthalt weniger als 48 Stunden dauerte, so das sächsische Sozialministerium.

Auch Tschechien führt ein Ampel-System, in dem „grün“ geringes und „rot“ hohes Corona-Risiko bedeutet. Deutschland ist als Land mit geringem Risiko eingestuft. Das Ampel-System wird wöchentlich angepasst. Einreisende aus Ländern mit einem hohen Risiko müssen sich vorab in einem regionalen Hygieneinstitut melden und innerhalb von fünf Tagen einen negativen Corona-Test vorlegen.

Quarantäneregeln: Dänemark

In Dänemark gilt derzeit die Region Hovedstaden mit der Hauptstadt Kopenhagen im Nordosten und der Insel Bornholm als Corona-Risikogebiet. Die Grenzregionen sowie die restlichen Inseln sind davon allerdings nicht betroffen.

Umgekehrt zählt Deutschland in Dänemark aktuell als epidemiologisch sicheres Land. Reisen sind uneingeschränkt möglich.

Nur wer in der Region Hovedstaden Urlaub macht, muss also im Anschluss einen Corona-Test machen und sich bis zum Ergebnis in Quarantäne begeben. Wie die Lage in Kopenhagen ist und an welche Regeln sich Reisende bei einem Dänemark-Urlaub halten müssen, findest du in unserer Übersicht.

Quarantäneregeln: Polen

In Polen gelten seit dem 15. Oktober die ersten Regionen als Risikogebiete. Dabei handelt es sich um Kujawsko-pomorskie, Małopolskie, Podlaski, Pomorskie und Świętokrzyskie. Wer sich hier aufgehalten hat und nach Deutschland zurückkehrt, muss ebenfalls die Quarantäne- und Testpflicht befolgen.