Nicht nur in den Sommer- und Herbstferien, sondern auch im Winter zu Weihnachten und Silvester sind die Kanaren ein beliebtes Reiseziel der Deutschen. Grund dafür ist das milde Klima auf den Inseln vor der Küste Westafrikas. Auch das Corona-Jahr bildet keine Ausnahme: Weil die Kanaren Mitte Dezember als eines der wenigen Reiseziele weltweit nicht als Corona-Risikogebiet gelten, ist die Nachfrage entsprechend hoch. 

Doch das ändert sich nun ausgerechnet direkt vor den Feiertagen: Am Freitag, 18. Dezember, hat das Robert-Koch-Insitut die gesamten Kanaren auf die Risikoliste gesetzt, ab Sonntag, 20. Dezember, gilt damit auch eine Reisewarnung für diese spanischen Inseln. Reiserückkehrer müssen also ab Sonntag in Quarantäne und können diese frühestens mit einem negativen Coronatest am fünften Tag verlassen. 

Trotz verschärfter Maßnahmen: Einreise für Urlauber soll erlaubt bleiben

Auch vor Ort droht ein härteres Vorgehen: Wegen des starken Anstiegs der Coronavirus-Infektionen auf Teneriffa wird die Regionalregierung der Kanaren die Maßnahmen verschärfen. Und dazu zählt auch die Beschränkung der Ein- und Ausreise, wie Präsident Ángel Víctor Torres am Mittwochabend bekanntgegeben hat. Dies sei nötig, weil sich die Zahl der neuen Fälle auf Teneriffa innerhalb der vergangenen 30 Tage mehr als verdoppelt habe.

Diese soll gemäß Paragraf 6 des Dekrets, mit dem der Alarmzustand ausgerufen wird, nur aus bestimmten wichtigen Gründen erlaubt sein, darüber berichtet die „Fuerteventura Zeitung“. Die Maßnahme soll am 18. Dezember um Mitternacht in Kraft treten und vorerst bis zum 1. Januar 2021 gelten.

Zunächst hieß es, Urlauber sollten bis Ende des Jahres nicht mehr einreisen dürfen. Doch nun will die Regierung offenbar doch Ausnahmen für Touristen einführen.

In einer nach der Pressekonferenz von Torres veröffentlichten Mitteilung heißt es, dass auch “nationale und ausländische Touristen, die vorhaben, ihre Ferien auf Teneriffa zu verbringen, von den Ausnahmen Gebrauch machen können, die in der gültigen Gesetzgebung über den Einlass in touristische Unterkünfte vorgesehen sind, wo ein negativer Coronatest vorgelegt werden muss.”

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Kanaren: Reiserückkehrer müssen wieder in Quarantäne.

Die Kanaren hatten rund eineinhalb Monate als Corona-Risikogebiet gegolten, waren dann am 24. Oktober von der Liste des Robert-Koch-Instituts gestrichen worden – doch nun gelten sie ab 20. Dezember wieder als Corona-Risikogebiet. Rückkehrer, die nach einem Urlaub auf Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera oder El Hierro nach Deutschland einreisen, müssen dementsprechend wieder in Quarantäne, die sie mit einem selbst finanzierten Coronatest am fünften Tag verkürzen können.

Die Entscheidung war auch erwartet worden, denn inzwischen liegen die Infektionszahlen wieder oberhalb des kritischen Wertes von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Durchschnittlich liegt sie bei 61,9 (Stand: 14. Dezember). Zurückzuführen ist dies vor allem auf die vergleichsweise hohen Infektionszahlen auf Teneriffa, sie weist inzwischen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 115,1 auf. Auch auf La Gomera ist dieser Wert mit 88,36 sehr hoch.

Die anderen Inseln liegen deutlich darunter: Fuerteventura hat eine Inzidenz von 7,70, Lanzarote von 21,01, Gran Canaria von 22,20 und La Palma von 32,66. Doch die Neuinfektionen nehmen teilweise auch dort zu, berichtet das Portal „Teneriffa News“. El Hierro ist derzeit offiziell coronafrei. Dennoch gilt die Einstufung als Risikogebiet für alle Inseln.

Corona-Testpflicht für Kanaren gilt seit 14. November

Auf den Inseln gibt es inzwischen eine Corona-Testpflicht für Einreisende; und zwar in doppeltem Sinn. Denn zum einen müssen Touristen, die mindestens sechs Jahre alt sind und sich in einem touristischen Beherbergungsbetrieb – Hotel, Ferienwohnung oder Ferienhaus – aufhalten möchten, seit dem 14. November 2020 an der Rezeption ein negatives Covid-19-Testergebnis vorlegen.

Zum anderen gilt seit dem 23. November in ganz Spanien: Einreise aus einem Risikogebiet – dazu zählt Deutschland – nur mit negativem Corona-Test. Der PCR-Test darf nicht älter als 72 Stunden sein, das Ergebnis muss in Papierform oder auf dem Smartphone vorliegen, wobei der vollständige Name der getesteten Person, der Name des Labors sowie Datum und Uhrzeit des Tests angegeben sein müssen. Bei Nichtbeachten droht eine Geldstrafe. Die Kosten für den Corona-Test trägt die untersuchte Person – es gibt aber Reiseveranstalter, welche die Tests bezahlen. Der Test kann auch zur Vorlage im Hotel vorgezeigt werden.

Darüber hinaus müssen Touristen während ihres Aufenthalts die spanische Corona-App „Radar Covid“ installieren und aktivieren. Sie sollte frühestens 15 Tage nach der Urlaubsrückkehr deaktiviert werden.

Kanaren: Zur Einreise brauchst du einen QR-Code

Wie auch für Griechenland brauchen Reisende für ihren Trip nach Spanien und damit auch auf die Kanaren einen QR-Code. Den erhalten Urlauber, indem sie das Formular im „Spain Travel Health“-Portal ausfüllen. Auch in der kostenfreien App „SpTH“ können Reisende das Formular ausfüllen.

Nach dem Ausfüllen wird automatisiert ein QR-Code geschickt, den Urlauber bei der Einreise vorweisen müssen. Das Registrieren ist frühestens 48 Stunden vor der geplanten Einreise möglich.

Bei der Einreise sind zudem weitere Gesundheitskontrollen möglich, etwa eine Temperaturmessung. Beträgt die Körpertemperatur mehr als 37,5 Grad, kann eine Untersuchung angeordnet werden. Gleiches gilt, wenn bei der Einreise andere Covid-19-typische Symptome wie Husten auftreten.

Kanaren: Corona-Test, Maskenpflicht und Co.: Diese Regeln gelten aktuell für Urlauber 

Corona-Test: Bei der Einreise auf die Kanaren musst du einen negativen Corona-Test vorlegen. Da die Kanaren nun wieder als Risikogebiet gelten, ist auch bei der Rückkehr nach Deutschland ein Corona-Test notwendig.

Quarantäne: Bei der Einreise auf die Kanaren besteht keine Quarantänepflicht. Allerdings müssen Rückkehr in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne, die erst nach fünf Tagen ausgesetzt werden kann. 

Maskenpflicht: In ganz Spanien und damit auch auf den Balearen und den Kanaren gilt aufgrund der Pandemie eine allgemeine Maskenpflicht – auch im Freien und auch dann, wenn der Mindestabstand eingehalten wird. Abnehmen darfst du die Maske, wenn du im Restaurant auf deinem Platz sitzt, wenn du auf deinem Liegestuhl liegst, und auch beim Sport sind Menschen von der Maskenpflicht befreit. Ein Vergehen wird mit bis zu 100 Euro Bußgeld bestraft. In Hotels gilt eine Maskenpflicht überall, außer auf dem eigenen Zimmer.

Ausgangssperre: Eine Ausgangssperre gibt es vom 23. Dezember bis 10. Januar zwischen 1 und 6 Uhr, Gastronomiebetriebe müssen in dieser Zeit um 23 Uhr nachts schließen. Aufgrund der hohen Corona-Zahlen gelten auf Teneriffa diese Maßnahmen bereits seit dem 5. Dezember. Für die anderen Inseln greift die Ausgangssperre an Heiligabend, am ersten Weihnachtstag und an Silvester eine halbe Stunde später. Diskotheken und Nachtclubs bleiben vorerst geschlossen.

Weitere Hygieneregeln: Auf Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und La Gomera sind Versammlungen von mehr als sechs Personen verboten. In ganz Spanien gilt ein Rauchverbot auch im Freien, wenn kein Abstand von mindestens zwei Metern eingehalten werden kann. Regelmäßiges Händewaschen, Desinfizieren und das Einhalten des Mindestabstands sollten befolgt werden.

Kanaren: Pauschalreisen finden statt 

Tui hatte bereits vor der Aufhebung der Reisewarnung wieder Pauschalreisen nach Teneriffa und auf die anderen Kanarischen Inseln angeboten. Seit dem 3. Oktober können Pauschalreisende wieder zu den Kanaren reisen, damit sie ihre Herbstferien dort verbringen können. Siebenmal pro Woche werden die Inseln angeflogen.

Schließlich sei eine Reisewarnung kein Reiseverbot und man müsse den Kunden selbst entscheiden lassen, ob er reisen möchte oder nicht, so Tui-Sprecher Aage Dünhaupt, als die Reisewarnung noch galt. Tui-Kunden seien zudem im Fall einer Quarantäne und einer Corona-Behandlung versichert.

Direkt nach der Nachricht, dass die Kanaren ab dem 24. Oktober nicht mehr als Riskogebiet gelten, verkündete auch FTI die Wiederaufnahme der Flüge. „Die Inseln Gran Canaria, Fuerteventura, Teneriffa und Lanzarote werden alle mit Direktflügen aus Deutschland angeflogen, sodass Gäste bedenkenlos auf ihre Lieblingsinsel gelangen“, so das Unternehmen in einer Mitteilung. Da die Kanaren nun wieder als Risikogebiet gelten, bleibt abzuwarten, ob der Reiseveranstalter nun die gebuchten Reisen über Weihnachten und Silvester storniert.