Egal, ob in den Sommer- und Herbstferien oder im Winter zu Weihnachten und Silvester: Die Kanaren sind neben den Balearen eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Rund eineinhalb Monate galten die Inseln als Corona-Risikogebiet, doch seit Samstag, 24. Oktober, sind sie offiziell von der Liste des Robert-Koch-Instituts gestrichen. Vonseiten des Auswärtigen Amtes gilt jetzt auch keine Reisewarnung mehr. 

Rückkehrer, die nach einem Urlaub auf Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera oder El Hierro nach Deutschland einreisen, sind somit von der Corona-Testpflicht befreit und müssen dementsprechend auch nicht bis zum Vorliegen des Ergebnisses in Quarantäne. Aber: trotzdem ist ein Coronatest beim Kanaren-Urlaub mittlerweile Pflicht; und zwar im doppelten Sinn. 

Corona-Testpflicht für Kanaren gilt seit 14. November

Denn zum einen müssen Touristen, die mindestens sechs Jahre alt sind und sich in einem touristischen Beherbergungsbetrieb – Hotel, Ferienwohnung oder Ferienhaus – aufhalten möchten, seit dem 14. November 2020 an der Rezeption ein negatives Testergebnis auf Covid-19 vorlegen. Zum anderen gilt ab dem 23. November in ganz Spanien: Einreise nur mit negativem Corona-Test. Der Test darf nicht länger als 72 Stunden alt sein, das Ergebnis muss in Papierform oder auf dem Smartphone vorliegen, wobei der vollständige Name der getesteten Person, der Name des Labors sowie Datum und Uhrzeit des Tests angegeben sein müssen.

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Auf den Kanaren gibt es derzeit noch eine Besonderheit: Akzeptiert werden sowohl PCR- als auch Antigen-Schnelltests. Der Test sollte im Herkunftsland gemacht worden sein, er ist aber auch unmittelbar im Anschluss an die Einreise in den autorisierten Teststationen auf den Kanaren möglich. Diese Ausnahme gilt aber nur noch bis zum 23. November – danach ist der PCR-Test vor der Einreise nötig, bei Nichtbeachten droht eine Geldstrafe. Die Kosten für den Coronatest trägt die untersuchte Person – es gibt aber Reiseveranstalter, welche die Tests bezahlen.

Im Falle eines positiven Testergebnisses wird eine 14-tägige Quarantäne angeordnet, die in einer von den kanarischen Behörden hierfür bereit gestellten Unterkunft verbracht werden muss. Darüber hinaus müssen Touristen während ihres Aufenthalts die spanische Corona-App „Radar Covid“ installieren und aktivieren. Diese sollte frühestens 15 Tage nach der Urlaubsrückkehr deaktiviert werden.

Kanaren: Zur Einreise brauchst du einen QR-Code

Wie auch für Griechenland brauchen Reisende für ihren Trip nach Spanien und damit auch auf die Kanaren einen QR-Code. Den erhalten Urlauber, indem sie das Formular im „Spain Travel Health Portal“ ausfüllen. Auch in der kostenfreien App „SpTH“ können Reisende das Formular ausfüllen.

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Nach dem Ausfüllen wird automatisiert ein QR-Code geschickt, den Urlauber bei der Einreise vorweisen müssen. Registrieren ist frühestens 48 Stunden vor der geplanten Einreise möglich.

Bei der Einreise sind zudem weitere Gesundheitskontrollen möglich, etwa eine Temperaturmessung. Beträgt die Körpertemperatur mehr als 37,5 Grad, kann eine Untersuchung angeordnet werden. Gleiches gilt, wenn bei der Einreise andere Covid-19-typische Symptome wie Husten auftreten.

Kanaren: Corona-Test, Maskenpflicht und Co.: Diese Regeln gelten für Urlauber 

Corona-Test: Bei der Einreise auf den Kanaren musst du einen negativen Coronatest vorlegen. Bei der Rückkehr nach Deutschland ist jedoch kein Corona-Test notwendig. Da die Kanaren kein Risikogebiet mehr sind, müssen freiwillige Corona-Tests dann selbst gezahlt werden.

Quarantäne: Es gibt weder bei der Einreise auf den Kanaren noch bei der Rückkehr nach Deutschland eine Quarantänepflicht. 

Maskenpflicht: In ganz Spanien und damit auch auf den Balearen und den Kanaren gilt aufgrund der Pandemie eine allgemeine Maskenpflicht – auch im Freien und auch dann, wenn der Mindestabstand eingehalten wird. Abnehmen darfst du die Maske, wenn du im Restaurant auf deinem Platz sitzt, wenn du auf deinem Liegestuhl liegst und auch beim Sport sind Menschen von der Maskenpflicht befreit. Ein Vergehen wird mit bis zu 100 Euro Bußgeld bestraft. In Hotels gilt eine Maskenpflicht überall, außer auf dem eigenen Zimmer.

Ausgangssperre: Eine generelle Ausgangssperre gibt es nicht, Gastronomiebetriebe müssen allerdings um 1 Uhr nachts schließen. Lokale Regelungen können hiervon abweichen. Diskotheken und Nachtclubs bleiben vorerst geschlossen.

Weitere Hygieneregeln: Auf Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und La Gomera sind Versammlungen von mehr als zehn Personen verboten. In ganz Spanien gilt ein Rauchverbot auch im Freien, wenn kein Abstand von mindestens zwei Metern eingehalten werden kann. Regelmäßiges Händewaschen, Desinfizieren und das Einhalten des Mindestabstands sollten befolgt werden.

Kanaren: Keine Reisewarnung mehr – das ist die aktelle Lage

Àngel Víctor Torres, Präsident der Kanarischen Inseln, hoffte schon Anfang Oktober, dass aufgrund der sinkenden Infektionsrate Deutschland die Reisewarnung aufhebt – immerhin ist der Tourismus mit einem Anteil von 35 Prozent am Regionaleinkommen für die Menschen vor Ort überlebenswichtig. 

Der Inzidenz-Wert der Kanarischen Inseln liegt für die vergangenen sieben Tage bei 44,02 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – Stand 23. Oktober gab es insgesamt 6101 aktive Fälle. Ab einem Wert von 50 stuft das Robert-Koch-Institut ein Land oder eine Region als Risikogebiet ein. 

Für die anderen Teile Spaniens herrscht weiterhin die höchste Risikostufe der Bundesregierung, das Robert-Koch-Instut hat sie als Risikogebiete ausgewiesen und das Auswärtige Amt warnt dementsprechend weiterhin vor Reisen dorthin. 

Kanaren: Pauschalreisen finden statt 

Im Zuge der Reisewarnung, die am 2. September ausgesprochen wurde, haben zwar fast alle Reiseveranstalter Reisen auf die Kanaren gestrichen. Schauinsland-Chef Gerald Kassner erklärte, sein Unternehmen werde wieder Reisen auf die Kanaren aufnehmen, sobald die Reisewarnung des Auswärtigen Amts falle. 

Tui hat hingegen bereits vor der Aufhebung der Reisewarnung wieder Pauschalreisen nach Teneriffa und auf die anderen Kanarischen Inseln angeboten. Seit dem 3. Oktober können Pauschalreisende wieder zu den Kanaren reisen, damit sie ihre Herbstferien dort verbringen können. Siebenmal pro Woche werden die Inseln angeflogen.

Schließlich sei eine Reisewarnung kein Reiseverbot und man müsse den Kunden selbst entscheiden lassen, ob er reisen möchte oder nicht, so Tui-Sprecher Aage Dünhaupt als die Reisewarnung noch galt. Tui-Kunden seien zudem im Fall einer Quarantäne und einer Corona-Behandlung versichert.

Direkt nach der Nachricht, dass die Kanaren ab dem 24. Oktober nicht mehr als Riskogebiet gelten, verkündete auch FTI die Wiederaufnahme der Flüge. „Die Inseln Gran Canaria, Fuerteventura, Teneriffa und Lanzarote werden alle mit Direktflügen aus Deutschland angeflogen, sodass Gäste bedenkenlos auf ihre Lieblingsinsel gelangen“, so das Unternehmen in einer Mitteilung.