Er habe für den Herbst nächsten Jahres schon mal einen Campingplatz in Zingst mieten wollen, aber es sei bereits alles ausgebucht gewesen – darüber beschwerte sich ein reisereporter-Nutzer. Ist es wirklich jetzt schon so schwierig, einen Campingplatz in Deutschland für 2021 zu bekommen? Wir haben bei denen nachgehakt, die es wissen müssen: dem Deutschen Camping-Club (DCC) und dem Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD). 

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Knapp 18.000 Campingplätze in Europa

„Caravans und Reisemobile in Deutschland und Europa werden immer mehr, aber gleichzeitig wachsen die Mengen der Stellplätze auf Campingplätzen nicht im gleichen Maß“, sagt Viktoria Groß, Presseprecherin vom DCC. Dabei gibt es laut der Website des Camping-Clubs knapp 18.000 Campingplätze, Stellplätze und Bauernhof-Campingplätze in Europa. Doch Groß erklärt: „Nicht alle Campingplätze liegen so privilegiert wie der Campingplatz in Zingst, den Ihr Leser gerne gehabt hätte.“

Zingst in Mecklenburg-Vorpommern ist ein beliebtes Reiseziel bei Campern. Im Sommer dieses Jahres waren die Strände der Halbinsel proppenvoll.

Der Camping-Urlaub 2021 wird anders

„Das System, das hinter dem Campen steht, ist gerade in der aktuellen Zeit extrem dynamisch“, so Groß. Aktuell werde es nach Einschätzung des DCC für 2021 darauf hinauslaufen, dass die Camper sich rechtzeitig über Stellplatzmöglichkeiten informieren müssen. „Und sie müssen auf einen Teil ihrer Ungebundenheit verzichten. Denn das pure Losfahren, ohne genau zu wissen, wohin, wird sich über kurz oder lang nicht mehr durchhalten lassen.“

Der Meinung ist auch Christian Günther, Geschäftsführer vom Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD). Er rechnet damit, dass 2021 ein Rekordjahr für die Camping-Branche wird. Sein Tipp: Nach Weihnachten geht die Buchungszeit los, am besten sollten Urlauber daher noch in diesem Jahr buchen, wenn sie auf Nummer sicher gehen wollen.

Welche Camping-Destinationen im nächsten Jahr besonders begehrt sein werden? Christian Günther vom BVCD geht davon aus, dass die Campingplätze an der Nord- und Ostsee, am Bodensee sowie in der Voralpen-Region wieder sehr gefragt sein werden. Das wäre im Vergleich zu 2020 nichts Neues, wie das Ranking der zehn beliebtesten Campingplätze dieses Jahres zeigt.

Flexibel sein und in der „zweiten Reihe“ buchen

Wer sich spontan für einen Camping-Urlaub entscheidet, wird wahrscheinlich Abstriche machen und einen Stellplatz in der „zweiten Reihe“ buchen müssen, so Groß. Aber: „Gerade in Deutschland sind viele Campingplätze gut und umfangreich ausgestattet – vom Hallenbad mit Wellnesstempel bis hin zum Indoor-Spielplatz für Kinder.“ Günther vom BVCD empfiehlt Campern, sich auch mal nach Mitteldeutschland zu orientieren.