Über Silvester in den Harz reisen? Unmöglich, alle Hotels sind dicht. Stattdessen in die Schweiz zum Skifahren? Die ist Risikogebiet, da müsste die Quarantäne nach der Rückkehr eingeplant werden. Vielleicht doch lieber erst in den Osterferien 2021 zwei Wochen nach Thailand? Ob bis dahin die Grenzen offen sind, weiß niemand...

Die Covid-19-Pandemie macht es potenziellen Urlaubern nicht leicht: Wer in Zeiten von Corona eine Reise bucht, der muss viele Eventualitäten bedenken und mitplanen. Einreisebeschränkungen, Reisewarnungen, Risikogebiete und Corona-Hotspots: Rahmenbedingungen für den Urlaub ändern sich dynamisch, teilweise über Nacht. Am 1. Oktober wurde die pauschale Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb Europas zwar aufgehoben – doch eine Entwarnung ist das nicht, und es wird auch nicht einfacher für Reisende.

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Reisewarnungen, Quarantäne, neue Hotspots: Das spricht gegen Urlaub in Corona-Zeiten

Denn stattdessen gibt es eine Art Ampelsystem. Rot bedeutet: Es gibt weiterhin eine Reisewarnung für Gebiete, die auf der Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts stehen, in denen das Infektionsrisiko hoch ist. Gelb heißt: Von Reisen wird abgeraten – weil etwa die Einreisebeschränkungen extrem hoch sind. Und grün heißt: Gefahrlose Reisen sind möglich – weil Infektionszahlen aktuell niedrig sind und keine verschärften Einreisebestimmungen wie eine Quarantänepflicht bestehen.

Jeder muss sich also nun über sein (potenzielles) Reiseland speziell beim Auswärtigen Amt informieren – und gleichzeitig auch die jeweilige Verordnung des Bundeslandes lesen, in dem er lebt. Denn während die Quarantäneregelung in NRW gerichtlich gekippt wurde, müssen Touristen in allen anderen Bundesländern nach der Reise ins Risikogebiet für zehn Tage in Quarantäne. Verkürzbar ist dieser Zeitraum erst mit einem Corona-Test an Tag fünf.

Was bleibt, ist eine große Unsicherheit bei allen Beteiligten darüber, was geht und was nicht geht.

Norbert Fiebig, DRV-Präsident

Bei all den unterschiedlichen Regelungen und Neuerungen kann der Kopf schon ganz schön rauchen. „Was bleibt, ist eine große Unsicherheit bei allen Beteiligten darüber, was geht und was nicht geht“, kommentiert auch Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), kritisch. Für viele Menschen ist das zu viel, zu stressig. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov gaben 34 Prozent der Deutschen an, für das Jahr 2021 keine Reise zu planen.

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So sollten wir in Corona-Zeiten Urlaub buchen

Tatsächlich kann man sich die Frage stellen: Wie viel Urlaub steckt noch in einem Urlaub, für den wir eine „Was wäre wenn“-Liste führen müssen? Genießen kann das nur, wer kein Problem mit Spontanität hat. Wir müssen also lernen, umzudenken. Spontan zum Flughafen fahren, last minute buchen, ohne Gedanken an die Konsequenzen losdüsen, unterwegs spontan noch mal die Reiseroute ändern – das ist so in der Pandemie nicht mehr möglich.

Und trotzdem: Dass wir überhaupt verreisen können, ist ein Gewinn. Denn Urlaub ist für uns schon lange zu einem Grundbedürfnis geworden, ein paar Wochen im Jahr gönnen wir uns eine Auszeit für Seele, Körper und Geist. Urlaub hilft, nach anstrengenden Wochen und Monaten auf der Arbeit und im Alltag die Akkus aufzuladen.

Und damit uns das auch in Corona-Zeiten gelingt, damit wir das Beste aus der Situation machen, sollten wir künftig nach zwei Grundregeln buchen. Erstens: eine Reise wählen, die kostenlos storniert oder umgebucht werden kann. Und zweitens: immer ein alternatives Urlaubsziel parat haben. Um spontan zu sein – und eben doch völlig durchgeplant.