Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und Grenzschließungen: Aufgrund der Folgen der Coronavirus-Pandemie herrscht bei vielen potenziellen Touristen Ungewissheit hinsichtlich ihrer Planung des Herbsturlaubs und des Winterurlaubs. Orientierung bietet das Auswärtige Amt.

Seit dem 1. Oktober fällt auch die pauschale Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb Europas weg – daher müssen deutsche Touristen nun noch genauer hinschauen, was aktuell für das (potenzielle) Reiseziel gilt.

Reisehinweis und Reisewarnung: Was der Unterschied ist

Das Auswärtige Amt liefert neben Reisewarnungen auch Reise- und Sicherheitshinweise für verschiedene Länder. Dazu kommen Vorgaben für Stornierungsbedingungen und Leitlinien für Verbraucher.

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Kurzum: Es gibt eine Menge Richtlinien und Ratschläge für Reisende. So viele, dass mancher Urlauber gar nicht mehr weiß, welche Bestimmungen derzeit gelten und was sie bedeuten. Deshalb erklären wir dir im Überblick die Unterschiede der verschiedenen Warnstufen des Auswärtigen Amtes.

Reisewarnung vs. Reisehinweis: Was bedeutet das konkret?

In Bezug auf das Coronavirus und die damit einhergehenden Auswirkungen für Reisende gelten nach Angaben des Auswärtigen Amtes folgende drei Grundregeln:

Eine Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen gilt grundsätzlich für alle Länder, die von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft sind. 

Von nicht notwendigen, touristischen Reisen abgeraten wird in der Regel für Länder, für die eine Einreise nur eingeschränkt möglich ist, eine Quarantäne nach der Einreise vorgesehen ist oder die in einer Gesamtschau keinen uneingeschränkten Reiseverkehr zulassen.

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Wenn das Infektionsgeschehen gering ist, uneingeschränkte Reisemöglichkeiten bestehen und keine sonstigen Gründe dagegensprechen, wird die Reisewarnung für ein Land aufgehoben und zu besonderer Vorsicht geraten.

Diese Auswirkungen hat eine Reisewarnung für Urlauber

Bei einer Reisewarnung handelt es sich um einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, entsprechende Reisen nicht zu unternehmen. Die Reisewarnung ist aber kein Reiseverbot. Touristen entscheiden in eigener Verantwortung, ob sie eine Reise antreten. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass das Auswärtige Amt eine Teilreisewarnung für einzelne Regionen ausspricht – dies geschieht während der Corona-Pandemie vor allem für Länder in Europa.

Das Bestehen einer Reisewarnung kann rechtliche Auswirkungen haben, beispielsweise für die Gültigkeit einer Reisekrankenversicherung. Hierzu sollten sich Reisende mit ihrem Versicherungsdienstleister in Verbindung setzen.

Diese Angabe hat außerdem Auswirkungen auf die Stornierungsbedingungen, etwa von Pauschalreisen. Denn die Reisewarnung ist ein starkes Indiz dafür, dass vor Ort eine akute Bedrohungslage vorliegt, die bei der Buchung nicht absehbar war – und in diesem Fall gilt die Rechtsgrundlage für „höhere Gewalt“. Reiseveranstalter sind dann gesetzlich daran gebunden, Urlaubern eine kostenfreie Absage zu ermöglichen.

Diese Auswirkungen haben Reisehinweise für Urlauber

Auch wenn für ein Land keine Reisewarnung besteht, sollten sich Reisende stets über die Reise- und Sicherheitshinweise informieren. Diese enthalten neben medizinischen Hinweisen, Zollvorschriften und Anordnungen zu Strafverfolgungen in einem Land auch wichtige Informationen zu Einreisebeschränkungen, Quarantänevorschriften für Einreisende und weitere Einschränkungen – das Auswärtige Amt rät nun einmal nicht grundlos von Reisen in bestimmte Länder ab. Die Infektionslage in einem Land kann sich zudem schnell ändern. Touristen sollten sich daher auch während des Aufenthaltes informiert halten.

Reisehinweise beeinflussen jedoch die Bedingungen der Touristik nicht. Daher haben diejenigen, die ihren Urlaub aufgrund einer solchen Angabe stornieren, in der Regel keinen Anspruch auf eine Kostenerstattung.