Angesichts der dynamischen Lage sind Reisende aktuell schnell verunsichert. Welches Land gilt als Risikogebiet? Und in welche Staaten kann ich noch ohne Einschränkungen einreisen? Auch in der Schweiz steigen die Infektionszahlen seit Juni wieder an. Wie hoch ist das Infektionsrisiko in der Schweiz? Der reisereporter liefert dir einen Überblick über die aktuelle Situation, Maßnahmen und Einreiseregeln.

Gesamte Schweiz ist jetzt Risikogebiet

Mit den Kantonen Genf und Waadt (Vaud) galt seit dem 9. September der westlichste Teil der Schweiz als Risikogebiet. Am 15. Oktober folgten außerdem die Kantone Fribourg, Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri, Zürich und Zug. Mittlerweile gilt aber das gesamte Land als Risikogebiet, wie aus der aktuellen RKI-Liste der Risikogebiete hervorgeht.

Grund dafür sind hohe Corona-Fallzahlen. Sie liegen in der Schweiz deutlich über dem kritischen RKI-Wert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Eine Reisewarnung für die Schweiz soll ab Samstag gelten

Entsprechend soll auch eine Reisewarnung seitens des Auswärtigen Amts, mit dieser ist am Samstag zu rechnen, wenn die aktuelle RKI-Liste in Kraft tritt. Bisher gab es nur für zehn der 26 Schweizer Kantone eine Reisewarnung.

Muss ich nach dem Urlaub in der Schweiz einen Corona-Test machen lassen?

Wer aus einem Risikogebiet zurück nach Deutschland reist, muss sich in häusliche Quarantäne begegeben und einen Corona-Test machen lassen. Das gilt ab Samstag also auch für die Schweiz, wenn du dich dort innerhalb der vergangenen 14 Tage aufgehalten hast.

Rückreisende aus Risikogebieten haben die Möglichkeit, sich höchstens 48 Stunden vor der Einreise nach Deutschland in ihrem Urlaubsland testen zu lassen. PCR-Tests aus der Schweiz werden in Deutschland anerkannt. Wer bei der Einreise kein negatives Testergebnis vorweisen kann, muss sich aktuell bis zu 72 Stunden nach der Einreise in Deutschland testen lassen. Das ist an Teststationen zum Beispiel an Flughäfen oder Bahnhöfen möglich, aber auch in vielen Arztpraxen.

Bis ein negatives Testergebnis vorliegt, müssen sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten für bis zu 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Die Einhaltung wird vom zuständigen Gesundheitsamt überwacht. Bei Verstoß gegen die Quarantänepflicht drohen hohe Bußgelder. Über die genauen Bestimmungen solltest du dich aber unbedingt bei deinem Bundesland informieren.

Die Quarantäne- und Testregeln sollen aber am 8. November geändert werden. Dann sollen Rückkehrer aus Risikogebieten, die keinen Corona-Test machen wollen, für zehn Tage in häusliche Quarantäne. Diese kann mit einem negativen Testergebnis verkürzt werden. Der Corona-Test soll dann aber frühestens am fünften Tag der häuslichen Isolation gemacht werden dürfen.

Das sind die Einreise-Regeln der Schweiz

Die Schweizer Grenzen sind wieder vollständig geöffnet, grundsätzlich können deutsche Staatsangehörige also wieder uneingeschränkt in die Schweiz einreisen. Der Flugplan ist dem Auswärtigen Amt zufolge noch ausgedünnt, dafür fährt die Bahn aber wieder im Regelbetrieb, und auch Busverbindungen bestehen.

Wer aus einem Risikogebiet in die Schweiz reist, muss für zehn Tage in häusliche Quarantäne und die Einreise innerhalb von zwei Tagen der zuständigen kantonalen Behörde melden. Die Liste der Risikogebiete findest du auf der Seite des Bundesamtes für Gesundheit. In Deutschland zählen aus Sicht der Schweiz aktuell Berlin und Hamburg als Risikoregionen.

Eine Durchreise durch die Schweiz ist möglich. Erfolgt diese aus Risikoländern, muss die Einreise in den nächsten Transit- oder Zielstaat gesichert sein und der direkte Weg genommen werden.

Gilt in der Schweiz eine Maskenpflicht?

Wer in der Schweiz mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch in Flugzeugen gilt eine Maskenpflicht. Darüber hinaus wird dringend empfohlen, eine Maske zu tragen, wann immer der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Außerdem gelten in der Schweiz ähnliche Hygienemaßnahmen wie in Deutschland.

Die aktuelle Corona-Lage in der Schweiz

Seit Juni steigen die Fallzahlen pro Woche in der Schweiz wieder an. Zuletzt hatte sich die Zahl der Neuinfektionen pro Woche mehr als verdoppelt. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in der vergangenen Woche (12. bis 18. Oktober) in der Schweiz und Liechtenstein bei 226,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.

In fünf Kantonen der Schweiz liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei über 400. Besonders hoch ist sie in Wallis (562), Jura (514,9) und Appenzell Innerrhoden (464,5).

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in der Schweiz liefert das schweizerische Bundesamt für Gesundheit.