Italien hat viel zu bieten: Kunst, Kultur, leckeres Essen, verwinkelte Städte in der Toskana und weite Sandstrände am Mittelmeer machen das Land zu einem beliebten Reiseziel. Zu Beginn der Corona-Krise war es zwar eines der am stärksten betroffenen Länder weltweit. Dann war es allerdings lange eines der wenigen Länder ohne Corona-Risikogebiete.

Nun hat das Robert-Koch-Institut (RKI) allerdings erneut das ganze Land als Risikogebiet eingestuft. Urlaubsrückkehrer müssen somit bei der Einreise in Deutschland in Quarantäne, bis ein negativer Corona-Test vorliegt. Außerdem müssen sie sich ab dem 8. November online registrieren.

Wo sind in Italien die Corona-Hotspots? Welche Corona-Regeln gelten im Italien-Urlaub? Gibt es Reiseeinschränkungen? Der reisereporter klärt über diese Fragen auf.

Corona-Hotspots in Italien: Wie ist die Corona-Lage im Urlaubsland?

In Italien steigen derzeit die Corona-Fälle sehr stark wieder an. Mit 34.502 Neuinfektionen am 6. November überschritt das Land die Höchstzahl seit Beginn der Pandemie bei Weitem. Zum Vergleich: Im März wurde der Höchststand von 6557 Neuinfektionen gemeldet.

Aktuelle Deals

Die Konsequenz: Nachdem zuletzt immer mehr Regionen in Italien als Risikogebiet eingestuft wurden, steht seit dem 6. November das ganze Land auf der Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Institutes (RKI).

Für Rückkehrer aus Italien gilt somit eine Quarantänepflicht, die sie mit einem negativen Corona-Test aussetzen können. Neue Quarantäne-Regeln sollen in Deutschland ab dem 8. November gelten

Auf das ganze Land gesehen liegt der Inzidenz-Wert laut dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) bei 563,31 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (Stand: 6. November). Der Wert liegt damit deutlich über dem für Deutschland kritischen Wert von 50, bei dem Länder häufig als Risikogebiet eingestuft werden und eine Reisewarnung ausgesprochen wird.

Diese Corona-Maßnahmen gelten in Italien

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen hat die italienische Regierung die Corona-Regeln verschärft. Anfang Oktober wurde das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Freien angeordnet.

Im ganzen Land gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Hotels und Geschäfte dürfen weiterhin öffnen, allerdings unter der Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen. Bars und Restaurants müssen ab 18 Uhr schließen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Museen und andere Kultur- und Freizeiteinrichtungen sind geschlossen, darunter auch Schwimmbäder und Wellnesszentren.

Hier brauchst du einen Corona-Test und eine Anmeldung vor der Einreise

Reisende müssen beim Einstieg in ein Transportmittel (Flugzeug, Bus, Zug oder Fähre) dem Beförderer die Einreiseerklärung übergeben und ihm eine Prüfung der gemachten Angaben ermöglichen. Die Beförderer müssen wiederum vor dem Einstieg die Körpertemperatur der Reisenden prüfen und bei Fieber oder unvollständig ausgefüllter Einreiseerklärung den Einstieg verweigern, berichtet das Auswärtige Amt.

Unabhängig davon kündigte die sizilianische Regierung demnächst den Start von Corona-Schnelltests für alle Einreisenden aus dem Ausland an. Die Reisenden sollen sich bei der Ankunft an Flughäfen und in Häfen auf das Coronavirus testen lassen können. Das Testergebnis liegt bei solchen Fällen innerhalb von 15 Minuten vor. Außerdem müssen sich alle Einreisenden auf einer Website der Region anmelden.

Auch in KalabrienApulien und Sardinien müssen sich Reisende 48 Stunden vor der Einreise registrieren. Das Online-Formular für Sardinien gibt es auch in deutscher Sprache. Die Registrierung müssen Touristen ausgedruckt und mit einem gültigen Personalausweis auf Anfrage vorlegen können. 

Eigentlich plante Sardinien mit der Verpflichtung eines Corona-Tests für Urlauber vor der Einreise, aber aufgrund eines Gerichtsurteils sind die Tests aktuell ausgesetzt. Allerdings gibt es Temperaturmessungen am Flughafen, sodass Urlaubern bei einer Körpertemperatur von über 37,5 Grad die Einreise verwehrt werden kann.

Einreiseverbot für mehrere Regionen in Italien

Besonders strikte Maßnahmen haben die Regionen Aostatal, Kalabrien, Lombardei und Piemont ergriffen. Dort ist die Ein- und Ausreise grundsätzlich verboten, auch innerhalb der Regionen sind Bewegungen von einer Provinz oder Gemeinde in andere grundsätzlich untersagt.

In Südtirol beginnt die Ausgangssperre anders als im Rest des Landes schon um 20 Uhr statt um 22 Uhr.

Wo gilt in Italien eine Maskenpflicht?

Da in ganz Italien die Corona-Zahlen steigen, hat die Regierung die Maskenpflicht nun verschärft. Seit dem 8. Oktober gilt überall die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes – auch im Freien. Nur wer sich an einem abgelegenen Ort ohne Menschen befindet oder sich allein in einem Park aufhält, kann darauf verzichten. Von der Pflicht befreit sind Kinder im Alter unter sechs Jahren und Menschen mit Krankheiten, die mit dem Tragen einer Gesichtsmaske nicht zu vereinbaren sind. Eine Ausnahme gibt es auch beim Sport. 

Außerdem muss eine Maske in Geschäften, Zügen und anderen geschlossenen Räumen getragen werden. An einigen Orten sind auch Einweghandschuhe vorgeschrieben. 

So sind die Abstandsregeln in Italien

Der einzuhaltende Mindestabstand in Italien liegt bei ein bis zwei Metern. Party-Urlaub ist in Italien aktuell nicht möglich, denn Tanzveranstaltungen jeglicher Art sind verboten, die Discos bleiben geschlossen. 

Kann ich meinen Italien-Urlaub kostenlos stornieren? 

Ob eine Reise kostenfrei storniert werden kann, hängt nicht von der Reisewarnung des Auswärtigen Amts ab. Ausschlaggeben ist stattdessen die juristische Frage, ob außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände am Reiseziel vorliegen. Dies ist im Einzelfall zu klären.

Fest steht aber auch: Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist ein starkes Indiz dafür, dass Reisen kostenlos storniert werden können. In bisherigen Fällen wurde von den Gerichten für die bisherige Rechtslage „höhere Gewalt oder eine erhebliche Gefährdung“ anerkannt, die zu einem Rücktritt ohne Entschädigung berechtigte. Dies gilt auch für den seit 2018 gültigen Gesetzesbegriff der „unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umstände“ am Bestimmungsort.  

Das Recht, kostenlos von einem Reisevertrag zurückzutreten, haben Touristen also bei „außergewöhnlichen Umständen“, die die Reise erheblich beeinträchtigen. Beispielsweise weil Supermärkte, Museen und Restaurants geschlossen sind.

Liegen am Urlaubsort solche „außergewöhnliche Umstände“ vor, dann kümmert sich der Reiseveranstalter bei Pauschalreisenden um entsprechende Maßnahmen. Das heißt, die Gäste werden informiert, Reisen werden storniert, Umbuchungen werden vorgenommen.

„Sollte es sogar zu einer Quarantänesituation kommen, dann ist ebenfalls der Reiseveranstalter für die Reisenden zuständig“, sagt Kerstin Heinen vom Deutschen Reiseverband (DRV). Der Veranstalter stehe als Ansprechpartner zur Verfügung und organisiere beispielsweise die Umbuchungen für die Rückreise. Über den DRV würden die Veranstalter bei einem solchen Fall in engem Austausch mit dem Auswärtigen Amt stehen.