Italien hat einiges zu bieten: Kunst, Kultur, leckeres Essen, verwinkelte Städte in der Toskana und weite Sandstrände am Mittelmeer machen das Land zu einem beliebten Reiseziel. Zu Beginn der Corona-Krise war es zwar eines der am stärksten betroffenen Länder weltweit. Dann war es lange eines der wenigen Länder ohne Corona-Risikogebiete. Nun hat das Robert-Koch-Institut (RKI) aber doch zwei Regionen als Risikogebiete eingestuft. Urlaubsrückkehrer müssen somit bei der Einreise in Deutschland in Quarantäne, bis ein negativer Corona-Test vorliegt.

Wo sind in Italien die Corona-Hotspots? Welche Corona-Regeln gelten im Italien-Urlaub? Gibt es Reiseeinschränkungen? Der reisereporter klärt über diese Fragen auf.

Corona-Hotspots in Italien: Wie ist die Corona-Lage im Urlaubsland?

In Italien steigen derzeit die Corona-Fälle sehr stark wieder an. Mit 8803 Neuinfektionen am 15. Oktober überschritt das Land die Höchstzahl seit Beginn der Pandemie bei Weitem. Zum Vergleich: Im März wurde der Höchststand von 6557 Neuinfektionen gemeldet.

Daher gelten seit dem 15. Oktober die Regionen Kampanien und Ligurien als Corona-Risikogebiete, das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin. Davon betroffen sind damit beliebte Touristenziele wie Neapel als Hauptstadt von Kampanien, die Amalfiküste und die Inseln Capri und Ischia sowie die Regionalhauptstadt Genua der Küstenregion Ligurien.

Für Rückkehrer aus diesen Gebieten gilt somit eine Quarantänepflicht, die sie mit einem negativen Corona-Test aussetzen können. Neue Quarantäne-Regeln sollen in Deutschland ab dem 8. November gelten

Weitere Corona-Schwerpunkte, die aber noch nicht als Risikogebiete gelten, liegen in den Regionen Trentin, Lombardei, Latium und Venetien.

Auf das ganze Land gesehen liegt der Inzidenz-Wert laut dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) bei 71,58 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (Stand: 16. Oktober). Der Wert liegt damit deutlich über dem für Deutschland kritischen Wert von 50, bei dem Länder häufig als Risikogebiet eingestuft werden und eine Reisewarnung ausgesprochen wird.

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen hat die italienische Regierung die Corona-Regeln verschärft. Seit dem 13. Oktober müssen etwa Bars um Mitternacht schließen. In der Vorwoche wurde bereits das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Freien angeordnet und es fand eine Anpassung der Einreisebedingungen für Touristen für die Urlaubsinseln Sardinien und Sizilien statt.

Hier brauchst du einen Corona-Test und eine Anmeldung vor der Einreise

So kündigte die sizilianische Regierung demnächst den Start von Corona-Schnelltests für alle Einreisenden aus dem Ausland an. Die Reisenden sollen sich bei der Ankunft an Flughäfen und in Häfen auf das Coronavirus testen lassen können. Das Testergebnis liegt bei solchen Fällen innerhalb von 15 Minuten vor. Außerdem müssen sich alle Einreisenden auf einer Website der Region anmelden.

Außerdem gilt in Sizilien zunächst vom 30. September bis zum 30. Oktober für alle Personen über sechs Jahren auch in der Öffentlichkeit eine Maskenpflicht, sobald mehr als eine weitere Person in der Nähe ist, die nicht zum Haushalt gehört.

Auch in KalabrienApulien und Sardinien müssen sich Reisende 48 Stunden vor der Einreise registrieren. Das Online-Formular für Sardinien gibt es auch in deutscher Sprache. Die Registrierung müssen Touristen ausgedruckt und mit einem gültigen Personalausweis auf Anfrage vorlegen können. 

Eigentlich plante Sardinien mit der Verpflichtung eines Corona-Tests für Urlauber vor der Einreise, aber aufgrund eines Gerichtsurteils sind die Tests aktuell ausgesetzt. Allerdings gibt es Temperaturmessungen am Flughafen, sodass Urlaubern bei einer Körpertemperatur von über 37,5 Grad die Einreise verwehrt werden kann.

Wo gilt in Italien eine Maskenpflicht?

Da in ganz Italien die Corona-Zahlen steigen, hat die Regierung die Maskenpflicht nun verschärft. Seit dem 8. Oktober gilt überall die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes – auch im Freien. Nur wer sich an einem abgelegenen Ort ohne Menschen befindet oder sich allein in einem Park aufhält, kann darauf verzichten. Von der Pflicht befreit sind Kinder im Alter unter sechs Jahren und Menschen mit Krankheiten, die mit dem Tragen einer Gesichtsmaske nicht zu vereinbaren sind. Eine Ausnahme gibt es auch beim Sport. 

Außerdem muss eine Maske in Geschäften, Zügen und anderen geschlossenen Räumen getragen werden. An einigen Orten sind auch Einweghandschuhe vorgeschrieben. 

So sind die Abstandsregeln in Italien

Der einzuhaltende Mindestabstand in Italien liegt bei ein bis zwei Metern. Vor Einrichtungen wie Museen und Geschäften werden häufig Temperaturmessungen durchgeführt. Ist die gemessene Temperatur zu hoch, wird der Zutritt verwehrt. Bei vielen Einrichtungen musst du dir beim Eintreten die Hände desinfizieren.

Party-Urlaub ist in Italien aktuell nicht möglich, denn Tanzveranstaltungen jeglicher Art sind verboten, die Discos bleiben geschlossen. Bars und Restaurants dürfen unter Einhaltung strenger Schutzmaßnahmen wieder öffnen, müssen aber um 24 Uhr schließen – aber auch dort darf nicht getanzt werden.