Kaum zu glauben: Nicht einmal mehr 100 Tage sind es noch bis Silvester 2020. Und kaum eine Neujahrsparty wird so frenetisch gefeiert wie die an der wohl berühmtesten Kreuzung der Welt: dem Times Square in New York.

Wegen der Corona-Pandemie fällt die Sause in diesem Jahr jedoch erheblich kleiner aus. Oder doch nicht? Die Party soll nämlich vor allem virtuell stattfinden und dadurch Teilnehmer auf der gesamten Welt erreichen. Deshalb kannst auch du mit dabei sein, wenn New York sechs Stunden nach Deutschland das neue Jahr 2021 mit dem Ball-Drop begrüßt.

Vor allem New York von Corona-Pandemie betroffen

Überall auf der Welt kennt man die Bilder, wenn sich zum Jahreswechsel Zehntausende Menschen auf dem Times Square freudig in den Armen liegen, um sich gegenseitig ein „happy new year“ zu wünschen, nachdem eine leuchtende Kugel von der Spitze des One-Times-Square-Wolkenkratzers, begleitet von wild blinkenden LEDs, Feuerwerk und unter dem lauten Jubel der Menschenmassen 43 Meter in die Tiefe gelassen wird. 

Doch wegen der weltweiten Corona-Pandemie, die besonders der amerikanischen Metropole am Hudson River arg zugesetzt hat, wäre das in diesem Jahr eine denkbar schlechte Idee. Deshalb setzen die Veranstalter auf eine Party, die vor allem auf virtuelles Erleben ausgelegt sein soll.

New Yorks Bürgermeister erwartungsfroh

Das Veranstaltungs-Komitee richtet sich in seiner Ankündigung nicht bloß an die Locals selbst: „Menschen auf der ganzen Welt wollen gemeinsam mit den New Yorkern das neue Jahr mit dem ikonischen Ball-Drop begrüßen.“ Deshalb wolle man bei der Suche nach einer sicheren, kreativen und innovativen Möglichkeit, die seit 1904 bestehende Tradition auch in diesem Jahr stattfinden zu lassen, einen Neuanfang wagen. 

Gerade eine Silvester-Feier würde für einen Neubeginn die beste Gelegenheit darstellen – sehr zur Freude von New Yorks regierendem Bürgermeister Bill de Blasio: „Ich freue mich auf die Feier“, sagt der 59-Jährige.

Tradition seit 1907: Seit über hundert Jahren rutscht ein Ball von der Spitze des Wolkenkratzers am Times Square. In diesem Jahr wird jedoch alles neu.

Nur wenige Ehrengäste am Times Square zugelassen

Vor allem wolle man die Ereignisse des Jahres 2020 bei der Veranstaltung aufgreifen und reflektieren. Die Veranstalter wollen den Times Square und die kristallbesetzte Lichterkugel direkt zu den virtuellen Teilnehmern bringen. Am echten Times Square vor Ort sei demnach lediglich eine begrenzte Anzahl von Ehrengästen zugelassen. Um wen es sich dabei handelt, gaben die Veranstalter bislang nicht im Detail bekannt.

New Yorker Silvester-App in Entwicklung

Tim Tompkins, Präsident der Times Square Alliance, von der die Veranstaltung koproduziert wird, sagt: „Mehr als je zuvor brauchen die Menschen in diesen zerstrittenen und angsterfüllenden Zeiten ein symbolisches und virtuelles Miteinander. Dadurch können wir die Menschen und die Dinge, die wir lieben, mit einem Gefühl der Erneuerung feiern und mit einem Neuanfang nach vorn blicken.“

Damit das gelingt, hat der Besitzer von One Times Square, die Firma Jamestown, eine App in Auftrag gegeben, die bald verfügbar sein soll. Über die genaue Funktion und ihren Umfang hat sich das Komitee bislang nicht geäußert.

Covid-19, Rassenunruhen, Wirtschafts- und Klimakrisen bestimmten 2020

Jeff Straus, als Präsident von Countdown Entertainment üblicherweise für die Unterhaltung bei der Mega-Silvester-Party verantwortlich, sagt: „Wir werden dieses Jahr alle Menschen am Times Square vermissen. Aber sie werden wie nie zuvor an unserer Feier teilnehmen können. Egal ob sie von den schlechten Nachrichten des Jahres 2020 abschalten oder ob sie sich dem neuen Jahr mit der Hoffnung auf eine Erneuerung hingeben möchten.“

Im Mittelpunkt sollen dafür die Menschen stehen: „Wir brauchen wohl niemanden an die bestimmenden Themen des Jahres 2020 zu erinnern: Covid-19, Rassenunruhen, Wirtschafts- und Klimakrisen“, so die Veranstalter. Wichtiger sei es, die „mutigen und kreativen Geister, die durch die Krisen geholfen haben, in den Mittelpunkt zu stellen“, sagt Tomkins.

Gemeint sind alle Menschen, die bei der Bewältigung der jeweiligen Krisen geholfen haben. Dabei wolle man vom geringsten Arbeiter über Mediziner und Wissenschaftler bis hin zu inspirierenden Menschen aus Kunst und der Musikszene niemanden auslassen.

Trotz aller Neuerungen, die von der Veranstaltung in New York erwartbar seien, sei da eine Sache, die sich nie ändern werde: das Ticken des Countdowns – und die Ankunft des neuen Jahres um Mitternacht am 31. Dezember. Immerhin etwas, auf das man sich in diesem eigenartigen Jahr 2020 noch verlassen kann.