Mit dem Herbst beginnt auch die Hochsaison für das Wandern. Klare Luft, buntes Laub und mit Glück auch noch ein paar sonnige Tage – kein Wunder, dass aktuell viele ihre Wanderschuhe schnüren. Besonders in diesem Jahr, wo etliche Auslandsreisen aufgrund von Corona-Maßnahmen platzen, boomt der Wanderurlaub im eigenen Land.

Rund 14 Prozent der Deutschen gehen mindestens einmal im Monat wandern. Und knapp 17 Millionen Deutsche fahren einer Statista-Umfrage zufolge gerne in den Wanderurlaub. Egal ob Tagesausflug oder längerer Trip – wandern liegt im Trend!

Geht es auch für dich bald raus in die Natur? Bevor du dich ins Abenteuer stürzt, geben wir dir ein paar hilfreiche Tipps an die Hand – besonders, wenn es dein erster Wandertrip ist!

Die richtige Planung macht auch beim Wandern den Unterschied

In der Vorstellung ist ein Wanderausflug oft durch und durch romantisch: Du bist mitten in der Natur, hast Zeit für die eigenen Gedanken oder tiefe Gespräche mit Freunden und bis auf das leise Knirschen der Schuhe auf dem Wanderweg ist alles still. Die Realität sieht so aber nicht immer aus. Denn an die schmerzenden Füße, Blasen, Mückenstiche, Sonnenbrände oder regennasse Kleidung denken wir oft erst, wenn es schon zu spät ist.

Deshalb ist eine gute Vorbereitung wichtig. Auch, weil man sich beim Wandern je nach Route schon mal in misslichen Lagen wiederfinden kann. Die richtige Planung kann deshalb helfen, Unfälle zu vermeiden.

Los geht’s mit der Wanderroute. Dabei solltest du vor allem die folgenden Faktoren berücksichtigen:

  • Streckenlänge – Zeitbedarf, Distanz und Höhenmeter
  • Verhältnisse und Wetterprognosen
  • eigene Fähigkeiten– Trittsicherheit, Orientierung, Grundkondition, Schwindelfreiheit
  • Jahreszeit

Außerdem sollte es möglich sein, je nach Witterung auf alternative Wanderrouten auszuweichen oder die Wanderung frühzeitig abzubrechen. Das rät der Dachverband Schweizer Wanderwege in der Kampagne „So geht wandern“.

Unterwegs: Tipps fürs Wandern

Die eigenen Selbstüberschätzung kann zum Problem bei der Planung werden – aber auch unterwegs. Achte darauf, die Wanderung nicht zu schnell zu starten, sonst geht dir auf der Zielgeraden die Puste aus. Deshalb lautet das oberste Wander-Gebot: Lauf in angenehmen Tempo und mach ausreichend Pausen. Wanderleiter des Schweizer Bergführerverbands Martin Sieber empfiehlt eine kurze Pause pro Stunde.

Du denkst, mit dem Aufstieg ist das schlimmste geschafft? Tatsächlich solltest du dir auch für den Abstieg noch Kraftreserven aufsparen. Das Unfallrisiko ist dann nämlich am größten: Mit schweren Beinen und stärker beanspruchten Muskeln geht schnell ein Tritt daneben; du drohst schneller auszurutschen, zu stolpern oder sogar zu stürzen.

Neben Pausen können auch Wanderstöcke die Kräfte schonen. Sie verleihen zusätzliche Sicherheit und entlasten die Gelenke.

Genug Wasser und Proviant fürs Wandern einpacken

Die Energiereserven füllst du außerdem mit Snacks und Flüssigkeit wieder auf. Ohne Proviant solltest du dich deshalb gar nicht erst auf Wanderung begeben. Auch wenn du dadurch mehr schleppen musst: Nimm lieber zu viel Proviant mit als zu wenig. Nicht, dass du während einer anstrengenden Tour unterzuckerst.

Während deiner kurzen, stündlichen Pausen, solltest du deshalb immer eine Kleinigkeit essen und trinken. Dazu eigenen sich am besten Wasser ohne Kohlensäure oder ungesüßter Tee. „Bei der Nahrung nicht zu süß“, rät Martin Sieber. „Es darf ruhig etwas Salzhaltiges sein.“

Was beim Wandern sonst noch wichtig ist

In Begleitung macht die Wandertour nicht nur mehr Spaß – besonders bei anspruchsvollen Touren ist man zu zweit sicherer und kann im Notfall für den jeweils anderen Hilfe verständigen. Deshalb sollte neben ausreichend Proviant auch immer ein voll geladenes Handy im Rucksack sein. Welche Dinge du außerdem einpacken musst, erfährst du in unserer ultimativen Wander-Packliste.

Bleibe flexibel für Planänderungen. Falls eine Route gesperrt ist, plötzlich ein Unwetter aufzieht oder dir schlecht wird, solltest du umkehren, Schutz suchen oder eine alternative Route wählen. Und vor allem: Nimm’s gemütlich! Wandern ist keine olympische Disziplin. Es geht nicht darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen, sondern möglichst fit und an einem Stück.