In der Corona-Krise wollen Airlines für mehr Sicherheit sorgen, indem sie die Luft filtern, mit außergewöhnlichen Methoden die Kabinen desinfizieren und flexibles Buchen anbieten. Dennoch läuft das Geschäft mit den Flugreisen nicht richtig an – steigende Corona-Neuinfektionen, Reisewarnungen und Quarantäne-Regeln schwächen den Ticketverkauf. Langstreckenflüge sind aktuell kaum möglich. Die Folge: Lufthansa und andere Fluggesellschaften müssen immer wieder Flüge und Vollzeitstellen streichen. 

Um die Branche wieder in Schwung zu bringen und damit Flugpassagiere wieder sorglos international reisen können, fordert der Airlineverband IATA statt einer Quarantäne-Pflicht eine weltweite Testpflicht für Reisende vor dem Abflug. Der Corona-Schnelltest soll innerhalb von 15 Minuten ein sicheres Ergebnis liefern und so die Quarantäne-Vorschriften im Zielland sowie bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet nach Deutschland überflüssig machen. 

Die Genauigkeit eines solchen Tests, der wie ein normaler PCR-Test einen Abstrich aus der Nasenhöhle und dem Rachen erfordert, liegt zwischen 80 und 90 Prozent. Einige Airlines bieten bereits Corona-Schnelltests an oder planen eine Einführung. Hier ein Überblick.

Aktuelle Deals

Lufthansa: Corona-Schnelltests im Probelauf

Mit Corona-Schnelltests für Passagiere will die Lufthansa wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken ermöglichen. Seit dem 12. November testet die Airline den Ablauf mit solchen Schnelltests gerade auf Flügen der Strecke München-Hamburg. Noch bevor die Passagiere die Sicherheitskontrolle passieren, können sie einen Antigen-Schnelltest durchführen lassen. Dabei ist das Testverfahren kostenlos und freiwillig.

Ersatzweise können die Fluggäste einen maximal 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen oder sich kostenfrei auf einen anderen Flug umbuchen lassen.

Alitalia: Corona-Schnelltests in Mailand und Rom

Die italienische Airline Alitalia setzt seit Mitte September auf Corona-Schnelltests auf einigen Flügen zwischen Mailand und Rom. Alle Passagiere sollen direkt am Airport getestet werden. Wer negativ getestet wurde, darf fliegen, wer ein positives Ergebnis hat, muss in Quarantäne und darf erst ausreisen, wenn ein weiterer Test negativ ist. 

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Wenn das Pilotprojekt Erfolg hat, könnte es auch für Mittel- und Langstreckenflüge eingesetzt werden, so Francesco Vaia, Gesundheitsdirektor des Spallanzani-Institutes für Infektionskrankheiten in Italien.

United Airlines: Corona-Schnelltests für London-Reisende

United ist die erste US-amerikanische Fluggesellschaft, die für ihre Passagiere Corona-Schnelltests eingeführt hat, um die Quarantäne-Anforderungen am Reiseziel zu umgehen. Als Anlass nutzte die Airline, dass Hawaii am 15. Oktober die Quarantäne-Pflicht für Einreisende mit einem negativen Corona-Test gestrichen hat. Seitdem bietet United Airlines die Option auf die Schnelltests am internationalen Flughafen von San Francisco an.

Allerdings müssen die Hawaii-Passagiere die Kosten dafür selbst tragen, die laut „CNBC“ zunächst bei 250 US-Dollar liegen. 

Nun weitet United Airlines das Projekt auf Europa aus. Vom 16. November bis 11. Dezember bietet die Fluggesellschaft Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord ausgewählter Flüge von New York nach London kostenlose Covid-19-Schnelltests an. Passagiere, die daran teilnehmen wollen, müssen mindestens drei Stunden vor dem Flug anreisen. Verfügbar ist der Test für Reisende ab zwei Jahren.

Hawaiian Airlines: Corona-Schnelltests für Urlauber

Nachdem United Airlines ankündigt hatte, Corona-Schnelltests für Hawaii-Reisende bei Abflug anzubieten, zog auch Hawaiian Airlines nach. So können sich ebenfalls seit dem 15. Oktober Hawaii-Urlauber an den Flughäfen von Los Angeles und San Francisco noch vor dem Abflug auf das Coronavirus testen lassen.

Der Express-Service am Reisetag kostet 150 US-Dollar. Wer aber etwas Zeit mitbringt und einen normalen Test durchführen lassen will, zahlt nur 90 Dollar. Das Ergebnis liegt dann innerhalb von 36 Stunden vor, so das Versprechen der Airline. Sollte das Projekt erfolgreich sein, will die Airline es ebenfalls für Destinationen außerhalb der USA anbieten.