Es ist das Worst-Case-Szenario: Hacker greifen auf die Reservierungsdatenbank einer Hotelkette zu und stehlen Informationen zu Millionen Menschen. Genau das ist bei einem massiven Angriff auf die Marriot-Hotels 2018 passiert. Das Identity Theft Resource Center verzeichnete in dem Jahr einen 126-prozentigen Anstieg der Zahl der Verletzungen der Datensicherheit und des Datenschutzes.

Bei solchen Hacker-Angriffen können die Kriminellen den Vor- und den Nachnamen, das Geburtsdaten sowie Daten aus Reisepässen und Personalausweisen erfassen und diese dann verkaufen oder selbst nutzen. Gleiches gilt auch für Straßendiebe.

Was viele Touristen nicht wissen: „Gefälschte Ausweispapiere werden später verwendet, um Bankkonten zu eröffnen, in ein Land ein- oder auszureisen oder sich vor den Behörden zu verstecken“, sagt Daniel Markuson, Experte für digitalen Datenschutz des Dienstleisters NordVPN. Das Unternehmen klärt daher Urlauber über die Folgen auf und gibt Ratschläge, wie man den Verlust von Reisepass- oder Personalausweisdaten vermeiden kann.

Reisepass kostet im Darknet 14.000 US-Dollar

Wer leichtsinnig mit seinen Daten umgeht, der verhilft Kriminellen teilweise zu sehr viel Geld: Ein handfester Reisepass koste im Darknet durchschnittlich 14.000 US-Dollar. Er kann die Reisepassdaten, einen digitalen Chip und andere Komponenten enthalten, wodurch er in zahlreichen Ländern genutzt werden kann. Die gescannte Kopie eines Reisepasses kann als Identitätsnachweis missbraucht werden und kostet auf dem Schwarzmarkt etwa 61 US-Dollar. Digitale Scans liegen bei etwa 15 US-Dollar. 

Urlauber, die bereits in den USA waren, haben laut NordVPN die Möglichkeit herauszufinden, ob die Daten des Reisepasses oder des Personalausweises bereits von Kriminellen missbraucht wurden. Auf der Website des US-Heimatschutzministeriums können Touristen ihre internationale Reisehistorie nachverfolgen. Dafür müssen sie allerdings den Vor- und den Nachnamen, das Geburtsdatum und eine Reisepassnummer eingeben.

So können Urlauber ihre Reisepass-Daten schützen

In anderen Ländern ist diese Funktion allerdings nicht verfügbar. Betrüger können die privaten Daten also missbrauchen, ohne dass die Opfer davon Kenntnis haben. Daher ist es umso wichtiger, dass du Maßnahmen ergreifst, um sicherzustellen, dass die Daten zu deiner Identität sicher bleiben. 

Zunächst einmal solltest du darauf achten, wo du deine Reisepass- oder Personalausweisdaten eingibst – trage diese Infos nur auf sicheren Webseiten ein. Wenn du weißt, dass sensible Informationen gestohlen wurden, solltest du eine Online-Überprüfung vornehmen oder veranlassen und bei einem Verstoß des Datenschutzes in Betracht ziehen, einen neuen Reisepass oder Personalausweis zu beantragen.