Du suchst Museen, deren Ausstellungen den Reiz des Abenteuers mitliefern? Oder du tauchst leidenschaftlich gern und suchst abwechslungsreiche Spots anstelle von Riffen oder Wracks? Solltest du bei einer der beiden Fragen laut „Ja!“ rufen, dann kommen dir diese außergewöhnlichen Ausstellungen wohl gerade recht. Denn hier stehen die Exponate unter Wasser.

Gleich drei Unterwasser-Ausstellungen entstehen derzeit vor Frankreichs Küste: vor Korsika, in der Bucht von Cannes und vor Marseille. Wir stellen dir Europas neue Tauch-Spots vor, die nebenbei auch noch die Umwelt nachhaltig schützen sollen.

Cannes: Ein Skulpturenpark im Meer

Der britische Bildhauer Jason deCaires Taylor ist in der Fertigung von Unterwasser-Skulpturenparks bereits erfahren: Er hat bereits an vergleichbaren Projekten in Mexiko, auf Lanzarote, in Indonesien und weiteren Ländern teilgenommen. Jetzt zeigt er sechs Arbeiten für eine U-Boot-Ausstellung im November vor Cannes. 

In einer Tiefe von etwa vier Metern unter der Wasseroberfläche entsteht südlich der Insel Sainte-Marguerite ein Unterwassermuseum. Ursprünglich sollte das Projekt für Taucher bereits eröffnet worden sein, doch eine Debatte um Umweltschutzargumente vertagte die Eröffnung auf Ende des Jahres 2020. Dabei sind die Statuen nicht bloß als Kunstwerke gedacht: Sie sollen zusätzlich als künstliches Riff dienen und damit die für das Mittelmeer typischen Neptungras-Wiesen vor Cannes schützen.

Schnorchel-Kunst vor Marseille

Die Eröffnung des Unterwassermuseums von Marseille hat sich ebenfalls immer wieder verzögert, seit dem 24. September können Schnorchler es bestaunen: Das Muée Subaquatique de Marseille. Und es gibt erste Bilder der Statuen, die fünf Meter unter der Wasseroberfläche vor dem Strand Les Catalans zu finden sind: 

Unterwasser-Skulpturenpark vor Korsika

Auch vor der Westküste Korsikas baut das Museum Marc Petit sein Projekt eines Unterwassermuseums weiter aus: Die erste Skulptur, die Darstellung der mythologischen Personifizierung der Erde, Gaia, wurde bereits im Jahr 2018 im Flachwasser „versenkt“. Seither folgten sechs weitere Werk des französischen Bildhauers Petit in deutlich tieferen Gewässern. Mit den Skulpturen acht bis zehn ergänzte der korsische Sammler François Ollandini die Ausstellung abermals. Bis zu 25 Meter müssen erfahrene Taucher hinab, um alle Exponate zu sehen.

Wenn es fertig ist, soll das Museum 32 Objekte umfassen, von denen zwei aus der Wasseroberfläche ragen werden. Die Exponate liegen am Fuße des Isolella-Turms in der Nähe der Insel-Hauptstadt Ajaccio. Manche von Petits Werken können auch an Land betrachtet werden: Im Lazaret Ollandini, dem Sammlerhaus und privaten Museum in Ajaccio, das Petits Werk gewidmet ist.

Darum schützen Unterwassermuseen die Umwelt

Der Bildhauer Jason deCaires Taylor hat sich im Laufe seiner Karriere intensiv der Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit seiner Unterwasserinstallationen verschrieben. Jede seiner Skulptur bildet nach eigener Aussage eine Grundlage für neue Riffe, Biotope und botanische Gärten unter Wasser.

Mittlerweile stehen einige Hundert seiner lebensgroßen Statuen auf den Meeresböden der Erde. Geschaffen hat er sie aus ungiftigem, pH-neutralem Zement – einer gesunden Grundlage also, um die Statuen einem permanenten Transformationsprozess zu unterziehen: Korallen können an ihnen wachsen und Fische finden neue Lebensräume.