Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Afrika und Asien noch 500.000 Nashörner. Heute ist die Population auf 27.000 Exemplare geschrumpft. Besonders prekär ist die Situation für Spitzmaulnashörner. Im Gegensatz zu den Breitmaulnashörnern haben sie eine rundlich zulaufende Schnauze und leben versteckt im Gebüsch. 

Zum World Rhino Day, dem Welttag des Nashorns am 22. September, erinnern Tierschützer und Organisationen an die Lebensbedingungen der Tiere, die immer der Gefahr von Wilderei ausgesetzt sind. Allein in Südafrika wurden zwischen 2013 und 2017 jährlich mehr als 1000 Nashörner gewildert. 

Dennoch gibt es einige Orte auf der Welt, vor allem in Afrika, wo die Chancen gut stehen, Nashörner in freier Wildbahn zu erblicken. Während in Asien nur noch wenige Nashörner leben, finden sich in Afrika mehr als 26.000 Tiere, vor allem in Südafrika. Wenn du dich allerdings auf Nashorn-Safari begibst, solltest du es unbedingt unterlassen, die Bilder direkt auf Social Media zu posten – oder gar einen Geo-Tag zu verwenden, der zeigt, wann das Nashorn an welcher Stelle war. Damit machst du es Wilderern nämlich einfach, die Nashörner aufzuspüren. 

1. Ol Pejeta und Lewa Wildlife Conservancy in Kenia

In Kenia setzt man normalerweise eher auf staatlichen Tierschutz, in den Nationalparks und Nationalreservaten. Doch in Laikipia am Fuße des Mount Kenya haben sich einige private Schutzzonen gebildet. Hier finden vor allem Nashörner einen Zufluchtsort und werden vor Wilderern geschützt. 

1258 Nashörner gibt es in Kenia, davon 745 Spitzmaulnashörner. Diese Tiere sind besonders schwer zu entdecken, da sie im Dickicht leben. Wer gute Chancen abseits der Nationalparks haben will, sollte nach Laikipia kommen, wo die höchste Tierdichte nach der Masai Mara auf Safari-Gäste wartet. Nicht nur Elefanten und Löwen kannst du hier suchen, sondern auch Nashörner. Dutzende der Tiere wirst du im Ol Pejeta oder im Lewa Conservancy sehen. 

Während im Lewa Wildlife Conservancy zwölf Prozent der gesamten kenianischen Population des Spitzmaulnashorns leben, ist das Ol Pejeta vor allem für den Erhalt der letzten noch lebenden Nördlichen Breitmaulnashörner bekannt. Nachdem der letzte Bulle Sudan 2018 starb, leben die letzten beiden Weibchen noch sehr geschützt und eingezäunt innerhalb des Reservats.

Die Schutzbemühungen zeichnen sich übrigens aus: In Kenia hat sich die Zahl der Nashörner in den vergangenen 50 Jahren verdreifacht, während der Bestand im Nachbarland Tansania immer weiter sinkt – auf derzeit nur noch 167 Einzeltiere. 

2. Kruger-Nationalpark in Südafrika

Südafrika verfügt über die größte Population an Nashörnern weltweit. Geschätzt leben 20.000 Nashörner, sowohl Breit- als auch Spitzmaulnashörner, im südlichsten Land Afrikas. Das sind 80 Prozent aller Nashörner weltweit!

Allerdings hat Südafrika auch ein massives Problem mit der Wilderei: Fast jeden dritten Tag wird ein Nashorn illegal für sein Horn getötet.

Vor allem im Norden des Landes lassen sich die Nashörner gut erblicken, etwa im Kruger-Nationalpark nur drei Stunden Fahrzeit von Johannesburg entfernt. Auch in den privaten Schutzgebieten drum herum, etwa rund um die angrenzende Bongani Mountain Lodge, siehst du auf einer Safari ziemlich sicher Nashörner. Oft haben sie allerdings kein Horn mehr: Die Reservat-Betreiber haben sie den Tieren abgenommen, um sie für Wilderer uninteressant zu machen.   

3. Lake-Nakuru-Nationalpark in Kenia

In Kenia gibt es keinen Nationalpark, in dem du bessere Chancen hast, Breitmaulnashörner zu entdecken, als im Lake-Nakuru-Nationalpark. Der Park liegt um den Natronsee Nakuru herum, rund 150 Kilometer von Nairobi enfernt. Rund 100 Nashörner leben im Park, darunter auch rund 25 Spitzmaulnashörner in einem eingezäunten Bereich, um sie vor Wilderern zu schützen. 

Am Lake Nakuru finden auch Hunderttausende von Flamingos ein Zuhause – und Aufnahmen von Nashörnern vor dem rosaroten Flamingo-Teppich sind übliche Bilder aus dem Gebiet. 

4. Mkhaya Game Reserve in Eswatini

Das kleine Land Eswatini am Rande von Südafrika ist bei vielen Touristen wohl nicht die erste Wahl, wenn es um Safari-Destinationen geht. Doch wenn es um Nashörner geht, solltest du Eswatini durchaus in Betracht ziehen. Denn das kleine Land macht vor, wie die Zukunft des Nashornschutzes aussieht. 

Eine offizielle Zahl, wie viele Nashörner hier inzwischen leben, gibt es nicht – auch zum Schutz der Tiere vor Wilderern. Seit 1979 wird der Park immer weiter ausgebaut und gilt inzwischen auch als bestgeschützter Park in Afrika mit einer der besten Anti-Wilderei-Einheiten des Kontinents. Die Folge: Mehr und mehr Nashörner finden sich hier, die sich bei einer Safari im Jeep sowie zu Fuß entdecken lassen. 

5. Etosha-Nationalpark in Namibia

Etwas mehr als 1000 Breitmaulnashörner soll es in Namibia nach Angaben der Regierung noch geben, zu den gefährdeten Spitzmaulnashörnern gibt es keine Statistik. Wie bei fast allen Tierarten sind die Chancen auf eine Sichtung im Nationalpark Etosha im Norden Namibias am größten.

Auch hier sind die Schutzmaßnahmen beeindruckend: Als es 1970 nur noch 48 Nashörner im Park gab, begann ein Schutzprojekt, und 1990 waren es bereits 340 Tiere. Nicht nur, dass eine Anti-Wilderer-Einheit gegen Eindringlinge vorgeht, auch werden Nashörner, die dabei sind, das Areal des Nationalparks zu verlassen, zurück ins Zentrum des Parks gebracht. Damit bleiben sie weiterhin unter staatlicher Aufsicht. 

Trauriger Nebeneffekt: Aufgrund der steigenden Population der Tiere denkt Namibia inzwischen darüber nach, Nashörner wieder für die Trophäenjagd freizugeben. 

6. Nairobi-Nationalpark in Kenia

Nashörner in der Hauptstadt? Das gibt es nur an einem Ort auf der Welt: in Nairobi. Zur Hauptstadt von Kenia gehört nämlich der Nairobi-Nationalpark. Da hier besonders viele Breitmaulnashörner leben, hast du selbst bei einer Tagessafari eine sehr gute Chance, hier einige der Hornträger zu entdecken.

Auch die eher scheuen Spitzmaulnashörner leben hier, allerdings versteckt in den Büschen. Um sie zu entdecken, brauchst du deutlich mehr Glück.  

7. Moremi Game Reserve in Botswana

Im Gegensatz zu seinem Nachbarland Südafrika, wo 20.000 Nashörner leben, finden sich in Botswana nur 502, fast ausschließlich Breitmaulnashörner. Diese Tiere in Botswana zu entdecken ist gar nicht so einfach. Die besten Chancen hast du im Moremi Game Reserve, das zum Okavangodelta gehört. 

Im berühmten Chobe-Nationalpark im Norden Botswanas galt das Nashorn lange als ausgestorben. Doch derzeit werden einige Versuche unternommen, die Tiere in privaten Schutzzonen im Park wieder anzusiedeln.