Viele Reiseveranstalter wie Tui, FTI oder Alltours werben dafür, schon jetzt einen Urlaub für das nächste Jahr zu buchen. Sie haben gute Angebote, Frühbucher-Rabatte und Umbuchungsmöglichkeiten – all das spricht fürs Buchen. Allerdings sprechen auch Risiken dagegen, die Lage entwickelt sich weiter sehr dynamisch und es kann gut sein, dass die Reise 2021 wegen Corona nicht stattfindet.

Buchen oder nicht? Für beide Seiten gibt es gute Argumente – damit du dich entscheiden kannst, beantwortet der reisereporter die wichtigsten Fragen.

Welche Reisen kann ich für 2021 überhaupt schon buchen?

Die großen Reiseveranstalter in Deutschland blicken alle bereits auf das nächste Jahr – und vor allem auf die Sommersaison. Bei Tui können Kunden bereits seit April Sommerurlaub für 2021 buchen, bei FTI ist sogar schon fast das gesamte Fernreiseangebot für 2021 buchbar.

Die Nachfrage ist den Veranstaltern zufolge groß – Grund sind viele Übertragungen des Urlaubs aus diesem Sommer ins nächste Jahr sowie Neubuchungen aufgrund günstiger Marketingaktionen. „Setzt sich der Trend fort, könnten beliebte Hotels schon viel früher ausgebucht sein“, heißt es von Tui.

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Viele Touristen wird es 2021 wieder nach Deutschland ziehen, der Trend zum Heimaturlaub wird sich fortsetzen. Außerdem beliebt sind Tui zufolge zum Beispiel die griechischen Inseln sowie weitere klassische Badeziele am Mittelmeer, am Roten Meer, am Atlantik oder im Orient.

Was ist, wenn es 2021 eine Reisewarnung für mein Urlaubsziel gibt?

Die Sorge ist angesichts der Erfahrungen aus diesem Jahr durchaus berechtigt: Was passiert, wenn die Corona-Pandemie weiter anhält und das Urlaubsland von der Bundesregierung zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgerufen wird?

Für Pauschalreisende gilt: Die meisten Veranstalter stornieren von sich aus in solchen Fällen oftmals die Buchungen in betroffene Gebiete oder räumen Kunden diese Möglichkeit offen ein: „Generell gilt: Wird ein Reiseland vom Auswärtigen Amt zu einem Risikogebiet erklärt und mit einer Reisewarnung belegt, können Tui-Urlauber kostenlos umbuchen oder stornieren“, heißt es von dem Reiseveranstalter. Auch FTI teilt mit: „Grundsätzlich halten wir uns mit unseren Regelungen an die Empfehlungen des Auswärtigen Amts. Wo Reisewarnungen gelten, sagen wir selbstverständlich Reisen im Sinne der Sicherheit und Gesundheit unserer Gäste ab.“

In solchen Fällen, wenn also der Veranstalter eine Pauschalreise absagt, muss er dem Kunden den gezahlten Reisepreis innerhalb von 14 Tagen erstatten.

Für Individualreisende gilt: Wer Flug und Hotel einzeln bucht, bleibt häufiger auf den Kosten sitzen, auch wenn das Reiseziel zum Risikogebiet erklärt wird. Denn anders als bei einer Pauschalreise greift hier nicht das EU-Pauschalreiserecht. 

Bei Hotels, Ferienwohnungen und Apartments gelten immer die jeweiligen AGB – die sollten Reisende also vor der Buchung intensiv prüfen. Einige Betreiber haben in der Corona-Krise kulantere Stornierungsbedingungen als sonst. 

Für Airlines gilt: Sie sind vertraglich „nur“ dazu verpflichtet, von A nach B zu fliegen, erklärt Reiserechtsanwalt Paul Degott. Solange die Grenzen also geöffnet sind, wird sich eine Fluggesellschaft bei der nötigen Auslastung der Maschinen aus wirtschaftlicher Sicht immer fürs Fliegen entscheiden. Der Passagier trage hier das Verwendungsrisiko und habe bei der Rückforderung der Ticketkosten schlechte Chancen, wenn die Einreise für Touristen am Reiseziel grundsätzlich erlaubt ist. 

Auch hier gilt: Vor dem Buchen die AGB oder Sonderregelungen prüfen. Viele Airlines bieten aktuell auch das kostenlose Umbuchen von Flügen an.

Fazit: Im Falle einer Reisewarnung und der Einstufung des Urlaubsziels als Risikogebiet haben Kunden bei Pauschalreiseveranstaltern größere Chacen, ihr Geld zurückzubekommen. Denn sollten die Flüge aufgrund von Corona storniert werden oder das Hotel nicht öffnen können, muss der Reiseveranstalter die Kosten erstatten. Bei Individualbuchungen haben Kunden diesen Anspruch nicht.

Auch ohne Reisewarnung: Kann ich Urlaub 2021 kostenlos stornieren?

Um der Unsicherheit der Kunden entgegen zu wirken, haben einige Reiseveranstalter die Storno- und Umbuchungsgebühren gelockert. Und auch bei Buchungsportalen zeigen neue Filter bei Auswahl nur Reisen an, die nach der Buchung noch lange kostenlos stornierbar sind.

Wer beispielsweise bei FTI bis zum 30. November 2020 eine Reise für den Sommer 2021 bucht, kann diese bis 14 Tage vor der Abreise kostenlos stornieren oder umbuchen.

Alltours teilt hierzu mit: Neubuchungen für den Sommer 2021 ab dem 17. September 2020 mit Abreise zwischen 26. März und dem 31. Oktober 2021 können bis zum 15. Dezember kostenlos umgebucht oder storniert werden – das gilt allerdings nur für Alltours Klassik Reisen.

Bei TUi gilt das Angebot zumindest bis ins Frühjahr: Alle Reisen, die ab 1. November bis zum 31. Dezember 2020 gebucht werden und bis 14. April 2021 stattfinden, können bis 14 Tage vor Abreise kostenlos umgebucht werden. Gültig ist das für alle Tui- und Airtours-Neubuchungen (Paket, Unterkunft und Rundreisen). Für den Sommerurlaub 2021 gilt, Stand jetzt: „Für Anreisen ab 15. April 2021 gelten unverändert die in Ihrem Reisevertrag angegebenen Umbuchungs- und Stornobedingungen, sofern es keine Reisebeschränkungen seitens des Auswärtigen Amtes gibt.“

Sollte ich eine Reiserücktrittsversicherung abschließen

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Reise für 2021 zu buchen und für diese eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen, sollte genau hinschauen. Denn: Einige Versicherungen klammern die Pandemie aus, dann würden Kunden auf ihren Kosten sitzenbleiben, wenn sie wegen einer Coronainfektion die Reise nicht antreten können.