Während manche von uns vor dem Fernseher sitzen und den Abenteuern anderer in einer Netflix-Serie nach der nächsten zuschauen, wandert Rue McKenrick Tausende Kilometer durch die USA. Er will den längsten und herausforderndsten Wanderweg Amerikas kartieren, den American Perimeter Trail. Seit Monaten umrundet er alleine das Land.

Der neue Wanderweg soll 19.300 Kilometer lang sein. Dafür will McKenrick zwei der bekanntesten Routen der USA miteinander verbinden. An der Westküste befindet sich der 4265 Kilometer lange Pacific Crest Trail, der durch die US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington verläuft. Auf der gegenüberliegenden Seite, an der Ostküste, durchquert der 3500 Kilometer lange Appalachian Trail ganze 14 Bundesstaaten, darunter Georgia, New Jersey und New York.

Spektakulärer Wanderweg: American Perimeter Trail 

Im Juni 2019 startete Rue McKenrick seine Reise in Bend in Oregon. Seitdem hat er mehr als 12.000 Kilometer zurückgelegt und ist unter anderem durch die Mojave-Wüste und das Death Valley gelaufen. Durchschnittlich ist er zwischen 30 und 50 Kilometer am Tag gewandert.

Auf seiner Reise durchquerte Rue McKenrick unter anderem die Mojave-Wüste und das Death Valley.

Mittlerweile hat McKenrick eine Routine entwickelt: „Ich wache morgens auf und packe meine Campingsachen zusammen. Dann zeichne ich die Route für den Tag auf“, verrät er „Fox 17“ bei einem Zwischenstopp in Michigan im vergangenen Monat. Die Idee für den längsten Wanderweg der USA sei dem Backpacker schon vor zehn Jahren gekommen. Damals habe das Ganze als persönliche Herausforderung begonnen.

„Ein Wanderweg ist für mich nicht nur ein matschiger Pfad im Wald und Backpacking ist für mich mehr als nur ein Sport“, fügt McKenrick hinzu. „Wir befinden uns gerade in einer sehr gespaltenen Gesellschaft. Dieser Wanderweg verbindet. Es ist eine positive Sache, die wir teilen können.“

Rue McKenrick wandert 19.300 Kilometer durch die USA 

Unterstützung bekommt der Backpacker von Leilah Grace. Sie ist die Koordinatorin des Projekts und schickt McKenrick unter anderem kleine Hilfspakete. Denn als Teile der USA abgeriegelt wurden, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, ging der US-Amerikaner alleine weiter. Er hielt nicht in den Städten an, um einkaufen zu gehen, sondern holte Versorgungspakete bei örtlichen Postämtern ab, um möglichst kontaktlos zu reisen.

Rue McKenrick wandert Tausende Kilometer durch die USA.

Herausforderungen durch Corona

Er mied besonders beliebte Wanderpfade, um Menschenmengen aus dem Weg zu gehen. „Ich habe einige Monate auf gewaschene Klamotten, duschen, warme Mahlzeiten und Menschen verzichtet – und es hat funktioniert“, schreibt der Wanderer auf seiner Website. Wer dem Backpacker auf seiner Reise folgen möchte, kann das außerdem über Facebook und Instagram tun. 

Vor ein paar Tagen postete er ein Foto vom Lake Superior in Michigan. Von dort aus wird Rue McKenrick durch den Norden der USA wandern – auf dem Weg nach Bend in Oregon, auf dem Weg nach Hause.