„Das Sommerhaus der Stars – Kampf der Promi-Paare“ geht in die fünfte Runde. Am 9. September lief die erste Folge der RTL-Show. Doch dieses Jahr ist etwas anders: Die neue Staffel wurde nicht wie gewohnt in Portugal gedreht. Wegen der Corona-Pandemie musste die Produktionsfirma auf einen Drehort in Deutschland ausweichen.

Und die Rede ist nicht von Berlin, Hamburg oder München, sondern vom beschaulichen Bocholt in Nordrhein-Westfalen. Zehn mehr oder weniger bekannte Promi-Paare wohnten dort vier Wochen lang in einem spartanischen Bauernhaus, das im Fernsehen alles andere als gemütlich wirkt. Doch das Haus kann man mieten – und in Wirklichkeit ist es ziemlich idyllisch.

„Das Sommerhaus der Stars“ 2020 in Nordrhein-Westfalen

In der diesjährigen Staffel sind unter anderem der ehemalige „Bachelor“ Andrej Mangold und Jenny Lange und die aus „Goodbye Deutschland“ bekannten Mallorca-Auswanderer Andreas und Caro Robens dabei. 

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„Sommerhaus der Stars“: Das ist der Drehort im Bocholter Stadtteil Barlo

Das manche TV-Sender es mit der Wahrheit nicht immer so genau nehmen, ist kein Geheimnis. Für die RTL-Show wurde der Drehort im Bocholter Stadtteil Barlo in ein Gruselhaus verwandelt – tote Motten im Waschbecken, ausgestopfte Tiere an den Wänden und staubbedeckte Puppen in den Regalen. 

Doch so verschmutzt, wie das Anwesen im Fernsehen erscheint, ist es gar nicht. Seit zwei Jahren können Urlauber den Bauernhof auf Buchungsplattformen wie Booking.comFewo-direkt.de und Airbnb ab 162 Euro die Nacht mieten. Und die Gäste schienen sich bisher immer sehr wohl zu fühlen, die Unterkunft hat überwiegend gute Rezensionen. Auch die Bilder zeigen ein sauberes und komfortables Haus.

So schön sieht das Bauernhaus aus, wenn dort nicht gerade Promi-Paare um 50.000 Euro kämpfen.

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Es gibt drei Schlafzimmer, einen Kaminraum und eine Wohnküche in dem Bauernhof, der etwa zwei Kilometer von der holländischen Grenze entfernt steht. In der Nähe gibt es einen kleinen See zum Baden und Angeln, auf der Nachbarweide grasen Wasserbüffel.

„Das Haus wurde 1906 gebaut, seit 1976 gehört es mir. Früher habe ich mit meiner Frau und meinen Kindern die Sommer auf dem Bauernhof verbracht. Mittlerweile sind Frau und Kinder weg, also habe ich alleine auf dem Hof gewohnt. So kam die Idee, einen Teil des Hauses zu vermieten“, erzählt Friedrich Rump, der Besitzer des Bauernhauses, gegenüber dem reisereporter.

So kam die RTL-Show auf den Hof nach Bocholt

Seit zwei Jahren vermietet Friedrich Rump die Unterkunft an Urlauber – und das mit Erfolg. Auch die Kölner Produktionsfirma wurde auf ihn aufmerksam und kontaktierte ihn über Fewo-direkt kontaktierte. „Wir haben einen Besichtigungstermin vereinbart, der erst mal geplatzt ist. Vier Wochen später kam die Produktion dann zu mir nach Bocholt“, erinnert sich Rump.

Die Konkurrenz war groß: „Ich hab ja nicht das einzige Bauernhaus in der Nähe von Köln. Es gibt einige in der Eifel und im Sauerland. Aber bei mir gibt es eine Reithalle, in der die Promi-Paare ihre Spiele austragen können“, so Rump gegenüber dem reisereporter. Für zwei Monate habe die Produktionsfirma den Hof gemietet und das Grundstück den eigenen Vorstellungen entsprechend umgebaut.

Das eigentliche Highlight des Hauses, eine gemütliche Kaminecke, blieb den Promis verwehrt.

Rump musste während der Dreharbeiten ausziehen und einen Großteil seiner Möbel mitnehmen. Stockbetten und Hirschgeweihe gehörten eigentlich nicht zu seiner Ausstattung. „Ich bin froh, dass das Haus jetzt wieder meinem Stil entspricht. Die Produktionsfirma hat alles wieder mitgenommen und die Löcher, an denen die ganzen Kameras montiert waren, wieder zugemacht. Sie haben sogar die Wände neu gestrichen.“

Die ganze Nachbarschaft schaut Trash-TV auf RTL

Und wie ist es für Friedrich Rump, sein eigenes Haus im TV zu sehen? „Ich war sehr interessiert, genauso wie meine Nachbarschaft. Wir haben alle am Mittwoch reingeschaut. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich es nicht geguckt hätte, wenn es nicht mein Haus gewesen wäre. Ich schaue sonst eher wenig Privatsender.“

Die Ausstrahlung der ersten Folge ist nur wenige Tage her. Einen Ansturm auf seine Unterkunft könne Friedrich Rump bisher noch nicht erkennen. „Ich kann mich trotzdem nicht beklagen. Ich hab viele Buchungen und muss eher aufpassen, dass ich nicht zu viele annehme“, sagt Rump und lacht.