Åland liegt irgendwo zwischen Schweden und Finnland mitten in der Ostsee. Und genauso ist auch die Kultur in der autonomen Region: ein köstliches, sommerhelles, skandinavisches Potpourri. Auf der Landkarte sieht es ein bisschen so aus, als hätte jemand mit zwei dicken Strichen Schweden und Finnland gepinselt und dazwischen etwas Farbe verschüttet: Åland umfasst 6700 Inseln, von denen nur rund 60 bewohnt sind. Hinzu kommen noch einmal 20.000 in die Ostsee gesprenkelte kleinere Inseln und Schären.

Ganz klar: Wer Trubel sucht, ist hier falsch. Die Kleinstadt Mariehamn ist die größte des Archipels – und die einzige. 11.000 Menschen leben dort, im Sommer kommt ein Vielfaches an Touristen. Insgesamt wohnen 25.000 Einwohner in Åland. Die Region hat eine eigene Flagge und eigene Briefmarken, gehört als entmilitarisierte Zone zu Finnland und hat Schwedisch als einzige Amtssprache. Auch zu Russland gehörten die Inseln einst.

Die bewegte Geschichte erlebst du bei einem Besuch im Kulturhistorischen Museum von Åland. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Ruinen der russischen Festungsanlage Bomarsund, das Schloss Kastelholm, das Freilichtmuseum Jan Karlsgården, das Kulinarikdorf Smaksbyn und das Segelschiff „Pommern“, das die Besucher zwischen Mai und September auf eine fiktive Weltumsegelung mitnimmt.

Du kannst all das aber auch getrost links liegen lassen und dich ganz auf die Natur einlassen. Beim Inselhopping kannst du die großen und kleinen Eilande von Åland erkunden. Brücken und vor allem Fähren verbinden die einzelnen Inseln. Mit der Fähre kommen auch die meisten Urlauber: Viele Verbindungen zwischen Stockholm und Helsinki legen in Mariehamn einen Stopp ein.

Åland ist perfekt für Aktivurlaub: Du kannst dort Rad fahren, wandern, baden, paddeln. Dabei musst du keine Angst haben, dass es zu heiß wird: Die höchste jemals in Åland gemessene Temperatur beträgt 31,3 Grad, verglichen mit den 2019 geknackten 42,6 Grad in Deutschland ein ziemlich angenehmer Wert. Und: Auf den Inseln regnet es im Schnitt weniger als auf dem finnischen oder schwedischen Festland.

Åland – Entspannte Bilderbuch-Inseln in der Ostsee

Du kannst dich auf Åland aber auch einfach auf die faule Haut legen: 80 bis 90 Prozent der Hütten liegen direkt am Meer. Wenn du willst, fläzt du dich einfach den ganzen Tag in einen Liegestuhl und beobachtest die sanften Ostseewellen. Die oft bunt getünchten Holzhäuser auf den Inseln und Schären sind der Inbegriff vom Bilderbuch-Skandinavien. Wenn die Welt irgendwo noch völlig in Ordnung zu sein scheint, dann hier.

Besonders in den kleinen Fischerdörfern: Wenn dir zwischendurch nach einem entspannten Bummel ist, darfst du dir einen Ausflug nach Käringsund in Eckerö nicht entgehen lassen. Die alten Bootshäuser katapultieren dich gedanklich sofort nach Saltkråkan. Kein Wunder: Teile der Reihe wurden dort gedreht. Auch das Sjökvarteret in Mariehamn versprüht maritimen Charme. Dort kannst du dir zur Stärkung eine åländische Pizza, sogenanntes „Plåtbrödet“, schmecken lassen.

Süße Versuchung: Ålandspannkaka mit Kardamom und Sahne.

Eine weitere Spezialität von Åland sind Eierkuchen mit Kardamom und Schlagsahne. Die gibt es unter anderem im Café auf Kobba Klintar – das sind Inseln in der Hafeneinfahrt von Mariehamn, von denen aus früher Boote gelotst wurden. Heute verkehren dorthin Ausflugsboote, außerhalb der Saison erreichst du sie mit dem Schiffstaxi.

Perfekter Höhepunkt der Idylle: Suche dir abends einen ruhigen Granitfelsen am Meer, auf dem du die letzten Sonnenstrahlen genießen und beobachten kannst, wie die Sonne glühend rot im Meer versinkt. Mit etwas Glück hast du tagsüber „Smultron“ gesammelt, kleine wilde Erdbeeren, die du dir nun süß auf der Zunge zergehen lassen kannst. Während die glatt gespülten Felsen die Wärme des Tages abgeben – direkt in dein Herz.