Immer mehr Länder außerhalb von Europa öffnen ihre Grenzen wieder für Touristen – damit sind auch Fernreisen in Länder wie die Malediven, in die Karibik, nach Namibia oder zu den Vereinigten Arabischen Emiraten theoretisch möglich. Viele Deutsche fragen sich aber: Wie sicher ist eine Reise in diese Länder? Mit welchen Einschränkungen müssen sie vor Ort rechnen? Immerhin gelten die meisten Länder weltweit noch immer als Corona-Risikogebiet, auch die Reisewarnung für mehr als 160 Staaten gilt noch bis mindestens Ende September.

Diesen Einfluss hat Corona in den Ländern aufs Reisen

Abhilfe schaffen soll die „Covid-19 Impact Map“. Sie zeigt, welche Auswirkungen das Coronavirus in den Ländern in Europa und dem Rest der Welt auf Gesundheit, Sicherheit und Logistik hat. Herausgegeben wird die Karte von den Reisesicherheitsspezialisten von International SOS, die auch jedes Jahr die „Travel Risk Map“ herausbringen. In diese ist die Corona-Risiko-Karte integriert.

Reisende erhalten nun auf einen Blick Infos bezüglich der Sicherheit, der gesundheitlichen Risiken und der Verkehrssicherheit in allen Ländern der Welt. Die Karte ist in erster Linie für Geschäftsreisende gedacht, bietet aber auch Orientierung für die Urlaubsplanung.

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Bezogen auf den Einfluss von Covid-19 auf Reisen gibt es fünf Risiko-Level von „sehr niedrig“ bis „sehr hoch“. Die Karte wird laut International SOS täglich aktualisiert, folgende Kriterien fließen in die Länder-Bewertung ein:

  • Covid-19-Fallzahlen im 14-tägigen gleitenden Durchschnitt
  • Risikoumfeld in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit
  • Reisebeschränkungen im jeweiligen Inland sowie Beschränkungen für Auslandsreisen
  • vorhandene Maßnahmen gegen Covid-19 und ihre Wirksamkeit

Die meisten Länder weltweit sind mit „niedrig“, „mittel“ oder „hoch“ eingestuft. 

„Sehr hoch“ ist der Einfluss hingegen in Guyana, Israel, Libyen und Nepal. Dort ist ein Geschäftsbetrieb International SOS zufolge derzeit nicht möglich.

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„Sehr niedrig“ ist der Einfluss unter anderem in Antigua und Barbuda, Dominica, Finnland, Griechenland, Grönland, Island, Kambodscha, Kanada, Neuseeland, Polen, Schweden, Tansania, Tonga und Vanuatu. Dort sind (Geschäfts-)Reisen unter ähnlichen Gesundheits- und Sicherheitsbeschränkungen möglich wie vor der Covid-19-Pandemie.

Coronavirus: Nicht die anderen Reiserisiken vernachlässigen

Außer Covid-19 sollten aber weiterhin auch die anderen Risiken berücksichtigt werden, so Martin Bauer, Regional Security Manager Deutschland und Österreich bei International SOS. „Es wird weiter Naturkatastrophen, politische Spannungen, Wahlen und Unruhen geben, und die Pandemie wird einige dieser Ereignisse noch verschärfen.“

Wie hoch ist das gesundheitliche Risiko im Urlaubsland?

Für Touristen ist noch eine weitere Option der „Travel Risk Map“ in Bezug auf das Reisen während der Corona-Pandemie entscheidend: das gesundheitliche Risiko in den jeweiligen Ländern. Denn in einem Land mit schlechtem Gesundheitssystem will wohl niemand an Covid-19 erkranken, selbst wenn er eine spezielle Reiseversicherung abgeschlossen hat.

In vielen afrikanischen Ländern gibt es extrem hohe gesundheitliche Risiken.

International SOS hat hier unter anderem folgende Faktoren analysiert: Belastung durch Infektionskrankheiten, der Standard der medizinischen Notfallversorgung, die Qualität der ambulanten und der stationären medizinischen Versorgung, Zugang zu hochwertigen Arzneimitteln sowie kulturelle, sprachliche und administrative Barrieren.

Das Gesundheitsrisiko ist demnach in folgenden Ländern in Afrika extrem hoch: Burkina Faso, Burundi, Eritrea, Guinea, Guinea-Bissau, Libyen, Liberia, Niger, Sierra Leone, Somalia, Südsudan, Zentralafrikanische Republik. Außerdem extrem hoch ist es in Afghanistan, im Jemen, im Irak, in Haiti, in Nordkorea, in Syrien und in Venezuela.

Weltweite Reisewarnung noch bis Ende September 

Wichtig für Reisende ist am Ende aber nicht nur die Lage vor Ort am Urlaubsziel, auch mögliche Konsequenzen bei der Rückkehr nach Deutschland spielen eine große Rolle. Hierfür ist neben der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes – die für mehr als 160 Länder noch bis Ende September pauschal gilt – vor allem die Einstufung als Corona-Risikogebiet entscheidend.

Diese beruht, ähnlich wie die der „Covid-19 Impact Map“, zum einem auf dem quantitativen Faktor nach der Anzahl der Corona-Infektionen. Zum anderen werden Länder als Risikogebiete eingestuft, in denen die Fallzahlen zwar niedrig sind, es aber zu geringe Testkapazitäten gibt, oder in denen die Fallzahlen zwar niedrig sind, es aber unzureichende Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung gibt.

Wer in einem Risikogebiet war, muss nach aktueller Regelung nach der Rückreise in Deutschland innerhalb von 72 Stunden einen Corona-Test machen lassen und bis zum Erhalt des Ergebnisses in Quarantäne. Ab Oktober soll die Isolationszeit voraussichtlich auf maximal zehn Tage gesenkt werden, sie soll aber erst durch einen Test frühestens an Tag fünf verkürzt werden können.