Die Hauptreisesaison neigt sich dem Ende entgegen – doch die Corona-Zahlen steigen trotzdem in vielen Regionen weiter. Das heißt: Wer im Herbst verreisen will, muss flexibel und aufmerksam sein. Denn die Einreisebestimmungen werden ständig geändert und aktualisiert. 

Nach wie vor gelten viele Länder weltweit als Risikogebiet, weshalb Deutsche sich nach der Rückreise zu Hause isolieren müssen. Das gilt vor allem für Fernreisen, auch wenn etliche Länder die Einreise genehmigen. – aber auch beliebte Ziele in Europa stehen auf der Liste des Robert-Koch-Institutes der Risikogebiete. Neu dabei seit dem 16. September sind zum Beispiel Wien, Amsterdam und Budapest. Auch in Spanien sowie etlichen weitere Regionen in Europa, darunter in Frankreich, Kroatien, Ungarn und Tschechien, gilt das Corona-Ansteckungsrisiko weiterhin als sehr hoch.

Umgekehrt müssen Deutsche in Staaten wie Norwegen, Estland, Lettland und Litauen in Quarantäne, weil diese Deutschland als Risikogebiet einstufen.

Urlaub in Europa ohne Quarantäne für Deutsche

Es gibt jedoch auch noch eine Reihe von Ländern, in denen Urlaub von Konsequenzen derzeit flächendeckend möglich ist. Diese Staaten gelten nicht als Risikogebiet, auch nicht einzelne Regionen, und das Auswärtige Amt hat keine Reisewarnung ausgepsrochen. Hier gibt’s den alphabetischen Überblick.

Dänemark

Dänemark ist von Covid-19 weniger stark betroffen als andere Länder in Europa. Deutsche können derzeit problemlos und ohne Einschränkungen in das Land einreisen. Weder ein Corona-Test noch Quarantäne sind bei der Einreise nötig.

Vor Antritt der Reise sollten Touristen allerdings auf der Liste des dänischen States-Serum-Institutes checken, ob Deutschland weiterhin als Nicht-Risikogebiet gilt. 

Auf diese Regelungen müssen Reisende achten: In Dänemark sind Discos und Nachtclubs noch mindestens bis November 2020 geschlossen. Die Polizei hat außerdem beliebte Orten aufgelistet, die Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie am besten meiden sollten. Denn dort könne es zu größeren Menschenansammlungen kommen, die Behörden könnten Aufenthaltsverbote erlassen.

Griechenland

In Griechenland ist die Einreise für Deutsche uneingeschränkt möglich. In dem Land selbst gibt es regionale Corona-Schwerpunkte wie Athen, Xanthi und Thessaloniki – doch auch dort sind die Zahlen der Neuinfektionen unterhalb des kritischen Wertes von durchschnittlich 50 auf 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage.

Darauf müssen Reisende achten: Wer nach Griechenland will, sollte eines nicht vergessen: sich vorab anzumelden. Spätetens 24 Stunden vor der Abreise muss das Online-Formular „Passenger Locator Form“ ausgefüllt werden. Reisende erhalten dann eine Bestätigung samt eines QR-Codes, der vorgezeigt werden muss. Wer ohne einreist, muss mit einer Strafe von 500 Euro rechnen. Einige Airlines und Fährgesellschaften verweigern auch die Mitnahme.

Manche Inseln, darunter Kreta, haben außerdem die Maskenpflicht verschärft. Auf der beliebten insel gilt beispielsweise in der Hauptstadt Heraklion auf im Freien die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Grund ist ein Anstieg der Neuinfektionen.

Großbritannien

London calling: Reisen nach Großbritannien sind derzeit ohne Konsequenzen möglich – es ist weder ein Test auf Corona vor Abflug nötig noch Quarantäne. Regionale Covid-19-Schwerpunkte sind derzeit Wales, der Norden von England und der Westen von Schottland.

Darauf müssen Reisende achten: Alle Urlauber müssen sich elektronisch anmelden, und zwar frühestens 48 Stunden vor der Anreise. Großbritannien hat außerdem die Corona-Regeln im Land verschärft: Es dürfen sich nur noch maximal sechs Personen treffen, das gilt sowohl für Innenräume als auch für die Öffentlichkeit. Bei einem Verstoß drohen Strafen von 100 Pfund (umgerechnet 110 Euro), bei Wiederholungen sogar bis 3200 Pfund.

Italien

Das beliebte Urlaubsland Italien war zu Beginn besonders stark von der Coronavirus-Pandemie getroffen. Die Lage hat sich inzwischen jedoch verbessert – auch in den regionalen Schwerpunkten Lombardei, Piemont, Emilia-Romagna und Venezien sind die Neuinfektionszahlen unter dem kritischen 50er-Wert.

Deutsche dürfen ohne Einschränkungen in das Urlaubsland einreisen, wenn sie nicht zuvor in Ländern wie Kroatien, Griechenland, Malta und Spanien waren. Dann ist ein negativer Corona-Test erforderlich.

Darauf müssen Reisende achten: Grundsätzlich müssen sich Touristen nicht registrieren, es gibt jedoch drei Ausnahmen: Wer nach Sardinien, Kalabrien und Apulien. Dafür stellen die Regionen Online-Formulare zur Verfügung, berichtet das Auswärtige Amt

Malta

Eine Reise nach Malta, Gozo und Comino ist möglich – denn die Republik lässt Deutsche seit dem 1. Juli uneingeschränkt einreisen. Voraussetzung: Die Urlauber waren in den letzten 14 Tage nicht außerhalb des „sicheren Korridors“, zu dem viele europäische Länder zählen. Das muss bei der Einreise schriftlich bestätigt werden.

Darauf müssen Reisende achten: Weil die Infektionszahlen zuletzt wieder stiegen, gelten erneut strengere Regeln. Bars, Clubs und Discos sind seit dem 19. August wieder geschlossen. Auch der Betrieb von Partybooten ist untersagt. Veranstaltungen sind auf 15 Personen begrenzt.

Polen

Wer Urlaub an der polnischen Ostsee-Küste oder einen Städtetrip nach Warschau oder Krakau machen will, kann das derzeit sorglos tun. Denn die Einreise ist aus allen benachbarten EU-Staaten ohne Einschränkungen möglich. 

Regionale Covid-19-Schwerpunkte in Polen sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes einzelne Kreise und Städte der Woiwodschaften Kleinpolen und Lodz. Der kumulative Wert der Sieben-Tage-Inzidenz liegt landesweit jedoch bei niedrigen 10,41 Neuinfektionen auf 100.000 Menschen.

Darauf müssen Reisende achten: Das Land ist, ähnlich wie Frankreich, in grüne, gelbe und rote Zonen unterteilt. Je nach Infektionszahlen gelten unterschiedliche Einschränkungen, an die sich auch Reisende halten müssen.

Portugal

Deutsche können ohne Einschränkungen nach Portugal reisen und dort an der Algarve entspannen oder durch Lissabon schlendern. Allerdings ist das Land inzwischen wieder stärker von Covid-19 betroffen, das Auswärtige Amt spricht davon, dass es eine auf „mittlerem Niveu stabile Zahl an Neuinfektionen“ verzeichne. Die kumulierte Sieben-Tage-Inzidenz steigt damit auch, sie beträgt landesweit inzwischen 40,15 – das ist noch unter dem kritischen Wert von 50.

Darauf müssen Reisende achten: In Portugal ist zu unterscheiden zwischem dem Festland, Madeira und den Azoren. Für die Inseln ist ein negativer Corona-Test erforderlich, er darf bei der Einreise nicht älter als 72 Stunden sein. Alternativ muss am Flughafen ein Test gemacht werden und die Reisenden müssen bis zum Erhalt des Ergebnisses in Quarantäne.

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Auf Madeira gilt seit dem 1. August eine Maskenpflicht auch im Freien. Vor einer Reise auf die Azoren müssen Reisende 72 Stunden vor dem Abflug einen Fragebogen ausfüllen. Dann erhalten sie einen Barcode, der bei der Einreise mitgeführt werden muss. 

Schweden

Ob mit dem Flugzeug, der Fähre oder mit dem Auto über die Öresundbrücke: Reisen für Deutsche nach Schweden sind aktuell uneingeschränkt möglich. Die Einreisebeschränkungen für Staatsangehörige der EU sind aufgehoben. 

Nachdem Schweden lange stark betroffen war, sind die Infektionszahlen in dem Land inzwischen sehr niedrig. Innerhalb der vergangenen sieben Tage kamen 754 Neuinfektionen hinzu, das macht landesweit eine Inzidenz von 7,37.

Darauf müssen Reisende achten: Anders als in Deutschland gibt es in Schweden keine Maskenpflicht, jedoch sollte unbedingt Abstand gehalten werden, Menschenmassen sollten gemieden werden.

Slowenien

Slowenien ist von Corona wenig betroffen, der kumulierte Wert der Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei nur 14,85 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Und das Gute: Die Einreise für Deutsche ist uneingeschränkt möglich, einer Wanderung durch die Berge oder einem Städtetrip nach Ljubljana steht nichts im Wege.

Slowakei

Bratislava oder die Tatra sind nicht die klassischen Reiseziele der Deutschen, aber vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt für die Reise. Denn: Weder bei der Einreise noch nach der Ausreise ist ein Corona-Test oder eine Quarantäne nötig.

Gute Nachrichten auch für Transitreisende: Reisen durch die Slowakei in Richtung Österreich, Polen, Tschechische Republik und Ungarn sind wieder problemlos möglich.

Zypern

Zypern im Herbst ist immer eine gute Idee, denn in dem Inselstaat ist es im Vergleich zum Rest Europas meist noch am längsten sonnig und warm. Und gute Nachrichten: Die Einreise auf den Südteil der Insel, den griechischen, ist ohne Probleme möglich. Deutschland ist derzeit ein Land der Kategorie A, Einreisende unterliegen damit grundsätzlich keinen Einschränkungen. 

Darauf müssen Reisende achten: Wer nach Zypern will, muss sich vor dem Abflug online registrieren. Dann erhält der Urlauber den Cyprus Flight Pass. Wer ohne versucht einzureisen, muss mit Einreiseverweigerung oder einer 300-Euro-Strafe und einem verpflichtenden und kostenpflichtigen Covid-19-Test rechnen.