Asien ist gigantisch: Der Kontinent ist nicht nur flächenmäßig der größte Erdteil, sondern mit mehr als vier Milliarden Einwohnern auch der einwohnerstärkste. Ende 2019 sorgten jedoch andere News für Aufsehen und markierten den Beginn einer Entwicklung, welche die Welt aus den Angeln hob.

Die chinesische Metropole Wuhan gilt als Ursprungsort der Covid-19-Pandemie. Ende 2019 wurde dort die erste Corona-Infektion bekannt. Lange hieß es dort ebenso wie in den anderen asiatischen Ländern: Lockdown.

Inzwischen will die Provinz Hubei den Tourismus wieder ankurbeln, dafür ist aktuell der Eintritt in alle Sehenswürdigkeiten kostenlos. Aber: In den Genuss kommen nur Chinesen selbst, die Grenzen des Landes sind nach wie vor für ausländische Urlauber geschlossen. Das gilt auch für die meisten anderen 47 asiatischen Staaten – der reisereporter zeigt dir die Ausnahmen.

Eine wichtige Info vorweg: Auch wenn diese Länder ihre Grenzen öffnen, gelten sie weiterhin aus deutscher Sicht als Risikogebiete und es gilt eine Reisewarnung. Eine Reise ist also theoretisch möglich, hat aber Konsequenzen, sowohl nach der Rückreise als auch vor Ort wegen geltender Einschränkungen.

Armenien

Armenien ist nicht das klassische Urlaubsland für Deutsche, doch inzwischen gerät das kleine kaukasische Land auch als exotisches Reiseziel in den Fokus von Reisenden aus aller Welt.  Auch für Touristen aus Deutschland ist die Einreise mit dem Flugzeug wieder erlaubt, jedoch stark reduziert.

Allerdings fordert die Regierung in der Hauptstadt Eriwan, dass sich Einreisende nach Ankunft in eine vierzehntägige Selbstquarantäne begeben. Alternativ können sie sich nach ihrer Ankunft einem Corona-Test unterziehen. Fällt dieser negativ aus, können sie sich frei im Land bewegen. Touristen sind dann jedoch verpflichtet, sich an die Abstandsregeln zu halten und in geschlossenen Räumen und im Freien ihren Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Die ehemalige Sowjetrepublik in der gebirgigen Kaukasusregion zwischen Asien und Europa ist eine der frühesten christlichen Kulturen der Welt: Armenien war der erste christliche Staat der Welt: Im Jahr 301 erklärte König Trdat III. das Christentum zur Staatsreligion. Davon zeugen auch die zahlreichen Kirchen und Klöster, die dir überall im Land begegnen. 

Aserbaidschan

Über Jahrtausende brachte die Kreuzung zweier der bedeutensten Handelswege, der Seidenstraße und der Gewürzstraße, zahlreiche Menschen unterschiedlichster Kulturen in Aserbaidschan zusammen. Noch heute finden sich in dem Land an der Schwelle zu Europa Spuren antiker Kulturen, wie etwa die Ausgrabung in Xinaliq. Touristen zieht es vor allem an den Feuerberg auf Absheron oder zum Sheki-Khan-Palast in Sheki.

Deutsche Touristen können diese Kaukasus-Highlights seit Juli dieses Jahres mit Azerbaijan Airlines und Turkish Airlines durch regelmäßige Charterflüge zwischen Baku und Berlin in der Theorie erreichen. Es gibt aber strenge Regeln: Zunächst müssen Flugreisende den Airlines beim Check-in einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Zusätzlich besteht bei der Einreise eine vierzehntägige Pflicht zur häuslichen Selbstisolation. Die Quarantäne-Regeln gelten vorläufig bis zum 30. September.

Aufgrund einer Anordnung der aserbaidschanischen Regierung ist das öffentliche Leben in Aserbaidschan in den Regionen Baku, Sumgavit und Absheron zurzeit erheblich eingeschränkt. Der Betrieb der Bakuer Metro ist vollständig, der Betrieb sonstiger öffentlicher Verkehrsmittel an Wochenenden zumindest vorläufig eingestellt.

Bahrain

Die 30 Inseln des Königreichs Bahrain im Persischen Golf liegen seit der Antike im Schnittpunkt bedeutender Handelsrouten. Das Land im gilt als Geheimtipp für alle, die ein weltoffenes und tolerantes Miteinander verschiedener Kulturen im authentischen Orient erleben wollen. 

Während der Corona-Pandemie wurde die Erteilung von Visa on Arrival ausgesetzt, diese Regelung wurde zum 5. September aufgehoben. Das heißt, Deutsche dürfen wieder einreisen.

Auf diese Regelungen müssen sie sich einstellen: Alle Reisenden, die am internationalen Flughafen in Bahrain ankommen, werden bei der Ankunft auf Covid-19-Symptome hin untersucht und getestet, ein zweiter Test erfolgt nach zehn Tagen. Die zuvor zwingend vorgeschriebene Quarantäne entfällt seit dem 21. August 2020. Aber jeder Tourist muss sich die bahrainische Corona-App „Be Aware“ herunterladen. 

Bangladesch

Reisende, die den Königstiger in Bangladesch erleben wollen, müssen mit vielen Einschränkungen klarkommen. Unter anderem benötigen sie vor ihrer Einreise zwingend einen negativen Corona-Test, der maximal 72 Stunden alt sein darf. Auch ein gültiges Visum wird benötigt – Visa on Arrival werden lediglich für Investoren und Geschäftsreisende ausgestellt.

Wer sich länger als 14 Tage in Bangladesch aufhält, muss vor der Ausreise ebenfalls einen negativen Corona-Test vorlegen, frühestens 72 Stunden vor der Abreise. Der Test muss von Laboren durchgeführt werden, die von der Regierung freigegeben worden sind. Zusätzlich gilt im ganzen Land derzeit eine Ausgangssperre: von 22 bis 5 Uhr sind die Straßen menschenleer. Bei Reisen innerhalb des Landes musst du dich auf regelmäßige Polizeikontrollen und auf erhebliche Einschränkungen einstellen.

Die Geschäfte und Malls sind tagsüber geöffnet, Banken nur zu bestimmten Zeiten. Sollten die Infektionszahlen in einzelnen Regionen zu drastisch steigen, sind erneute Schließungen möglich.

China

In China nahm das Coronavirus seine Anfänge, langsam öffnet das Land wieder für die ersten Touristen. Die Grenzen wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes am 11. August für Menschen aus EU-Mitgliedsstaaten, die über eine gültige Aufenthaltsgenehmigung verfügen, geöffnet. Sie müssen jedoch vor dem Abflug einen negativen Nukleinsäuretest vorweisen, nicht chinesische Staatsbürger brauchen zudem ein spezielles Gesundheitszertifikat. Klassische Urlauber dürfen noch nicht wieder einreisen.

Internationale Flüge nach Peking sind seit dem 3. September wieder erlaubt und sollen künftig regelmäßig stattfinden. Reisende sollten aber viel Zeit einplanen: Es besteht eine Pflicht zu vierzehntägiger Quarantäne in einer staatlichen Einrichtung. 

Georgien

Die höchsten Berge des Kaukasus finden Reisende nur wenige Hundert Kilometer von der mediterran anmutenden Schwarzmeerküste entfernt. Das Land Georgien, das etwa so groß wie Bayern ist, ist fast zur Hälfte mit Wäldern bedeckt. Und, gute Nachrichten: Seit dem 8. Juli erlaubt die georgische Regierung die Einreise von Touristen aus Deutschland wieder.

Voraussetzungen: Vor der Reise müssen sie in einem elektronischen Formular den Aufenthaltsort in den 14 Tagen vor der Reise angeben sowie Kontaktdaten für den Aufenthalt in Georgien. Erfolgt die Einreise per Direktflug, besteht keine Quarantänepflicht. Allerdings ist ein negativer Corona-Test erforderlich, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

Und Vorsicht: Wer über ein Drittland einreist oder sich innerhalb der 14 Tage vor der Einreise dort aufgehalten hat, muss einen PCR-Test machen lassen und zwölf Tage lang in Quarantäne. Außerdem wird am Flughafen Fieber gemessen. Zeigt das Thermometer mehr als 37 Grad, bedeutet das ebenfalls Quarantäne – unabhängig vom Herkunftsland. Wer länger als zwölf Tage in Georgien bleibt, muss sich ebenfalls einem Corona-Test unterziehen. 

Jordanien

Weltwunder Felsenstadt Petra, die unendliche Wüste des Wadi Rum, Korallenriffe in Strandnähe am Roten Meer und Dutzende historische Stätten – das ist Jordanien. Vor allem im deutschen Herbst und Frühjahr ist das Land auf der arabischen Halbinsel beliebt bei Urlaubern, immerhin ist es dann noch schön warm rund ums Rote Meer. 

Eine Reise nach Jordanien rückt inzwischen auch wieder näher, denn am 8. September hat das Land seine Grenzen wieder für internationalen Tourismus geöffnet. Jordanien teilt Länder in verschiedene Kategorien ein: grün, gelb und rot. 

Wer aus einem grünen Land kommt, muss bei der Einreise einen maximal 72 Stunden alten negativen Coronatest vorlegen und einen erneuten Test bei der Ankunft, für den bereits vorab rund 50 Euro zu zahlen sind, machen – eine Quarantäne ist nicht notwendig. Wer aus einem gelben Land kommt, muss die beiden Tests machen und unabhängig der Ergebnisse für zwei Wochen in Quarantäne: eine in einer offiziellen Quarantäne-Einrichtung und eine Woche in häuslicher Selbstisolation. Reisende aus roten Ländern werden zusätzlich in der Woche der Selbstisolation über ein Tracking-Armband überwacht. 

Deutschland ist aktuell als gelb eingestuft, es greift also die Quarantänepflicht. Unsere Nachbarn aus Dänemark, Polen und Tschechien sind aktuell hingegen als grün gelistet. Die Bewertung kann sich jederzeit, auch kurzfristig ändern.

Zur Einreise sind weiterhin einige Dokumente notwendig, etwa ein ausgefülltes Reiseformular und ein Nachweis über eine Krankenversicherung, die eine Erkrankung mit dem Coronavirus abdeckt. Zudem müsssen Reisende die jordanische Corona-Warn-App auf ihrem Handy installiert haben. 

Kambodscha

Kombodscha zieht als Heimat des Khmer-Reiches zahlreiche Touristen an – vor allem nach Angkor Wat. Die rund 1000 Jahre alten Tempelanlagen im Regenwald sind eines der Highlights, welches das Land bietet.

Die Einreise ist auch in der Corona-Pandemie weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen möglich – wenn auch kompliziert und kostspielig. Visa on Arrival werden weiterhin nicht ausgestellt.

Aber: Am 20. Mai hat das kambodschanische Gesundheitsamt das Einreiseverbot für Reisende aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, den USA und dem Iran aufgehoben. Aber nur für Reisende, die noch im Besitz eines gültigen kambodschanischen Visums sind. Zusätzlich benötigen Reisende ein Gesundheitszeugnis, das den Nachweis über einen negativen Corona-Test enthält, der nicht älter als 72 Stunden ist, und eine Reisekrankenversicherung.

Angekommen in Kambodscha, müssen Reisende sich erneut einem Corona-Test unterziehen und in einer speziellen Unterkunft bis zu 24 Stunden auf das Ergebnis warten. Unausweichlich ist dann noch eine vierzehntägige Quarantäne, die bei positivem Ergebnis allen Passagieren desselben Fluges droht. 

Die Kosten für den Corona-Test, eventuelle Behandlungen und Unterbringungen während der Quarantäne müssen Reisende selbst tragen. Außerdem müssen sie eine Kaution von 2000 US-Dollar in bar bei der Einreise hinterlegen. Die Kosten für einen Corona-Test betragen dabei 165 US-Dollar. Die Kosten für mögliche Behandlungen oder eine Unterbringung in einer Quarantäneeinrichtung belaufen sich auf 2000 US-Dollar. 

Kirgistan

Kirgistan – dieses Land ist noch eher unbekannt bei deutschen Touristen. Dabei hat es vor allem Aktivurlaubern so einiges zu bieten: Gebirgsketten, Seen und endlose Steppen.

Das im März verhängte generelle Einreiseverbot wurde für deutsche Staatsangehörige aufgehoben – sofern sich die epidemiologische Lage in Deutschland nicht deutlich verschlechtert. Flugreisen nach Kirgistan sind aktuell wieder möglich, allerdings nach wie vor eingeschränkt.  

Libanon

Die Geschichte des Libanon beschreibt auch einen der am längsten besiedelten Räume der Erde. In seiner wechselvollen Geschichte hat das Land im Mittleren Osten zahlreiche Aufs und Abs durchstanden. Nach der schweren Explosion im Hafen von Beirut vom 4. August dieses Jahres haben die Unruhen im Land erneut zugenommen. Auch die deutsche Botschaft in Beirut wurde durch die Explosion beschädigt. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für den Libanon ausgesprochen.

Die Behörde teilt außerdem mit, dass der Flughafen in Beirut momentan geöffnet, allerdings nicht in vollem Umfang nutzbar ist. Reisende aus Deutschland müssen neben einem negativen Corona-Test, der maximal 96 Stunden alt ist, bei ihrer Ankunft erneut einen PCR-Test machen. Das Ergebnis wird den Reisenden binnen 24 Stunden mitgeteilt.

Außerdem ist während des Aufenthalts mit Einschränkungen des öffentlichen Lebens, insbesondere bei der Freizeitgestaltung und der Bewegungsfreiheit, zu rechnen: Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre, ein Verbot von Menschenansammlungen, die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhe zu tragen, sowie die Aufforderung, Social Distancing zu betreiben.

Malediven

Eine Reise ins Inselparadies der Malediven ist für Touristen aus Deutschland seit dem 15. Juli grundsätzlich wieder möglich, die umfangreichen Gesundheits- und Hygieneregeln gelten jedoch weiterhin. Wer einen Trip zu den Malediven plant, sollte an einen negativen, englischsprachen Corona-Test denken, der bei der Abreise maximal 72 Stunden alt ist. Außerdem müssen sich Touristen derzeit noch damit begnügen, sich lediglich auf der Insel aufzuhalten, für die eine Unterkunft gebucht wurde.

Treten auf der Insel Infektionen auf, kann es sein, dass sie vorübergehend abgeriegelt wird, um eine Ausbreitung zu verhindern. Du solltest bei deiner Reiseplanung auch bedenken, dass die Kapazitäten des maledivischen Gesundheitssystems bei zunehmenden Infektionsfällen ziemlich begrenzt sind. Es gilt daher auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. 

Südkorea

In Südkorea trifft Tradition auf Moderne. In den spannenden Städten des Landes auf der Koreanischen Halbinsel, wie etwa der Hauptstadt Seoul, gibt es jede Menge zu entdecken und zu erleben – und das am Tag ebenso wie in der Nacht.

Seit Beginn der Corona-Krise ist die visumsfreie Einreise für deutsche Staatsangehörige nicht mehr möglich. Für die Einreise benötigen sie ein medizinisches Attest in englischer oder koreanischer Sprache, das auch über mögliche Corona-Symptome Auskunft gibt.

Eine Untersuchung erfolgt zusätzlich vor dem Einchecken: Beim „pre-boarding check“ wird vor allem die Körpertemperatur gemessen. Hast du es dann nach Südkorea geschafft, musst du dich in vierzehntägige Quarantäne begeben, was zusätzliche Kosten bedeutet. Auch die Kosten für einen verpflichtenden Corona-Test werden nicht von der Republik Korea übernommen.

Tadschikistan

Reisen in das zentralasiatische Land Tadschikistan sind grundsätzlich möglich, wenn ein Visum vorliegt, erfordern allerdings die Bereitschaft, eine vierzehntägige Quarantäne in einer staatlichen Einrichtungen auf sich zu nehmen, wenn kein negatives Corona-Testergebnis bei der Einreise vorgelegt werden kann, das nicht älter als 48 Stunden ist.

Staatliche Institutionen und private Firmen, insbesondere Shopping-Malls, Bekleidungsgeschäfte, Restaurants und Bars, haben ihren Betrieb wieder aufgenommen, ebenso Schulen und Universitäten. In der Öffentlichkeit gilt wie in Deutschland die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Taiwan

Für Touristen ist die Einreise nach Taiwan weiterhin nicht möglich. Erlaubt sind nur Geschäftsreisen, Besuche von Familienangehörigen und Besuche zu anderen Zwecken als privaten und touristischen. Aufenthalte sind maximal bis zu drei Monate mit gültigem Visum erlaubt. Alle Einreisenden müssen sich zunächst 14 Tage in Isolation begeben – entweder zu Hause, in einem Hotel, einer Privatunterkunft oder in einer von der Regierung bestimmten Quarantäneunterkunft.

Die Einhaltung der Quarantänemaßnahmen wird von den taiwanischen Gesundheitsbehörden streng überwacht. Die Nichtbeachtung wird mit empfindlichen Geldstrafen geahndet. Natürlich musst du auch bei deiner Einreise in Taiwan einen negativen Corona-Test in englischer Sprache vorlegen können, der in diesem Fall nicht älter als drei Tage sein darf. Vor Ablauf deiner Quarantäne erfolgt ein weiterer Covid-19-Test, den du selbst bezahlen musst. 

Vereinigte Arabische Emirate

Die Vereinigten Arabischen Emirate erlaubten Touristen seit dem 7. Juli wieder die Einreise. Voraussetzung: Sie müssen sie eine Auslandsreisekrankenversicherung nachweisen können. Vor dem Flug muss beim Check-in ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 96 Stunden ist. Bei der Einreise wird in der Regel ein weiterer PCR-Test durchgeführt.

Und: Reisende müssen damit rechnen, nach der Einreise zwei Wochen in Quarantäne zu müssen, in Abu Dhabi ist das sogar Pflicht. Außerdem müssen Touristen damit rechnen, zum Download und zur Registrierung in der Tracing-App „Al Hosn UAE“ verpflichtet zu werden. Das sind nur einige der Einschränkungen, das Auswärtige Amt listet alle im Überblick auf.