Mit 54 Staaten hat Afrika die meisten Länder aller Kontinente. Während Südafrika besonders schlimm vom Coronavirus betroffen ist und plant, voraussichtlich erst 2021 die Grenzen wieder zu öffnen, und auch Nachbarstaaten wie Namibia, Simbabwe oder Botswana, die bei Safari-Touristen hoch im Kurs stehen, ihre Grenzen noch abschotten, begrüßen einige andere wieder Touristen – also Reisepass einpacken und los geht's. 

Aktuell haben 18 Staaten ihre Grenzen trotz Covid-19-Pandemie wieder für Reisende aus Deutschland geöffnet, am 5. September soll Nigeria als 19. Land folgen. Die Öffnung der Flughäfen wurde dort kurzfristig um eine Woche verschoben.

Allerdings gilt in allen Ländern nach wie vor eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes– Reisende sollten sich also vorab um Versicherungen kümmern, die trotz Reisewarnung gelten. Auch über Konsequenzen bei der Rückkehr nach Deutschland wie einen Corona-Test sollten sich Urlauber bewusst sein.

Ägypten

1,7 Millionen Deutsche reisen jährlich nach Ägypten – damit ist das Land an Mittelmeer und Rotem Meer mit Abstand das beliebteste Reiseziel in Afrika unter Deutschen. Im Corona-Jahr 2020 ist eine Reise nach Ägypten allerdings mit einigen Herausforderungen verbunden – immerhin gilt nach wie vor die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. 

Die Behörde weist speziell für Ägypten auch darauf hin, dass das Testprozedere nicht transparent ist und eine hohe Dunkelziffer an Corona-Infektionen vermutet wird.  

Eine Einreise nach Ägypten ist für Deutsche aber grundsätzlich wieder möglich. Bei der Ankunft müssen Reisende eine Gesundheitskarte ausfüllen, die auch den Versicherungsschutz abfragt.

Außerdem muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der maximal 72 Stunden alt ist. Im August waren beliebte Feriengebiete wie Marsa Alam, Hurghada und Scharm el-Scheich davon ausgenommen, das hat sich zum 1. September aber geändert. Ein Test ist nun generell vorgeschrieben.

Äthiopien

Äthiopien ist nicht das klassische Urlaubsland für Deutsche, auch wenn der ostafrikanische Staat in den vergangenen Jahren immer beliebter wurde.

Generell ist eine Einreise nach Äthiopien seit August wieder möglich, auch zu touristischen Zwecken, allerdings muss trotz eines negativen Corona-Tests, der bei der Einreise in englischer Sprache verlangt wird und maximal fünf Tage alt sein darf, eine vierzehntägige Quarantäne abgehalten werden. Wer keinen Corona-Test vorweisen kann, wird auf eigene Kosten für sieben Tage auf einer staatlichen Quarantänestation untergebracht. Ein weiterer Covid-19-Test erfolgt bei der Ankunft.

Viele Reisende kennen Äthiopien vor allem durch den Transit – Passagiere müssen auf Flügen ins östliche und südliche Afrika oft in Addis Abeba umsteigen. Für den Transit-Bereich ist kein negativer Corona-Test notwendig. Wer viel Aufenthaltszeit hat, kann auf eigene Kosten eine der staatlichen Quarantäneeinrichtungen am Flughafen nutzen.

Burkina Faso

Burkina Faso war schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie mit Reisewarnungen versehen, nachdem es immer wieder zu Unruhen und terroristischen Handlungen kam. 

Solltest du dennoch nach Burkina Faso reisen wollen, musst du bei der Einreise einen negativen Covid-19-Test vorlegen, der maximal fünf Tage alt sein darf. Zudem musst du deinen Aufenthaltsort und Kontaktinformationen hinterlassen und eine Gesundheitserklärung ausfüllen. 

Demokratische Republik Kongo

Die Demokratische Republik Kongo verfügt über eine der spannendsten Landschaften der Welt: Das Kongobecken mit den Regenwäldern, in denen zahlreiche Lebewesen ihre Heimat gefunden haben, erloschene Vulkane und mehr gibt es hier zu entdecken. 

Seit dem 15. August erlaubt die Demokratische Republik Kongo wieder internationale Besucher im Land. Bei der Einreise muss ein maximal drei Tage alter negativer Corona-Test vorgelegt werden. In öffentlichen Gebäuden sowie im gesamten Stadtgebiet der Hauptstadt Kinshasa gilt eine Mundschutzpflicht.

Aus verschiedenen Gründen rät das Auswärtige Amt aber stark von Reisen in die Demokratische Republik Kongo ab. So ist das Gesundheitssystem enorm schlecht, auch ausländische Gäste können im Falle einer Erkrankung – mit Corona oder auch anderen Erregern – nicht angemessen versorgt werden.

Zudem kommt es immer wieder zu Unruhen, Terroranschlägen (vor allem im Osten und Nordosten) und Ausbrüchen verschiedener Krankheiten wie zuletzt Ebola. Erst 2019 wurde der beliebte Virunga-Nationalpark, in dem Gorillas leben, geschlossen, nachdem Touristen entführt worden waren.

Dschibuti

Das kleine ostafrikanische Land Dschibuti am Golf von Aden, eingerahmt von Äthiopien, Somalia und Eritrea, hat seit dem 17. Juli wieder für den internationalen Tourismus geöffnet. Bei der Einreise müssen sich Touristen einem Corona-Schnelltest unterziehen, der 25 US-Dollar kostet. 

Es besteht im Land dort eine Mundschutzpflicht, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Einrichtungen wie Restaurants oder Bars sind wieder normal geöffnet.

Ghana

Ghana hat zuletzt seine Grenzen geöffnet, zumindest via Luftweg: Seit dem 1. September dürfen wieder alle Airlines auf dem Hauptstadtflughafen in Accra starten und landen, und auch Touristen dürfen damit wieder einreisen. See- und Landgrenzen bleiben zunächst geschlossen, meldet „Ghanaweb“. 

Alle Personen, die in Accra ankommen, müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der maximal 72 Stunden alt ist. Dennoch ist ein zweiter Test direkt bei der Ankunft notwendig: Bei dem Schnelltest, für den Reisende maximal 75 Euro zahlen müssen, liegt das Ergebnis binnen 30 Minuten vor. Im gesamten Flughafen-Bereich gilt überdies Maskenpflicht.

Endlose weiße Sandstrände, auf Tuchfühlung mit Elefanten im Mole-Nationalpark oder eine Wanderung zu den Wli Falls, den höchsten Wasserfällen Westafrikas: Wenn du für deine Reise nach Ghana noch Inspiration benötigst, haben wir etwas für dich. Das westafrikanische Land ist nämlich einer unserer reisereporter Top Places 2020.

Kenia

Kenia hat seit dem 1. August die internationalen Flughäfen wieder geöffnet, eine Einreise für Deutsche ist ohne Quarantäne möglich. Kenia hat eine Liste erstellt mit Ländern, die die ansonsten gültige Quarantänepflicht umgehen können, dazu gehören aktuell alle europäischen Staaten. Die Liste wird permanent aktualisiert.

Vor dem Abflug muss online ein Gesundheitsformular ausgefüllt werden, eine Einreise ist nur mit dem QR-Code möglich, den Passagiere dadurch erhalten. Bei der Ankunft wird zudem ein negativer Corona-Test verlangt, der maximal 96 Stunden vor dem Abflug gemacht wurde.

Positiv für alle Reisenden, die sich derzeit nach Kenia begeben: Um den Tourismus wiederzubeleben, wurden in allen staatlichen Nationalparks und Reservaten die Eintrittspreise gesenkt– für Einheimische wie für Touristen. Eine Safari wird jetzt also deutlich günstiger. Ausgenommen davon ist die Masai Mara, in der sich aktuell mehr als 1,5 Millionen Gnus und Zebras auf Wanderschaft gen Serengeti in Tansania begeben. 

Liberia

Die Ausgangssperren in Monrovia und Umgebung sind noch nicht aufgehoben, und es bestehen weitreichende Beschränkungen im gesamten Land, doch Liberia hat sich bereits wieder für den internationalen Tourismus geöffnet.

Bei der Ankunft über den Luftweg muss ein maximal 48 Stunden alter negativer Corona-Test vorgelegt werden. Ist der Test älter oder liegt keiner vor, wird einer bei der Ankunft durchgeführt. Bis zum negativen Ergebnis muss der Reisende dann allerdings in staatlich verordnete Quarantäne.

Marokko

Marokko erlaubt trotz stark steigender Infektionszahlen laut der Airline Royal Air Maroc ab kommender Woche wieder die Einreise aus 67 Ländern, darunter auch alle Staaten der Europäischen Union. Reisende müssen demnach einen maximal 72 Stunden alten negativen Coronatest und eine Hotelreservierung vorweisen.

Allerdings gibt es im Land noch sehr viele Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Marokko ist nach wie vor in Teilen im Lockdown, die beliebten Touristen-Hotspots Tangir, Marrakesch, Fez und Casablanca bleiben geschlossen. Weder dürfen Anwohner die Städte verlassen, noch dürfen Nicht-Anwohner in die Städte. 

Auf Seiten des Auswärtigen Amtes ist von der Grenzöffnung noch nichts zu lesen, die Deutsche Botschaft Rabat weist auf ihrer Facebook-Seite auf den enorm eingeschränkten Fähr- und Flugbetrieb hin. So können Touristen zwar offenbar wieder einreisen, allerdings nur mit Royal Air Maroc und Air Arabia, die Flüge sind nur über die Airlines direkt buchbar. Wann die Grenzen wieder regulär öffnen, ist noch nicht bekannt.

Namibia

Namibia hat am 1. September die Öffnung des Hauptstadtflughafens Hosea Kutako International Airport in Windhuk bekannt gegeben. Erste kommerzielle Flüge werden ab dem 11. September erwartet. Eine Einreise ist dann auch wieder für Touristen aus Deutschland möglich – wie zuvor auch ist hierfür kein Visum notwendig.

Allerdings behält sich die Regierung in Namibia vor, bei steigenden Covid-19-Fallzahlen Reiserestriktionen wieder aufrecht zu erhalten.

Die Einreise ist mit einigen Beschränkungen verbunden: Airlines sind angehalten, nur Passagiere mitzunehmen, die einen negativen Corona-Test vorweisen können, der maximal 72 Stunden alt ist. Zudem muss am Flughafen sowohl ein Gesundheitsfragebogen als auch ein Einreiseformular abgegeben werden. In einer zertifizierten Unterkunft müssen sich Reisende dann sieben Tage selbst isolieren – erst danach darf das Land erkundet werden.

Urlauber sind zudem verpflichtet, eine Krankenversicherung zu haben, die sowohl Erkrankungen (auch mit Covid-19) abdeckt als auch einen unerwarteten längeren Aufenthalt aufgrund von Quarantänemaßnahmen oder plötzlichen Reiserestriktionen. Landesweit gilt eine Ausgangssperre von 20 bis 4 Uhr, zudem ist die Bewegungsfreiheit in den Städten stark eingeschränkt.

Ruanda

Ruanda war im Juni eines der ersten Länder in Afrika, das während der Corona-Pandemie seine Grenzen wieder geöffnet hat. Galt das zunächst nur für Reisende in Charter-Flügen, wurde der reguläre Flugverkehr am 1. August wiederaufgenommen – wenn auch nach wie vor mit Einschränkungen.

Wenn du nach Ruanda reisen willst, musst du dich nach aktuellem Stand drei Corona-Tests unterziehen: einem maximal fünf Tage vor Abflug, einem direkt bei Ankunft für rund 60 US-Dollar und einen maximal fünf Tage vor dem Rückflug für rund 50 US-Dollar. Nach der Einreise muss ein anerkanntes Transferhotel gebucht werden, in dem die Zeit bis zum negativen Testergebnis in Isolation verbracht werden muss.

Für die Einreise ist es zudem erforderlich, dass du eine Gesundheitskarte online ausfüllst. Darauf muss das Ergebnis des ersten Tests eingetragen werden und der Name des Transferhotels. Des Weiteren müssen Buchungsbestätigungen für alle Unterkünfte während des Aufenthalts offengelegt werden.

Wenn du das alles auf dich genommen hast, bekommst du in Ruanda aber einiges geboten. Denn um Touristen anzuwerben, hat der Staat die Preise für das beliebte Gorilla-Trekking deutlich reduziert: Statt 1500 US-Dollar für eine Tour musst du bis zum 31. Dezember nur noch 500 US-Dollar zahlen.

Sambia

Löwen und Elefanten in den Nationalparks, die umtriebige Hauptstadt Lusaka, dazu das Naturwunder Victoria Falls: Sambia ist immer eine Reise wert. War das bis vor Kurzem wegen Corona nicht möglich, kannst du jetzt wieder planen: Die Einreise ist wieder möglich. Hierfür musst du nur einen maximal zwei Wochen alten negativen Corona-Test vorweisen. 

Während sambische Staatsangehörige und Menschen, die eine Aufenthaltsgenehmigung haben, in vierzehntägige Quarantäne müssen, gilt das für Besucher und Touristen nicht. Du kannst also direkt zu den Sehenswürdigkeiten aufbrechen.

São Tomé und Príncipe

Das zweitkleinste Land Afrikas ist das Insel-Archipel São Tomé und Príncipe. Die Inseln bestehen hauptsächlich aus Regenwald – und dazu gibt es wunderschöne, einsame Strände und die angeblich beste Schokolade der Welt.

Die Einreise nach São Tomé und Príncipe ist prinzipiell wieder möglich, ein negativer Covid-Test, der maximal 72 Stunden alt sein darf, muss aber vorgelegt werden. Auf den Inseln gilt auch im Freien eine Maskenpflicht, die von Einheimischen häufig nicht beachtet wird. Märkte und sonstige Einrichtungen sind wieder normal geöffnet, sogar Kreuzfahrtschiffe dürfen wieder anlegen.

Senegal

Rein für Urlaubszwecke ist der Senegal noch geschlossen; Deutsche, die einen wichtigen Grund vorweisen, etwa weil sie Familie dort haben, weil sie im Senegal studieren oder für eine Hilfsorganisation arbeiten, dürfen aber wieder einreisen. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorweisen, der maximal sieben Tage alt ist, und sich online registrieren.

Seychellen

Lust auf weiße Sandstrände, türkisfarbenes Meer und viel Sonne? Die Seychellen, das kleinste Land Afrikas, erlauben wieder Touristen auf den Inseln, zumindest aus einigen Ländern. Auf einer Risikoliste sind Länder registriert, deren Bürger einreisen dürfen – Deutschland wird aktuell mit einem mittleren Risiko angegeben, die Einreise ist erlaubt.

Bei der Einreise muss ein maximal 72 Stunden alter negativer Corona-Test vorgelegt werden. Außerdem müssen Reisende Buchungsbestätigungen von zertifizierten Unterkünften vorweisen, innerhalb einer Woche darf die Unterkunft maximal einmal gewechselt werden. Corona-Test sowie Flug- und Hotelbestätigung müssen vorab per Mail (visitor@health.gov.sc) an die Behörden übermittelt werden. 

Sierra Leone

In Sierra Leone gilt noch eine nächtliche Ausgangssperre, und in der Öffentlichkeit soll ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, dennoch dürfen die ersten Reisenden wieder in das westafrikanische Land. Hierfür muss online eine kostenpflichtige Genehmigung bei der Regierung beantragt werden – dafür ist ein maximal 72 Stunden alter negativer Corona-Test notwendig. 

Simbabwe

Am 3. September hat Simbabwes Regierung auf einer Pressekonferenz angekündigt, dass der Tourismussektor wieder vollumfänglich operieren darf, Safari-Touren, Bootsfahrten oder Bungeejumping sind künftig wieder erlaubt. Es gibt regelmäßige Flüge mit Ethiopian Airlines.

Unklar ist derzeit allerdings noch, ob die bisherige Quarantänepflicht für deutsche Reisende, die sich zwei Wochen in einer staatlichen Einrichtung isolieren mussten, wegfällt. Das Auswärtige Amt weist aktuell noch auf die Quarantänepflicht hin, auf der Pressekonferenz der Regierung am Donnertsag gab es hierzu keine weiteren Erläuterungen.

Tansania

Tansania gilt als eines der Länder, die am entspanntesten mit der Covid-19-Pandemie umgehen. Bereits seit Juni sind die Grenzen wieder geöffnet, auch der Alltag, etwa der Schulbetrieb, wurde schnell wieder normalisiert. Offiziell hat das Land nur 509 Corona-Fälle vorzuweisen, allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.

Dennoch: Reisen nach Tansania und damit auch zur Safari in die Serengeti oder zu den Traumstränden auf Sansibar sind für Deutsche möglich – hierfür ist auch kein Corona-Test oder eine vorherige Anmeldung notwendig. Allerdings verlangen einige Airlines, die Tansania anfliegen, einen negativen Corona-Test, ansonsten wird der Flug verweigert.

Togo

Voodo-Kult, weiße Sandstrände und Regenwälder – das ist das kleine westafrikanische Land Togo. Die Landgrenzen sind noch geschlossen, der internationale Flugverkehr wurde am 1. August aber wieder aufgenommen.

Vor der Anreise müssen sich Touristen online registrieren, zudem ist bei der Einreise ein negativer Corona-Test vorzulegen. In Togo gilt eine allgemeine Maskenpflicht.

Tunesien

Tunesien hat bereits Ende Juni seine Grenzen für Touristen wieder geöffnet, seit Ende August allerdings ist Deutschland als Land mit mittlerem Corona-Risiko eingestuft. Das bedeutet, dass Reisende aus Deutschland bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen und sich danach für sieben Tage in häusliche Quarantäne begeben müssen. Nach sieben Tagen kann die Quarantäne durch einen weiteren negativen Corona-Test aufgehoben werden.

Bei Reisewarnungen werden in Deutschland zwar nahezu alle Pauschalreisen abgesagt, falls du dennoch eine erwischt hast, die stattfindet, hast du doppelt Glück. Pauschalreisende sind nämlich, selbst wenn sie aus „Liste Orange“-Ländern kommen, von der Testpflicht befreit. Bei Ausflügen müssen Pauschalreisende von einem Reiseleiter begleitet werden.