Spanien, Teile der Türkei und Frankreichs– für viele beliebte Reiseziele der Deutschen gilt (wieder) eine Reisewarnung. Hinzu kommt die Angst vor einer zweiten Welle des Coronavirus. Kein Wunder, dass viele im Herbst lieber Urlaub im eigenen Land machen wollen.

Wo aber lässt sich die Zeit zwischen Sommer und Winter am besten genießen? Wir haben da ein paar Empfehlungen für Reiseziele in Deutschland gesammelt – und reisen im September und Oktober in Orte am Meer, in den (Wein-)Bergen und in pulsierende Städte.

Sächsische Schweiz

Die spektakulären Felsformationen der Sächsischen Schweiz an der tschechischen Grenze sind eigentlich längst kein Geheimtipp mehr. Im Herbst versprühen die Wälder und Felsen im Elbsandsteingebirge einen märchenhaften Charme. Besonders cooles Fotomotiv: die Basteibrücke. In einem weiteren Artikel haben wir dir übrigens die zwölf sehenswertesten Felsen in der Sächsischen Schweiz gesammelt.

Wer davor oder danach noch Lust auf einen Städtetrip hat, erkundet Dresden. Die Elbmetropole trumpft mit Sehenswürdigkeiten wie der Frauenkirche, der Semperoper und dem Zwinger. Wenn du die sächsische Hauptstadt noch nicht kennst, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, sie endlich kennenzulernen!

Mosel

Früher hatte das Weinanbaugebiet entlang der Mosel eher ein angestaubtes Images. Längst aber haben auch jüngere Zielgruppen den Reiz des deutschen Moseltals erkannt. Wer sich auspowern will, erkundet die Region auf dem Moselsteig beim Wandern auf bis zu 365 Kilometern oder auf dem Moselradweg. Er gehört laut dem aktuellen ADFC-Ranking zu den schönsten Radwegen Deutschlands.

Auf der 248 Kilometer langen Route sehen Urlauber die steilsten Weinberge Europas und somit eine einzigartige Landschaft. Aber keine Sorge: Die Berge müssen sie nicht hinauffahren, sondern können sie entspannt von unten bewundern. Unterwegs lohnt ein Stopp in einem der Winzerorte und eine Weinprobe auf einem der Weingüter.

Lüneburger Heide

Spontan Lust auf Urlaub? Wer noch im Frühherbst verreisen will, findet in Norddeutschland gerade ein wunderschönes Naturphänomen: Die Lüneburger Heide blüht! Aktuell hat die Blüte fast ihren Höhepunkt erreicht, schnell sein lohnt sich also. Generell gilt die Faustregel für die Blütezeit: 8. August bis 9. September. Ein tolles Fotomotiv! Den tagesaktuellen Stand der Heideblüte erfährst du auf der Website des Nationalparks.

So idyllisch ist nur die Lüneburger Heide.

Die Lüneburger Heide ist dir zu voll? In Deutschland gibt es auch andere Heidelandschaften! Zu den berühmtesten gehören die Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt, die Senne und die Ohlsiger Heide in Nordrhein-Westfalen oder die Schorfheide in Brandenburg.

Fischland-Darß-Zingst

Von Mitte September bis Ende Oktober herrscht ein reger Ansturm auf Fischland-Darß-Zingst – vor allem gefiederter Natur. Dann machen bis zu 70.000 Kraniche auf ihrem Weg in ihre Winterquartiere auf der Halbinsel in Mecklenburg-Vorpommern Rast.

Doch auch am Boden bieten sich Tierfreunden wahre Schauspiele: Im Herbst ist Brunftzeit der Hirsche. Die männlichen Tiere liefern sich dann Paarungskämpfe, um ihre Auserwählte zu bezirzen.

Hirsche in der Nähe von Zingst: Vor allem zur Brunftzeit zieht es zahlreiche Fotofreunde aus ganz Deutschland auf die Halbinsel.

Wer die Kraniche nicht nur beobachten, sondern auch fotografieren will, findet in Zingst an der Ostsee mehrere Möglichkeiten, um Profi-Equipment zu leihen. Ein Spaziergang durch das Künstlerdörfchen Ahrenshoop und entlang den kilometerlangen Stränden darf natürlich auch im Herbst nicht fehlen!

Teutoburger Wald

Im Herbst breitet die Natur zu Hermanns Füßen den bunten Teppich aus und kleidet die Bäume im Teutoburger Wald in Gelb, Rot und Braun. Hermann? Die Rede ist von Deutschlands größter Statue, dem rund 53 Meter hohen Hermannsdenkmal. Es soll an den Cheruskerfürsten Arminius erinnern, der den Germanenstämmen bei der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre neun nach Christus zu einem Sieg gegen die Römer verhalf.

Mehr als 2000 Jahre später geht es hier wesentlich gesitteter zu. Der „Teuto“ zieht sich durch NRW und Niedersachen und ist ein Paradies für Wanderer, die den Indian Summer in Deutschland erleben wollen. 

Wer im Herbst die Externsteine erklimmt, bekommt malerische Aussichten wie diese geboten.

Neben dem Hermannsdenkmal zählen die Externsteine zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Mittelgebirges. Tipp: Noch bis Mitte September findet am Hermannsdenkmal die Open-Air-Kinoreihe „Mondscheinkino“ statt.

Rhön

Mystisch wird’s in der Rhön. Das Mittelgebirge befindet sich im Grenzgebiet von Bayern, Hessen und Thüringen. Zahlreiche Burgen und Ruinen, das Rote und das Schwarze Moor sowie die Wasserkuppe, mit 950 Metern der höchste Berg in der Rhön, locken Besucher ins Herz von Deutschland.

Etliche Wanderwege durchziehen das Mittelgebierge, darunter der Fernwanderweg Hochröhner. Besonders die Moore katapultieren Wanderer gedanklich in eine Märchenwelt, wenn dort am frühen Morgen dichter Nebel hängt.

Mystische Stimmung im Schwarzen Moor in der Rhön.

Hamburg

Keine Lust auf Wandern und Natur? Wer den Herbst mit einer großen Portion Kultur einläuten will, ist in Hamburg richtig. Trotz Corona läuft dort noch bis Ende September die Veranstaltungsreihe „Draußen im Grünen“ im Park Planten un Blomen.

Bei einem Besuch kannst du die Spätsommerabende bei Open-Air-Konzerten, Poetry-Slams oder Live-Podcasts ausklingen lassen. Zu Gast sind unter anderem Michael Schulte, Pohlmann, Patrice, Die Höchste Eisenbahn und der Podcast „Feuer und Brot“.

In der herbstlichen Umgebung von Planten un Blomen finden im September Open-Air-Konzerte statt.

Und auch sonst lohnt sich Hamburg im Herbst: Rund um die Alster, am Ufer der Elbe und auch in den Szenevierteln kannst du die goldenen Stunden und ersten kühlen Tage genießen. Dazu ein Fischbrötchen auf die Hand – was will man mehr? Einen Regenschirm solltest du trotzdem einpacken – Hamburger Schietwetter gibt’s schließlich auch im Herbst!