Mal eben auf einer Luxusreise russische Städte und die Polarlichter in Norwegen sehen, von Bangkok aus nach Singapur reisen oder fast schon königlich von Mumbai nach Delhi fahren – Luxuszüge machen es möglich.

Statt mit einem Kreuzfahrtschiff oder Flugzeug kannst du die Welt auch umweltfreundlich auf den Schienen erkunden. Einige Reiseziele sind aufgrund der Corona-Pandemie zwar noch nicht für deutsche Touristen erreichbar, dennoch sind Reisen mit diesen spektakulären Luxuszügen perfekt für deine Bucket List.

Mit dem Eastern and Oriental Express durch Asien reisen

Einmal mit dem Eastern and Oriental Express fahren – das ist der Traum so einiger Asien-Fans. Der Zug ist fast 400 Meter lang, hat 22 Wagons für 132 Passagiere und bis zu 47 Bedienstete. Reisende können zwischen drei Kategorien wählen: Pullman-Abteile, State-Abteile und Präsidenten-Suiten.

Allein schon in den rund sechs Quadratmeter großen Pullmann-superior-Abteilen gibt es eine Klimaanlage, private Badezimmer, flauschige Sitzbänke, die zur Nacht in ein bequemes Bett umgewandelt werden können, glänzende Messingbeschläge, schwere Vorhänge und frische Blumen auf dem Tisch am Fenster. Außerdem steht ein Steward per Klingel Tag und Nacht zur Verfügung.

Die zwei Präsidenten-Suiten verfügen ebenfalls über all das, sind aber mit rund zwölf Quadratmetern doppelt so groß und im Stil einer privaten Lounge gestaltet. Dementsprechend verfügen sie über eine kostenlose Minibar. 

Für Unterhaltung an Bord sorgen eine Bibliothek, ein Barwagen mit Pianist, ein Salon-Wagen sowie der offene Panoramawagen für einmalige Ausblicke. Bei den Stopps kannst du große Städte, malerische Fischerdörfer, Teeplantagen und traumhafte Strände erkunden.

Wie aufregend eine Fahrt mit dem Eastern and Oriental Express sein kann, erzählt dir reisereporter André Lamberz. Er ist vier Tage lang von Bangkok über Wang Po zum River Kwai und von dort über Kuala Lumpur durch Malaysia bis nach Singapur gefahren.

Der Venice-Simplon-Orient-Express fährt durch ganz Europa

Lust auf Luxus pur? An Bord des Venice-Simplon-Orient-Express findest du ihn im Überfluss. Eine Fahrt ist wie eine Zeitreise in die glamourösen 20er-Jahre. Stilecht mit Zugführern in schicker Uniform, rüschigem Speisewagen und Pianomusik im Barwagen.

Der Zug ist mit luxuriösen Doppel- und Einzelabteilen sowie Cabin Suites ausgestattet – zwölf Kabinen gibt es insgesamt. In deinem Abteil schläfst du aber nicht nur, dort werden dir auch Frühstück und Nachmittagstee serviert. Auf Wunsch steht dir ein Steward zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung.

Die klassische Route führt von London nach Venedig mit einer Übernachtung. Manchmal werden aber auch andere Ziele angeboten, darunter Berlin, Paris, Prag, Budapest und Istanbul.

Einziger Nachteil: Der Luxus spiegelt sich auch im Preis wieder. Mit Kosten um 2500 Euro pro Nacht ist eine Fahrt mit diesem Nachtzug wohl eher eine Once-in-a-lifetime-Erfahrung.

Mit dem Belmond Hiram Bingham nach Machu Picchu reisen

Du wolltest schon immer mal die bekannte Inka-Stadt Machu Picchu in Peru besuchen, traust dir die 75 Kilometer lange Wanderung auf dem Inka Trail von der Stadt Cusco aus aber nicht zu – und etwas Luxus auf der Reise könnte nicht schaden? Dann ist vielleicht der Belmond Hiram Bingham das perfekte Transportmittel für dich. 

Benannt ist der Luxuszug nach dem amerikanischen Archäologen, der die Inkazitadelle im Jahr 1911 entdeckte. Die Fahrt verbindet Cusco mit der Bahnstation Aguas Calientes. Der Zug fährt vom felsigen Hochland mitten in den Urwald – vorbei an Gebirgsbächen und Lehmhütten, Kühen und Lamas.

Auf der Reise treffen auch Reichtum und Armut aufeinander. Denn während die Fahrgäste im Inneren auf Sesseln entspannen, aus den Panoramawagen in die peruanische Landschaft schauen und Musik auf Gitarre, Flöte sowie Handtrommel lauschen, fährt der Zug auch durch ein Elendsgebiet.

Die Reise gibt es ab 500 Dollar – Eintritt, Transfer und Führung für Machu Picchu inklusive. Was du ansonsten vor Ort erleben kannst, erzählt dir reisereporter Heinrich Thies.

Mit dem Golden Eagle Arctic Explorer auf Polarlichter-Jagd

Eine Zugreise zu den Nordlichtern – geht’s noch romantischer? Auf dieser zwölftägigen Tour geht es im Luxuszug Golden Eagle Arctic Explorer von Moskau nach St. Petersburg, durch die eisigen Landschaften des russischen und norwegischen Polarkreises. Die Fahrt führt auch über Murmansk nach Kirkenes, dort können die Gäste nicht nur die Sterne, sondern auch Polarlichter bewundern.

Ein Astronom teilt während dieser Beobachtungen sein Wissen mit den Reisenden, außerdem gibt’s eine Schneemobilsafari, eine Schneeschuhwanderung oder eine Hundeschlittenfahrt. Etwa 15 Kilometer außerhalb von Kirkenes steht außerdem ein Besuch im Schneehotel auf dem Programm. Dort können die Turisten Eisskulpturen und Schneebilder von internationalen Künstlern bewundern.

Der Luxuszug selbst bietet eine moderne Ausstattung mit eigenem Badezimmer für die Reisenden. Der First-Class-Service ist standartmäßig enthalten. So werden die Passagiere zu jeder Zeit von einem persönlichen Kabinenbetreuer versorgt. Den höchsten Komfort haben sie in der Imperial-Klasse – ein Zimmer dort ist gut elf Quadratmeter groß. Reisende haben dort ihre eigene Bibliothek und zwei große Panoramafenster.

Ein Highlight sind außerdem der Restaurantwagen, wo der Küchenchef die Passagiere während der Fahrt mit abwechslungsreichen Menüs verwöhnt. Kosten für die zwölftägige Reise: ab 11.400 Euro.

Reisen im Maharajas Express durch Indien

Der Maharajas Express, der bekannteste Luxuszug Indiens, führt 88 Gäste gleichzeitig von Mumbai nach Delhi. Reisende können aus drei verschiedenen Routen wählen, aber in jedem Fall können sie die historische Stadt Fatehpur Sikri und den Taj Mahal erkunden.

Der Luxuszug Maharaja Express verfügt unter anderem über fünf De-luxe-Abteilen und sechs Junior-Suiten. Die Kabinen haben ein klassisch indisches Design und sind alle mit einem Panoramafenster ausgestattet. Im Speisewagen haben 42 Personen gleichzeitig Platz, wer sich zuvor einen kostenfreien Drink genehmigen möchte, kann es sich in der exotischen Safari-Bar oder in der Lounge gemütlich machen.

Von Pretoria nach Kapstadt mit dem Blue Train

Der Blue Train ist eine Ikone Südafrikas und bringt seit mehr als 70 Jahren Gäste gleichzeitig von Pretoria über Kimberley nach Kapstadt. Im Jahr 1923 startete er als erster luxuriöser Zug des Landes zwischen Johannesburg und Kapstadt.

Auf der etwa 27-stündigen Reise genießen Passagiere geräumige Kabinen, eine Fünf-Sterne-Küche samt preisgekrönter Weinkarte und einen 24-Stunden-Butlerservice. Einen freien Blick auf die Landschaft haben sie im „Lounge Car“ durch Panoramafenster. Sogar ein Wäscherei- und Reinigungsservice ist im Zug, der über 18 Waggons verfügt und 380 Meter lang ist, vorhanden.

Insgesamt gibt es zwei Abteilkategorien: Die De-luxe-Suiten (acht Quadratmeter) und die Luxury-Suiten (elf Quadratmeter). Beide verfügen über ein eigenes Bad mit Dusche. Die Luxusreise quer durch Südafrika kostet mindestens 1280 Euro pro Person.

Mit dem Belmond Royal Scotsman durch Schottland

Von Edingburgh über Glasgow ins schottische Hochland: Mit dem Belmond Royal Scotsman fährst du vorbei an Schottlands Schlössern, Dörfern, Tälern, Seen, Mooren und Bergen. Natürlich gibt’s auch in diesem Luxuszug einen Panoramawagen, damit Passagiere die Landschaft der Highlands besonders gut bewundern können.

Jede Kabine verfügt über ein eigenes Badezimmer und ist mit Mahagoniholz, feinem Damast und weichen Teppiche ausgestattet. Eine Bibliothek, zwei historische Speisewagen und ein Spa bieten zusätzliche Entspannung. Zur Nachtruhe hält der Zug extra auf einem Sondergleis oder an einem Bahnhof an.

Du kannst zwischen einer Zugreise von drei, vier, fünf oder sieben Tagen wählen – die Preise liegen zwischen 4150 und knapp 10.000 Pfund. Die Tour stellen sich Passagiere individuell zusammen. Wie wäre es mit einem romantischen Spaziergang am Sandstrand des Küstenorts Arisaig? Tontaubenschießen oder Angeln an der Burg Rothiemurchus? Wildwasser-Rafting oder Whisky-Tasting?