Eigentlich klingt sein Name harmlos, der Fisch ist es aber nicht: das Petermännchen. Eigentlich ist er an der deutschen Küste gar nicht so heimisch – doch in diesem Sommer werden an der Nordseeküste von Urlaubern und Badegästen vermehrt Stiche des giftigen Fisches gemeldet.

Was sind Petermännchen und wie gefährlich sind sie?

Das Petermännchen gehört zu den giftigsten Fischen Europas. Es wird zwischen 15 und 50 Zentimeter groß und vergräbt sich im Frühjahr und Sommer zum Laichen im flachen Wasser am Meeresboden, im Schlamm oder im Sand. Und genau das kann für Badegäste gefährlich werden. Denn dabei wird das Petermännchen oft von Wattwanderern und Schwimmern übersehen, die auf es treten.

Wie lange halten die Schmerzen nach dem Stich an?

Der Stich ist zunächst vor allem extrem schmerzhaft – Grund dafür ist das Gift in den Stacheln der Rückenflosse und ein Stachel auf dem Kiemendeckel. Er führt oft auch zu Schwellungen, die sehr lange anhalten können. Im schlimmsten Fall kann die Vergiftung bei einem allergischen Schock zum Herzstillstand und damit zum Tod führen.

Das Petermännchen (Trachinus draco) gräbt sich im Sandboden ein. In der Nordsee treten häufig Wattwanderer und Schwimmer auf die Fische drauf, dabei verletzen sie sich an den giftigen Stacheln.

Wo leben Petermännchen?

Der Giftfisch kommt überwiegend im östlichen Atlantik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer vor. Aber: Starke Gelenkschmerzen, Schwellungen, Fieber, Brechreiz bis hin zum Kreislaufkollaps haben nach einem Stich auch schon so manch einem in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark den Urlaub verdorben. Im Corona-Sommer 2020 sogar häufiger als sonst. 

Nach Angaben des Giftinformationszentrums Nord in Göttingen seien fast 30 Anfragen wegen Stichen des Petermännchens eingegangen. Üblich wären aber etwa 40 Anfragen für das ganze Jahr. Ein Schwerpunkt ist Medienberichten zufolge die niedersächsische Insel Wangerooge. Besonders gefährlich ist es, wenn Betroffene im Wasser gestochen werden und sich wegen des Schmerzes kaum über Wasser halten können. 

Stich des Petermännchens: Was tun?

Wer plötzlich starke Schmerzen, Schwellungen und damit einen Verdacht auf eine Vergiftung hat, sollte sofort zum Arzt gehen. Experten raten zudem dazu, die Wunde zu desinfizieren, dann den Stachel und Gewebereste sofort zu entfernen. Da das Gift hitzelabil ist, hilft es auch, das betroffene Körperteil schnell in heißes Wasser zu halten. Die Temperatur sollte bei etwa 45 bis 50 Grad liegen – so werden die Giftmoleküle zerstört. Als Alternative kann auch ein Föhn oder ein elektrischer Anti-Mücken-Stick eingesetzt werden.

Badeschuhe beim Schwimmen verhindern den Stich – Hitze zerstört das Gift

Schutz gegen den Stich bieten Badeschuhe. Diese sollten aber stabil sein, denn ansonsten könnte es sein, dass sich die Stachel sogar durch die Sohle bohren könnten.