Ein „schwarzer Berg“, ein unterirdischer See und Strände, die locker mit der Karibik konkurrieren – und trotzdem hast du noch nie von Kefalonia gehört? Damit sich das schleunigst ändert, solltest du jetzt unbedingt weiterlesen. Denn ein Abstecher auf die größte der Ionischen Inseln lohnt sich aus mehr als den drei oben genannten Gründen.

Auf 734 Quadratkilometern kannst du hoch hinaus – auf den mehr als 1600 Meter hohen Gipfel des Berges Enos – und in die Tiefe tauchen – im klaren Wasser des unterirdischen Sees Melissani. Nicht nur deshalb muss sich Kefalonia nicht hinter den Nachbarinseln Zakynthos, Lefkada oder Ithaka verstecken.

Kefalonia ist ideal für Strand- und Wanderurlaub

Der Berg Enos gelangte übrigens zu seinem Spitznamen „schwarzer Berg“, weil er fast vollständig mit Schwarzkiefern bewachsen ist. Seine Höhe kann locker mit einigen Gipfeln in den Bayerischen Voralpen mithalten – ideal für alle, die Strand- und Bergurlaub verbinden wollen.

Bedrohte Arten und skurrile Welten

Auf der Insel fühlen sich nicht nur rund 40.000 Einwohner wohl – in dem Meer vor der Zakynthos zugewandten Küste leben zwei der zwölf am stärksten bedrohten Tierarten der Welt: die Mittelmeer-Mönchsrobbe und die Unechte Karettschildkröte. Mit etwas Glück erspähst du eines der seltenen Exemplare. Heutzutage werden sie zwar kaum mehr durch Fischernetze bedroht, allerdings durch Segel- und Motorjachten.

Die Unechten Karettschildkröten sind die einzigen Meeresschildkröten, die in Griechenland und im Mittelmeer nisten. Sie gelten als eine der ältesten Arten der Welt.

Für viele Urlauber bieten Boote trotzdem nach wie vor eine der schönsten Arten, die Insel kennenzulernen – auch unterirdisch. Den See Melissani kannst du nämlich mit Ruderbooten erkunden. Besonders magisch ist das Erlebnis zur Mittagszeit, wenn durch ein großes Loch in der Felsdecke das Tageslicht auf das türkis Wasser des Sees fällt.

Fun Fact: Obwohl der See auch mit Meerwasser gespeist wird, liegt er oberhalb des Meeresspiegels. Grund dafür ist wahrscheinlich die Mischung aus Salz- und Süßwasser, die eine geringere Dichte als reines Meerwasser hat. Ganz in der Nähe liegt die Tropfsteinhöhle Drogarati, die du ebenfalls besuchen kannst.

Der unterirdische See Melissani fasziniert die Menschen seit der Antike.

Griechische Traumstrände und urige Fischerdörfer

Das griechische Wetter lädt aber natürlich dazu ein, nicht nur unter Tage zu bleiben. Zahlreiche Strände sorgen auf Kefalonia dafür, dass du nie zu lange abtauchen willst. Einer der beliebtesten ist Myrtos am Fuße von meterhohen Kalkfelsen.

Der Strand von Xi besticht dagegen mit einer Besonderheit: rotem Sand. Petani, Skala, Potos, Makris Gialos – die Liste der sehenswerten Strände auf Kefalonia ist lang. Wenn du die Insel mit einem Boot umrundest, findest du außerdem immer wieder kleine, abgeschiedene Buchten.

Der Strand Myrtos zählt zu den schönsten der Insel.

Ein weiteres Highlight der Insel sind seine pittoresken Dörfer. Ob Assos und Fiskardo im Norden oder Lourdata im Süden – sie alle versprühen Charme und buhlen um den Titel „schönstes Dorf der Insel“. Die Inselhauptstadt Argostoli ist größer und quirliger. Hier wird deutlich, warum die Insulaner als „schnellste Griechen“ gelten: Sie sind schlagfertig, humorvoll und hilfsbereit.

Kulinarischer Leckerbissen

Den Urlaubsabend kannst du mit Blick aufs Ionische Meer bei einem Glas Robola-Weißwein und einem Stück Kefalotyri-Käse ausklingen lassen. Beides gehört zu den Spezialitäten der Insel. Eine Sage berichtet, dass Kephalos, Namenspatron der Insel und Sohn des Götterboten Hermes, den Weinbau nach Kefalonia gebracht hat. Auf den Hängen wächst die endemische Rebsorte Robola, die leichten und fruchtigen Weißwein produziert. Ansonsten ist die kulinarische Seite der Insel von ihrer bewegten Vergangenheit unter verschiedenen Besatzungsmächtigen geprägt. So schmeckst du noch heute den venezianischen, französischen und westeuropäischen Einfluss.

So kommst du nach Kefalonia

Im Sommer gibt es von mehreren deutschen Städten aus Direktflüge nach Kefalonia. Trotzdem lohnt sich auch eine Reise in der Nebensaison: Ab Oktober musst du die Insel nur noch hauptsächlich mit Griechen – vor allem Athenern – teilen. In den Sommermonaten ist das Eiland vor allem bei britischen Urlaubern beliebt.