Elefanten, Nashörner, Giraffen und Löwen in freier Wildbahn sehen – das können Touristen normalerweise auf einer Safari in Afrika. Doch wegen der Corona-Pandemie gilt derzeit für ganz Afrika eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Es ist unklar, ob sie nach dem 31. August aufgehoben wird. Einige Länder wie Kenia lassen internationale Touristen zwar wieder zu – aber nur unter strengen Auflagen. Andere Länder wie Südafrika haben die Grenzen noch komplett geschlossen.

Mitten in dieser schwierigen Zeit bauen Herbert Lackner (80) aus Bärnkopf in Österreich und seine kenianische Lebensgefährtin Muthoni Mainah Geschäftskontakte auf und tüfteln an Reisetouren durch Kenia. Denn: Sie haben im Februar ein Afrika-Reisebüro gegründet, um Touristen die Schönheit des Landes näherbringen. „Das war der blödeste Zeitpunkt seit dem Zweiten Weltkrieg, den man hätte wählen können“, sagt Lackner dem reisereporter.

Kenia-Urlauber können zwischen zwei Safari-Touren wählen

Aber auch, wenn die beiden bei der Gründung von dem Coronavirus überrascht wurden, halten sie weiterhin an ihrem Vorhaben fest. Immerhin seien alle Genehmigungen für das Reisebüro mit den Standorten in Nairobi und Bärnkopf vorhanden. „Und so haben wir gerade Gespräche mit Vertriebspartnern in Österreich am Laufen, damit wir starten können, sobald es wieder möglich ist“, so Lackner. 

So wie Herbert Lackner können auch Touristen den Massai ganz Nahe kommen. Auch Herbert Lackners Reise-Büro bietet solche Touren an.

Zwei Kenia-Safaris wollen sie Afrika-Urlaubern dann anbieten: Reisende können entweder das Samburu-Nationalreservat oder das Naturschutzgebiet Masai Mara entdecken. Das besondere neben den wilden Tieren sollen Besuche bei den Massai sein. „Gemeinsam mit dem Stamm können Ehepaare ihre silberne oder goldene Hochzeit feiern, Paare können auch nach dem Massai-Ritus heiraten oder eine solche Stammes-Hochzeit miterleben“, sagt Lackner. 

Übernachten in der Masai Mara

Wer will, kann auch eine Nacht in dem Dorf verbringen. „Die Massai wohnen in Lehmhütten ohne Fenster, die in einem Kreis angeordnet sind. Die Rinder finden nachts in der Mitte Schutz vor wilden Tieren. Eine Dornenhecke um das Dorf schützt Mensch und Tier zusätzlich“, erklärt Lackner. Allerdings empfiehlt er nicht, in einer solchen Hütte zu schlafen, da es dort sehr eng und stickig sei. Das Team würde den Touristen Zelte anbieten. 

Für eine enge Verbindung zu dem Volk sorgt Muthoni Mainah. Sie selbst ist eine Massai und hat noch Familienmitglieder in dem Dorf. Außerdem kann sie den Urlaubern als Universitätsprofessorin für Genderforschung reflektiert die Lebensweise der Massai näherbringen. Vor diesem Hintergrund ist auch die Idee für das Reisebüro entstanden.

Reisebüro-Gründer sieht sich als wohl ältesten Jung-Unternehmer Österreichs

Kennengelernt haben sich Lackner und Mainah an der Uni bei einem Besuch von Lackner in den Ferien. Er selbst ist Sport- und Geografielehrer im Ruhestand, aber ziemlich aktiv.

So reist der 80-Jährige gern mal für Radtouren nach Kenia, hat aber auch Erfahrung in der Reiseveranstaltung. Bei den Touren seines Reisebüros wollen er und Mainah selbst als Reiseleiter fungieren. In Hinblick auf die Gründung seines Reisebüros bezeichnet er sich daher selbst als ältesten Jung-Unternehmer Österreichs.