Insgesamt gibt es in dem Land nach Angaben der Johns Hopkins University 8175 bestätigte Fälle, 171 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19.

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie verzeichnet Kroatien einen Höchststand an Corona-Neuinfektionen: Erstmals wurde der Wert von 300 neuen Covid-19-Fällen innerhalb von 24 Stunden überschritten. Am 23. August wurden mit 306 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden der Höchststand, mit Abstand, seit Beginn der Pandemie im Februar gemeldet.

Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der ersten Welle lag der höchste Wert in Kroatien am 28. März bei 91 Neuinfektionen. Damit gibt es in dem Land mit etwa 4,19 Millionen Einwohnern insgesamt 8175 gemeldete Fälle. Regionale Schwerpunkte sind vor allem zwei Regionen, in denen der Grenzwert derzeit bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage liegt.

Kroatien-Reisewarnung für beliebte Urlaubsziele wie Split 

Das Auswärtige Amt reagierte am Donnerstag, 20. August, und sprach eine Teil-Reisewarnung für Šibenik-Knin und Split-Dalmatien aus. Zuvor hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) die zwei Gespanschaften bereits als Corona-Risikogebiet eingestuft. 

Von der Reisewarnung betroffen sind auch beliebte Reiseziele an der Adria wie Split, die Inseln Brac und Hvar sowie der Nationalpark Krka. Was bedeutet das jetzt für Kroatien-Urlauber? 

Darum gelten Teile Kroatiens als Risikogebiet

Als Risikogebiet werden Länder oder Regionen eingestuft, in denen …

 … in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden oder …
… die Gefahr eines erhöhten Infektionsrisikos besteht, obwohl dieser Grenzwert unterschritten wird. Dafür berücksichtigen die Behörden unter anderem die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die Art des Ausbruchs (etwa lokal begrenzt), Testkapazitäten sowie durchgeführte Tests pro Einwohner.

Aufgrund der steigenden Zahl der Neuinfektionen steht nun in Kroatien die Gespanschaften Šibenik-Knin und Split-Dalmatien auf der Liste des RKI. Für ebendiese Gebiete gilt auch eine Reisewarnung.

Das gesamte Land verzeichnet in den vergangenen sieben Tagen dem Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zufolge im Durchschnitt aber nur 25,12 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner. Das liegt deutlich unter dem Grenzwet von 50, mit dem ganz Kroatien auf der Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Institutes (RKI) landen würde.

Risikogebiet und Reisewarnung: Was sind die Konsequenzen?

Das Ausrufen eines Landes als Risikogebiet oder das Aussprechen einer Reisewarnung bedeutet nicht, dass Urlauber aus Deutschland sofort das Land verlassen müssen. Sie können ihren Urlaub normal zu Ende bringen – es sei denn, der Veranstalter ordnet für Pauschalreisende eine frühere Rückreise an.

Kroatien: Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

Aber: Es gibt eine Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer, die aus einem Risikogebiet kommen. Sie müssen sich entweder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise nach Deutschland einen PCP-Test machen lassen oder innerhalb von 72 Stunden nach ihrer Rückkehr.

Diese Testpflicht gilt bundesweit seit Samstag, 8. August. Der Corona-Test ist für Reiserückkehrer kostenlos. Bis ein negatives Testergebnis vorliegt, müssen die Urlauber in Quarantäne. Das soll zwischen 24 und 48 Stunden dauern – aktuell kommt es jedoch zu Verzögerungen. Teilweise berichten Reisende dem reisereporter davon, mehr als 96 Stunden gewartet zu haben.

Wenn das Testergebnis negativ ist, dürfen die Menschen die Selbstisolation fast überall beenden, eine Ausnahme bildet Mecklenburg-Vorpommern: Dort dürfen Reiserückkehrer erst nach einem zweiten negativen Test frühestens fünf Tage nach der Rückkehr die Quarantäne verlassen. Bei einem positiven Testergebnis müssen die Betroffenen natürlich generell weiterhin 14 Tage in Quarantäne bleiben. 

Wer gegen die Regelung verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Reisewarnung: Können Kroatien-Urlauber kostenlos stornieren?

„Ob eine Reise kostenfrei storniert werden kann oder nicht, ist eine reiserechtliche Frage, die vom Auswärtigen Amt nicht beantwortet werden kann“, teilt die Behörde mit. Letztendlich ausschlaggebend ist nicht die Einstufung als Risikogebiet oder die Reisewarnung des Auswärtigen Amts, sondern die juristische Frage, ob außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vorliegen. Dies ist im Einzelfall zu klären.

Fest steht aber auch: Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist ein starkes Indiz dafür, dass Reisen kostenlos storniert werden können. In bisherigen Fällen wurden von den Gerichten für die bisherige Rechtslage „höhere Gewalt oder eine erhebliche Gefährdung“ anerkannt, die zu einem Rücktritt ohne Entschädigung berechtigten. Dies gilt auch für die seit 2018 gültigen Gesetzesbegriffe der „unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umstände“ am Bestimmungsort.

Wer seinen Urlaub dennoch antreten will, sollte wissen, dass in Kroatien eine Maskenpflicht in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und Gesundheitseinrichtungen gilt. Somit rät das Auswärtige Amt: „Reisenden wird grundsätzlich empfohlen, außerhalb der Unterkunft einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, mindestens 1,5 Meter Abstand zu Dritten zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen; soziale Kontakte sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren.“