Italien ist ein Land, in dem Genuss großgeschrieben wird. Die italienische Küche ist eine der wohl leidenschaftlichsten Europas. Und was darf bei einem leckeren Dinner da nicht fehlen? Richtig, ein Glas Wein. Das ist in Zeiten der Coronavirus-Pandemie allerdings nicht immer so einfach. Laut einem Bericht des „New Zealand Herald“ haben zahlreiche Tavernen in Italien dafür allerdings eine kreative Lösung gefunden: Weinfenster. 

Zugegeben, so richtig neu ist das Prinzip der Weinfenster nicht. Denn die kleinen Fenster in den Wänden von Bars und Restaurants gab es bereits, als die Pest das Land im Mittelalter fest im Griff hatte. Damals, im 16. Jahrhundert, haben Weinhändler ihren Betrieb am Laufen gehalten, indem sie kleine Fenster in ihre Wände bauten. Sie waren gerade mal groß genug, um eine Flasche hindurchzureichen. Genug also, um Wein auszuschenken und gleichzeitig Abstand einzuhalten. 

Wine Window Association belebt Pest-Tradition wieder

Nachdem diese Tradition vielerorts über Jahrzehnte in Vergessenheit geraten war, beleben viele Wein-Wirte sie nun nach und nach wieder. Denn die Weinfenster sind für viele Tavernen die beste Möglichkeit, ihren Betrieb unter der Prämisse von Social Distancing fortzuführen. 

Verantwortlich für das Aufleben der alten Tradition ist die sogenannte Wine Window Association. Und die Wirte erweitern den Nutzen der Weinfenster direkt noch auf Snacks, Bier und Eiscreme. Die meisten der mehr als 150 Weinfenster sind in der Toskana zu finden. Viele von ihnen wurden allerdings mittlerweile mit Beton gefüllt oder zerstört. 

Mit der Wiederbelebung all jener Weinfenster, die noch einen sinnvollen Nutzen erfüllen können, will die Association auch auf die wichtige Geschichte der Tradition aufmerksam machen und die Menschen dazu animieren, mehr aufeinander zu achten. Und das geht am besten bei einem Glas Wein.