Geschätzt 400.000 bis 415.000 Elefanten leben noch in Afrika. In 36 afrikanischen Staaten, die allesamt südlich der Sahara liegen, gibt es noch kleinere bis größere Vorkommen. Die mit Abstand meisten davon leben in Botswana, Simbabwe, Tansania, Gabun, Kenia und Sambia. 

Die Population der asiatischen Elefanten hingegen liegt nur bei geschätzt 35.000 in freier Wildbahn. Es ist demnach wahrscheinlicher, Elefanten als Arbeits- oder Nutztiere anzutreffen als im Dschungel. Früher war der Asiatische Elefant weit verbreitet, heute kommt er noch in 13 Ländern vor: Bhutan, Indien, Sri Lanka, Thailand, Kambodscha, Myanmar, Laos, Vietnam, Nepal, Indonesien, Malaysia, China und Bangladesch.   

1. Chobe-Nationalpark und Okavangodelta in Botswana

Das Land mit den meisten Elefanten auf der ganzen Welt ist Botswana. Rund 130.000 Tiere leben hier, das ist fast ein Drittel aller Elefanten in Afrika und mehr als viermal so viel wie in ganz Asien. 

Vor allem im Nordwesten des Landes sind die Tiere in großen Herden mit bis zu 200 Tieren anzutreffen, das Okavangodelta sowie der Chobe-Nationalpark sind hierfür berühmt. In diesen Gebieten begegnet man Elefanten auch öfter außerhalb der Nationalparks: Sie grasen am Straßenrand oder überqueren zu Dutzenden die Hauptverkehrsstraßen.

In Botswana kommt es immer wieder zu Zusammenstößen von Elefanten und Menschen – denn die Tiere dringen in menschliche Siedlungen vor und zerstören die Ernte von Bauern und damit auch deren Lebensgrundlage. Das Land hat unter großem internationalen Protest im vergangenen Jahr deshalb auch wieder die Elefantenjagd für eine bestimmte Anzahl an Tieren erlaubt.

Auch aktuell ist Botswana mit seinen Elefanten in den Schlagzeilen: Seit April sind zwischen 281 und 365 Elefanten im Okavangodelta mysteriös ums Leben gekommen. Gründe für das Massensterben wurden noch nicht ausgemacht, erste Tests haben lediglich bekanntere Krankheiten wie Milzbrand oder auch Vergiftungen durch Menschen ausgeschlossen. 

Derzeit lässt Botswana deutsche Touristen noch nicht wieder ins Land. Bis zur Grenzöffnung können sich Elefanten- und Wildlife-Freunde aber mit der Webcam aus dem Chobe-Nationalpark vergnügen.

2. Tarangire-Nationalpark in Tansania

In Tansania gibt es mehr Elefanten als in ganz Asien: Die Population wird auf 43.000 Tiere geschätzt. Die finden sich in den verschiedenen Nationalparks des Landes, natürlich auch in der weltberühmten Serengeti. 

Die besten Chancen, Elefanten zu entdecken, hast du aber in einem anderen Park: dem Tarangire-Nationalpark im Nordosten Tansanias, der für seine hohe Konzentration der Riesen bekannt ist. Vor allem rund um den Tarangire-Fluss und im Schatten der Affenbrotbäume, auch Baobab genannt, sind die Tiere zu entdecken.  

Die größte Population an Elefanten findet sich hingegen in den benachbarten Ruaha-Nationalpark und Rungwa-Wildtierreservat im Zentrum des Landes. Nachdem dort Zehntausende Tiere binnen sechs Jahren gewildert wurden, gab es verstärkt Schutzmaßnahmen, sodass der jetzige Bestand mit rund 15.000 Tieren konstant bleibt.

Tansania war eines der ersten afrikanischen Länder, das die Grenzen wieder geöffnet hat. Wer wegen der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes aber noch zögert, kann sich mit der Webcam aus dem Tarangire-Nationalpark schon auf den nächsten Safari-Urlaub einstellen.

3. Rote Elefanten im Tsavo-East-Nationalpark in Kenia

In Kenia finden sich Elefanten in vielen Nationalparks und Reservaten und können bei einer Safari kaum verpasst werden. Die größten Vorkommen finden sich im Tsavo-East-Nationalpark, der auch von Touristen am häufigsten besucht wird. Auffällig ist hier vor allem die Farbe der Tiere: Durch die feuerrote Erde sind die Elefanten auch rot verfärbt. 

Der Amboseli-Nationalpark im Süden des Landes an der Grenze zu Tansania ist für Fotos bekannt, auf denen Elefanten vor dem Kilimandscharo zu sehen sind. 

Aber landesweit verteilt finden sich die Riesen, so stehen auch die Chancen auf Sichtungen in der Masai Mara im Südwesten oder im Samburu National Reserve in der Landesmitte ebenfalls gut. 

Kenia hat seine Grenzen seit dem 1. August für Deutsche wieder geöffnet, allerdings besteht nach wie vor vom Auswärtigen Amt eine Reisewarnung. Wenn du also noch etwas warten willst, kannst du dir die Elefanten auch schon vorab online ansehen – bei einer virtuellen Safari mit der Webcam im Tsavo-East-Nationalpark

4. Hwange-Nationalpark und Mana Pools in Simbabwe

Obwohl Simbabwe nicht zu den klassischen Safari-Destinationen wie Tansania, Kenia, Namibia oder Südafrika gehört, kommen Elefanten-Freunde hier voll auf ihre Kosten: In Simbabwe findet sich die zweitgrößte Anzahl aller frei lebenden Elefanten Afrikas, und dazu gibt es weniger Touristen und ein exklusiveres Reiseerlebnis. 

Bekannt hierfür ist vor allem der Hwange-Nationalpark im Westen von Simbabwe, an der Grenze zu Botswana. Hier haben rund 23.000 Elefanten ihr Zuhause – das allerdings immer wieder von Naturkatastrophen bedroht wird. So verendeten im vergangenen Jahr aufgrund einer langen und extremen Dürre-Episode Hunderte Tiere. 

Im Norden des Landes zieht vor allem der Nationalpark Mana Pools Besucher an. Dort kann man Elefanten dabei beobachten, wie sie auf Hinterbeinen stehen, um Früchte aus den höheren Ebenen der Bäume zu naschen.

Bisher warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Simbabwe. Denn: Die Einreise von Ausländern bleibt eingeschränkt möglich. Einreisende werden allerdings in einer staatlichen Einrichtung unter Quarantäne gestellt.

5. Waldelefanten am Strand in Loango in Gabun

Gabun! Noch nie gehört? Gabun ist ein Land in Zentralafrika und liegt am Golf von Guinea, zwischen der Republik Kongo und Äquatorialguinea. Obwohl Gabun eine atemberaubende Landschaft, Natur und Tierwelt hat, steht das Land noch bei wenigen Reisenden auf der Bucke List.

Wer Elefanten, Gorillas und Urwald sehen will, ist in Gabun aber genau richtig, denn hier leben zwar nur zwei Millionen Menschen, dafür aber 64.000 Elefanten, darunter auch seltene Waldelefanten, die etwas kleiner sind als die üblichen afrikanischen Elefanten, 25.000 Flachlandgorillas und 35.000 Schimpansen, zudem Mandrills. 

Wer eine große Vielfalt erleben will, besucht einen der 14 Nationalparks, besonders beliebt sind Lopé-Okanda, die einzige Unesco-Weltkulturerbe-Stätte Gabuns, sowie der Nationalpark Loango direkt am Atlantik. Hier kann man schon einmal auf Elefanten beim Strandbesuch treffen. 10.000 Waldelefanten leben allein im Loango, dazu stehen die Chancen gut, auch Gorillas oder Meeresschildkröten zu entdecken. 

Derzeit sind in Gabun aber die Landgrenzen komplett geschlossen – alle Touristenvisa wurden annulliert. Eine Einreise ist also nicht möglich.

6. Addo-Elephant-Nationalpark in Südafrika

Südafrika ist unter Deutschen die beliebteste Safari-Destination in Afrika. Auch wenn das Land immer noch große Probleme mit der Wilderei hat, lassen sich je nach Park die verschiedensten Tiere beobachten. 

Der Kruger-Nationalpark ist der größte und bekannteste Park des Landes, in dem auch Hunderte Elefanten leben. Doch noch bessere Chancen auf Elefantensichtungen gibt es im Addo-Elephant-Nationalpark im Süden von Südafrika – unweit der malerischen Gardenroute und der Hafenstadt Port Elizabeth. Wer mit dem eigenen Auto durch den Park fährt, muss hin und wieder Elefanten ausweichen – denn die halten sich auch gern mitten auf den Wegen auf.

Südafrika ist aktuell noch für Deutsche geschlossen, das Coronavirus wütet dort stark. Bis sich die Situation beruhigt hat, steht dir aber die Webcam aus dem Addo-Elephant-Nationalpark zur Tierbeobachtung und virtuellen Safari zur Verfügung.

7. Yala, Minneriya und Udawalawe auf Sri Lanka

Etwas kleiner als der afrikanische Elefant, der als größtes Landsäugetier der Welt gilt, ist der asiatische Elefant. Im kleinen Inselstaat Sri Lanka leben zwar nur noch rund 1100 dieser Elefanten, bei der Hälfte aber handelt es sich um Jungtiere und noch nicht ausgewachsene Tiere. 

Dennoch sind die Chancen, in dem beliebten Urlaubsziel die grauen Riesen anzutreffen, enorm hoch. Obwohl es gleich 14 Nationalparks gibt, eignen sich besonders drei hervorragend für eine Safari mit Elefant: Yala, Minneriya und Udawalawe.  

Der internationale Flughafen in Colombo ist wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres für ankommende internationale Passagierflüge geschlossen. Daher warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Sri Lanka.

8. Indiens Nordosten – die größte Population in Asien

In Indien findet sich die größte Population auf dem asiatischen Kontinent. Waren die Elefanten früher über das ganze Land verteilt, leben die geschätzt 24.000 Tiere heute in vier Regionen. Besonders im Süden rund um die Gebiete Karnataka, Kerala und Andhra Pradesh lassen sich wild lebende Elefanten entdecken, hier lebt die Hälfte aller Elefanten des Landes.

Ein Drittel haust im Nordosten an der Grenze zu Nepal in den Vorbergen des Himalayas. Zudem leben kleinere Populationen im Nordwesten sowie im zentralen Teil rund um Orissa und Jharkhand. 

Bis zu deiner nächsten Reise nach Indien musst du aber noch etwas warten. Denn: Kommerzielle internationale Flugverbindungen von und nach Indien bleiben bis auf Weiteres untersagt. Ein- und Ausreise sind somit derzeit nicht möglich.

9. Khao-Sok-Nationalpark in Thailand

Von den 100.000 Elefanten, die es vor rund 100 Jahren in Thailand noch gegeben haben soll, sind nur noch 2500 bis 3500 wilde Elefanten übrig. Ungefähr so viele Elefanten dienen Menschen dort auch als Arbeitstiere.

Wer diese treffen will, sollte in den Khao-Sok-Nationalpark im Süden Thailands reisen. Während in den meisten der bisher genannten Ziele die Wahrscheinlichkeit quasi gen 100 Prozent geht, auch wirklich Elefanten zu entdecken, ist es in Thailand nicht ganz so einfach. Gute Chancen gibt es rund um das Elephant Hills Camp.

Da die Einreise für ausländische Reisende wegen des Coronavirus untersagt ist, warnt das Auswärtige Amt derzeit vor Reisen nach Thailand. 

10. Northern Forest Complex in Myanmar

Rund 6500 Elefanten leben heute in Myanmar, doch die meisten davon finden sich nicht in freier Wildbahn. Nur noch 2000 streifen durch die Urwälder, die restlichen 4500 werden als Arbeitstiere von Menschen gehalten. 

Wild lebende Elefanten lassen sich vor allem in Norden von Myanmar, im Northern Forest Complex in der Provinz Kachin, beobachten, wo sich die größte Population des Landes befindet.

Dazu zählt das Hukaung Valley Wildlife Sanctuary, das größte Schutzgebiet in Myanmar, das vor allem für sein Tiger-Vorkommen bekannt ist. Hier sollen bis zu 300 Elefanten leben. Ebenfalls im Northern Forest Complex liegt das Bumhpabum Wildlife Sanctury, wo um die 270 Elefanten herumirren sollen. 

Der internationale kommerzielle Luftverkehr nach Myanmar ist bis mindestens 31. August 2020 eingestellt. Daher warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Myanmar.

11. Laos: Das Land der 1000 Elefanten

Früher wurde Laos als „Land der Millionen Elefanten“ bezeichnet, heute ist das leider etwas anders – und aus Laos wurde das Land der 1000 Elefanten, denn so viele wilde Riesen gibt es dort noch. 

Wer in Laos heute Elefanten sehen möchte, muss in das Schutzgebiet Nam Phui, das in der Provinz Sayabouri liegt. Hier lebt zwar die größte Population an Arbeitselefanten, aber auch 350 Exemplare in freier Wildbahn. Mehr gibt es auf einem Fleck in Laos sonst nirgendwo. 

Wegen der Corona-Pandemie sind alle Grenzübergänge (Land- und Luftweg) nach Laos für den Personenverkehr bis auf Weiteres gesperrt. Mit einer Reise nach Laos musst du also noch etwas warten.