Droht mit den geöffneten Grenzen, der aufgehobenen Reisewarnung für viele Länder und dem Sommerurlaub nun die zweite Corona-Welle? Diese Sorge treibt aktuell viele Touristen um. Während in Deutschland darüber diskutiert wird, ob die zweite Welle gar schon begonnen hat, ist das in anderen Ländern definitiv der Fall.

In Australien beispielsweise steigen die Zahlen im Bundesstaat Victoria so deutlich an, dass der Notstand ausgerufen wurde. Die Folge: Ausgangssperre. Auch die Länder Japan und Luxemburg weisen aktuell ähnliche, wellenartige Statistiken auf.

Urlaub in Kroatien, Spanien oder Griechenland: Droht die zweite Corona-Welle? 

Und auch in beliebten Urlaubsländern in Europa – wie Spanien, Kroatien, Griechenland und Bulgarien – stiegen die Coronavirus-Zahlen zuletzt wieder an, teilweise stark. Hat das Auswirkungen für Urlauber im Sommer, etwa bezüglich der Einreise, der Hygieneregeln vor Ort oder der Rückreise?

Bisher wird zwar keines der vier Länder vom Robert-Koch-Institut (RKI) insgesamt als Risikogebiet ausgewiesen, die Neuinfektionen liegen landesweit nach wie vor in allen unterhalb der Zahl von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner. In Spanien sind aber drei Regionen auf der Liste: Aragón, Katalonien und Navarra.

Montenegro, Serbien und Luxemburg sind Corona-Risikogebiet

Und Luxemburg, Montenegro und Serbien stehen als Länder auf der Risikogebiete-Liste, es gilt auch eine Reisewarnung. Wer dorthin reist, muss nach der Rückkehr innerhalb von 72 Stunden einen Corona-Test machen. Wer kein negatives Ergebnis vorweisen kann, muss 14 Tage in häusliche Quarantäne. 

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Urlaub gefährdet in Spanien? Reisewarnung nach Corona-Anstieg

Spanien ist eines der am schwersten von der Coronavirus-Pandemie getroffenen Länder, mit mehr als 28.440 Corona-Toten und gut 288.000 Infizierten (Stand: 1. August). Landesweit war die Zahl der Neuinfektionen seit Mitte Mai stark zurückgegangen, für ganz Spanien liegt die Zahl der Neuinfektionen deutlich unterhalb von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Aber regional steigen die Infektionen seit einigen Wochen wieder stark, und das hat auch Konsequenzen für Urlauber

Wo gibt es die meisten Corona-Infektionen in Spanien?

Besonders betroffen: die Regionen Aragón, Katalonien und Navarra. Sie sind am 31. Juli vom Robert-Koch-Institut als Corona-Risikogebiete eingestuft worden – auch das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für die Regionen ausgesprochen. Darunter fällt auch die Metropole Barcelona und die beliebte Costa Brava. 

Die Lage in den beliebten Inselzielen für den Sommerurlaub der Deutschen ist vergleichsweise entspannt. Das gilt sowohl für die Balearen mit Mallorca, Menorca und Ibiza als auch für die Kanaren mit den beliebten Inseln Gran Canaria und Teneriffa.

Die Konsequenzen für Spanien-Urlauber

Deutschland reagiert auch mit Maßnahmen für Spanien-Rückkehrer. Voraussichtlich ab nächster Woche soll für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten eine Testpflicht gelten. Es ist außerdem zu erwarten, dass Reiseveranstalter Buchungen zu Urlauben in den betroffenen Regionen stornieren. So hatte Tui beispielsweise mitgeteilt: „Selbstverständlich werden wir keine Reisen in die Länder durchführen, für die eine Reisewarnung besteht.“

Katalonien und Balearen: ungewöhnlich strenge Maskenpflicht

Katalonien, die Balearen und weitere Regionen reagierten ebenfalls auf die steigenden Infektionszahlen und die Nichtbefolgung von Corona-Regeln und führten eine ungewöhnlich strenge Maskenpflicht ein: Dort muss eine Maske auch im Freien selbst in jenen Situationen getragen werden, in denen der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden kann.

Urlaub gefährdet in Kroatien? Zweite Corona-Welle

Kroatien erlebt gerade eine zweite Corona-Welle – das weisen die Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) aus. Von Anfang März bis Anfang Mai erlebte das Land einen Anstieg und Rückgang der Corona-Neuinfektionen. Dann waren die Neuinfektionen mehr als einen Monat lang auf einem niedrigen Niveau, dann nahmen sie wieder zu.

In dem Land mit etwa vier Millionen Einwohnern gibt es seit dem 25. Juni (dem ersten Tag mit starkem Anstieg) 2772 bestätigte neue Fälle (Stand: 1. August 2020). Das bedeutet im Klartext: Mehr als die Hälfte aller 5224 bestätigten Coronavirus-Infektionen seit dem 25. Februar sind in nur gut einem Monat hinzugekommen. Bisher schlimmster Tag in der Corona-Zeit war mit Abstand der 11. Juli – mit 140 bestätigten neuen Infektionen.

Wo steigen in Kroatien die Infektionszahlen?

Vor allem in der Hauptstadt Zagreb steigen die Zahlen, und auch im Norden und in Slawonien im Osten des Landes gibt es größere Infektionsherde. An der bei Urlaubern besonders beliebten Adria-Küste mit Dubrovnik sind die Zahlen aber eher gering.

Gibt es Auswirkungen für die Einreise?

Slowenien hat auf den Anstieg reageirt und das Land von der Liste der sicheren Reiseziele gestrichen. Die Einreise nach Kroatien mit dem Auto über Slowenien sowie Österreich und Italien ist aber weiter möglich. Allerdings sind nicht alle Grenzübergänge offen. Lies mehr dazu in unserem Überblick zum Corona-Anstieg in Kroatien.

Polen verzeichnet Rekord an Corona-Neuinfektionen

Polen ist bei deutschen Urlaubern beliebt, im Sommer zieht es sie vor allem an die Ostsee. Die Insel Usedom gehört beispielsweise zu einem Teil in unserem Nachbarland.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 46.346 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert, 1721 Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus (Stand: 1. August). Das Land verzeichnet gerade so viele neue Corona-Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag, 1. August, verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte.

Regionale Schwerpunkte waren nach Angaben des Auswärtigen Amtes bisher vor allem in den Wojewodschaften Lodz, Masowien (mit der Hauptstadt Warscheu) und Schlesien.

Das könnte Konsequenzen auch für Urlauber haben, denn die Regierung in Warschau erwägt schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Geprüft werde zum Beispiel erneut eine Quarantäne für Reisende aus einigen Ländern mit hohem Infektionsgeschehen. Im Land gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in öffentlichen Gebäuden. 

Portugal stärker von Corona betroffen

Auch in Portugal steigen die Coronainfektionen seit März stetig an. Das Land gehört zu den drei EU-Staaten mit den meisten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen, berichtet die spanische Zeitung „El Pais“. Ebenfalls auf der Liste sind Luxemburg und Schweden, dahinter folgen Spanien, Kroatien und Belgien.

Insgesamt sind in dem Land mehr als 51.000 Fälle bestätigt, 1735 Menschen starben (Stand: 1. August) Das Auswärtige Amt teilt dazu mit: „Portugal ist inzwischen von Covid-19 stärker betroffen und erlebt weiterhin eine hohe, jedoch nicht weiter zunehmende Zahl an Neuinfektionen.“

Regionaler Schwerpunkt ist der Großraum Lissabon. Dort seien laut der Behörde 19 nicht touristische Gemeinden besonders betroffen, und zwar in den Bezirken Amadora (alle Gemeinden), Odivelhas (alle Gemeinden), Sintra (Queluz e Belas, Massamé e Monte Abraão, Agualva e Mira Sintra, Algueirão-Mem Martins, Rio de Mouro, Cacém e São Marcos), Loures (Camarate, Unhos, Apelação, Sacavém e Prior Velho) und in Lissabon nur die Gemeinde Santa Clara.

Urlaub gefährdet in Bulgarien? Starker Coronavirus-Anstieg

In Bulgarien steigen die Zahlen der Corona-Neuinfektionen stark an. Allein in den vergangenen zwei Wochen kamen nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) 3248 Neuinfektionen hinzu. Das sind 28 Prozent aller seit Beginn der Pandemie rund 11.600 verzeichneten Coronavirus-Infektionen in Bulgarien (Stand: 1. August).

Besonders betroffener Ort in dem Land mit rund sieben Millionen Einwohnern ist nach Informationen des Auswärtigen Amtes Sofia – ein beliebtes Städtereiseziel. Weitere regionale Schwerpunkte sind daneben Blagoevgrad, Dobrich, Kjustendil und Varna. Die Stadt sich neben dem beliebten Goldstrand.

Reisewarnung für Bulgarien

In Bulgarien gilt seit 22. Juni wieder eine Maskenpflicht in öffentlichen geschlossenen Räumen wie Supermärkten, Banken und Tankstellen. Kontrollen gibt es aber kaum.

Die Konsequenz aus den steigenden Zahlen: Österreich warnt wieder vor Reisen nach Bulgarien. Das Auswärtige Amt hat bislang nicht reagiert.

Auch auf der Corona-Risikogebiete-Liste des Robert-Koch-Institutes (RKI) landet das Land nicht. Das trifft Länder und Regionen, in denen die Obergrenze von 50 aktuellen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten wird. In Bulgarien aber gab es durchschnittlich etwa 22 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – das ist noch deutlich unter dem Grenzwert.

Griechenland: Maskenpflicht nach Corona-Anstieg

Seit Mitte Juli wurden in Griechenland pro Tag im Schnitt etwa 30 neue Infektionen gemeldet, das Land hat eine der niedrigsten Infektionsraten in Europa– bisher. Denn nun steigt die Kurve plötzlich steil an: 57 neue Fälle waren es vergangenen Mittwoch (29. Juli), 65 am Donnerstag, 78 am Freitag und 110 am Samstag. Die Daten für Sonntag, 2. August, stehen noch aus. Konsequenzen sind unter anderem eine verschärfte Maskenpflicht, ein Steh-Verbot in Bars und Clubs sowie Abstandsregeln am Strand bis Ende August.

Die Infektionszahlen sind im Gesamtbild aber noch relativ gering, regionale Schwerpunkte waren bisher die Regionen Attika (Hauptstadtregion Athen) und Xanthi. Klassische Zielen für den Sommerurlaub, nämlich die Inseln wie Rhodos, Kos, Santorin oder Mykonos sind nicht stark betroffen.

Für Urlaub in Griechenland ist ein QR-Code nötig

Touristen müssen sich keine akuten Sorgen machen, das Auswärtige Amt hat bislang nicht mit neuen Reisehinweisen reagiert. Wichtig ist aber: Wer Urlaub in Griechenland machen will, muss sich vorher anmelden. Bis spätestens 24 Stunden vor Abreise müssen Reisende ein Online-Formular („Passenger Locator Form“) ausfüllen. Sie erhalten nach bestätigter Anmeldung einen QR-Code, der bei Einreise vorgezeigt werden muss. Wer keinen hat, risikiert 500 Euro Bußgeld oder eine Mitnahme-Verweigerung der Airline.