„Alle Reiserückkehrer sollen sich binnen drei Tagen testen lassen können“ – das sagt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Für Urlauber, die aus Risikogebieten kommen, sollen die Corona-Tests direkt am Flughafen angeboten werden. Wer keinen negativen Test vorlegen kann, muss in eine 14-tägige Quarantäne.

Urlauber aus anderen Ländern sollen sich ebenfalls testen lassen können, allerdings nicht am Flughafen, sondern auf anderen Wegen, zum Beispiel über die Kassenärztlichen Vereinigungen.

Reisen in Corona-Krise: Diese Regelungen gelten für Urlauber

Um all das zu ermöglichen, wird derzeit die Teststrategie überarbeitet und angepasst. Nicht alle Details sind bereits geklärt. Was ist beispielsweise mit Zugreisenden oder Autofahrern? Und könnten die Tests am Ende gar doch verpflichtend werden? Der reisereporter erklärt, welche Fragen bereits beantwortet und welche für Urlauber noch offen sind.

Wer kann sich am Flughafen auf Corona testen lassen?

Testen lassen können sich alle Urlauber, die aus dem Ausland zurückkehren. Möglich ist das innerhalb von drei Tagen, die Tests sind für Reisende kostenlos. Zu unterscheiden ist zwischen Reiserückkehrern aus einem Risikogebiet und anderen Ländern. Es gilt Folgendes:

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen direkt am Flughafen getestet werden. Dafür werden sogenannte Testzentren eingerichtet. Wer kein negatives Testergebnis vorlegt, der muss in eine 14-tägige häusliche Quarantäne.

Urlauber aus anderen Ländern sollen sich ebenfalls kostenlos testen lassen können – allerdings nicht am Flughafen, sondern später über andere Stellen wie die Kassenärtlichen Vereinigungen.

Nicht alle Flughäfen haben schon Testzentren

An mehreren Flughäfen sind die Testzentren bereits in Betrieb. Doch das Prozedere ist nicht einheitlich.

Punkt 1: Die Kosten

Nicht überall sind kostenlose Tests bereits möglich, am größten deutschen Flughafen in Frankfurt beispielsweise wird es zunächst keine kostenlosen Corona-Tests für Auslandsurlauber geben. Der Flughafenbetreiber Fraport verwies dahingehend erneut auf ungeklärte Fragen etwa zur Trägerschaft und zur Kostenübernahme. Man befinde sich in enger Abstimmung mit den Behörden, so ein Unternehmenssprecher.

Punkt 2: Wer darf sich testen lassen?

Am Flughafen Nürnberg dürfen sich alle Urlauber – nicht nur die aus Risikogebieten – kostenlos testen lassen. Seit Samstagabend finden Reisende am Airport eine Teststation. Am Flughafen Leipzig/Halle gibt es seit Montag eine Teststation, eingerichtet von der Stadt Halle. Testen lassen dürfen sich dort aber nur Einwohner aus Halle. 

Was ist mit Reiserückkehrern, die mit Zug oder Auto fahren?

Der Fokus bei den Tests liegt bisher auf dem Flugverkehr. Aber: Bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten geht es nicht nur um Flugreisen. Wie also soll mit Autofahrern und Bahnfahrern umgegangen werden? Im Straßen- und im Bahnverkehr wird es stichprobenartige Kontrollen geben, kündigt das Bundesgesundheitsministerium an.

Reisende aus Risikoländern erhalten in Flugzeug, Bus, Schiff oder Bahn Aussteigerkarten, damit Infektionsketten besser nachvollzogen werden können. Von der Deutschen Bahn heißt es, es führen derzeit generell keine Züge aus Risikogebieten nach Deutschland. 

Bayern will Corona-Teststellen an Bahnhöfen

Trotzdem gibt es in einem Bundesland Bewegung: Bayern hat als erstes Bundesland angekündigt, an Bahnhöfen Testzentren einrichten zu wollen.

Zugreisende können sich in Nürnberg und München bald auf Corona testen lassen. Außerdem werden an drei Grenzübergängen zu Österreich auf den Autobahnen freiwillige Teststationen eingerichtet, kündigte Ministerpräsident Markus Söder an: in Walserberg, Pocking und Kiefersfelden.

Was ist mit Reisen an Corona-Hotspots in Nicht-Risikoländern?

Die Liste des Robert-Koch-Institutes (RKI) zu den Risikogebieten im Ausland umfasst rund 130 Staaten – so wie die Türkei, Ägypten oder Luxemburg (Stand: 27. Juli). Was ist mit Reisen in Länder, die nicht auf dieser Liste stehen, aber Hotspots haben? Aktuelles Beispiel ist Spanien.

Das Land gilt laut RKI nicht als Risikogebiet, aber auf dem Festland schnellen die Zahlen der positiven Corona-Tests vielerorts nach oben. Großbritannien, Norwegen und Belgien haben bereits Quarantäneregeln für Reiserückkehrer erlassen. Sorge bereitet auch der Partytourismus – Bilder von Mallorca, Ibiza, dem Goldstrand in Bulgarien oder dem Strand Zrce in Kroatien gingen durch die Medien. 

Trotzdem: Wenngleich auch dort eine Ansteckungsgefahr mit Sars-CoV-2 besteht, können sich Urlauber in Deutschland nach dem Rückflug grundsätzlich nicht direkt am Flughafen testen lassen. Die Gesundheitsminister appellieren hier an die Eigenverantwortung aller Reisenden, sich später testen zu lassen.

Bleiben die Corona-Tests kostenlos und freiwillig?

Die Tests sollen erst einmal kostenlos sein. Könnte sich das ändern? Über diese Frage wird ebenso kontrovers diskutiert wie über eine mögliche Test-Pflicht. Denn noch ist das alles freiwillig, die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben aber beschlossen, eine Verpflichtung zur Testung für Einreisen aus Risikogebieten rechtlich zu prüfen.

Viele Politiker fordern eine solche Pflicht, darunter Markus Söder. Er ist der Ansicht, dass der Bund hierfür den rechtlichen Rahmen schaffen müsse. Bayern bereite alles vor, um dann umgehend starten zu können.