Nachhaltigkeit auf Reisen bleibt auch während der Coronavirus-Pandemie für viele Urlauber ein wichtiges Kriterium für die Wahl ihres Reiseziels. Deutschland-Urlaub erlebt in diesem Jahr nicht zuletzt wegen der Krise einen regelrechten Boom.

Die einfachste Art, das eigene Land zu erkunden, ist für viele Menschen noch immer die Reise mit dem Auto. Und obwohl die Ökobilanz des Roadtrips deutlich besser ausfällt als die einer Flugreise im Inland, geht Urlaub durchaus umweltfreundlicher.

Aber welche Alternativen gibt es in Deutschland und wie leicht komme ich ohne Auto voran? Der Allgemeine Deutsche Autoclub (ADAC) hat 20 ländliche Urlaubsorte einmal genauer unter die Lupe genommen und die Nachhaltigkeit der Reiseziele geprüft. Die Ergebnisse der Erhebung findet ihr in unserem Überblick.  

Hier geht nachhaltiger Urlaub in Deutschland

Nachhaltigkeits-Sieger ist der beschauliche Ort Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Die 35.000-Seelen-Stadt im Nationalpark Harz erfüllt als einziges der 20 untersuchten Reiseziele in Deutschland alle Kriterien des ADAC für nachhaltige Mobilität.

Dazu gehört unter anderem, dass die Anreise mit Zug, Bus und Bahn möglich ist und Besucher auch vor Ort viele Alternativen zum Auto nutzen können. So gibt es dort etwa zahlreiche Ladestationen für E-Bikes und E-Roller, und mit der Gästekarte kann der öffentliche Nahverkehr kostenfrei genutzt werden. 

Fast genauso nachhaltig kommen Urlauber in Bad Mergentheim in Baden-Württemberg, Oberstdorf in Bayern und Winterberg in Nordrhein-Westfalen vom Fleck. 

Der niedersächsische Urlaubsort Haren (Ems) bildet das Schlusslicht in Sachen Nachhaltigkeit: Dort scheitern Touristen schon bei der Anreise mit der Bahn, da eine entsprechende Verbindung fehlt.

Das sind die Alternativen zur Reise mit dem Auto

Ein Hauptkriterium für nachhaltige Mobilität ist das Angebot von Alternativen zum Auto. Und wer hätte es gedacht: Leihräder sind hier das Mittel der Wahl. Denn die findest du als Urlauber in so gut wie jedem Ort. Statt mit dem Auto vor der Düne zu parken, kannst du dann etwa mit dem Rad direkt auf die Promenade düsen. 

In jedem zweiten der untersuchten Reiseziele gibt es außerdem die Möglichkeit, sich ein E-Auto zu mieten. So fahren Touristen zwar komfortabel, aber klimafreundlich. Bad Füssing, Bad Mergentheim, Baiersbronn, Binz, Fulda und Winterberg setzen sogar E-Busse im öffentlichen Nahverkehr ein.

Andere Alternativen zum Auto sind E-Scooter, E-Roller, Carsharing und Lastenräder. Für die Anreise bieten sich je nach Lage des Zieles Zug, Bahn oder Bus an. 

Diese kreativen Ideen für autofreies Reisen gibt es

Einige Urlaubsorte in Deutschland sind Vorreiter im nachhaltigen Reisen. So gibt es etwa in Bad Mergentheim eine in unserem Land einzigartige Mobilitätsstelle. Dort können sich Reisende darüber informieren, welche Möglichkeiten es für die Weiterreise gibt. Bei Bedarf gibt es außerdem die Möglichkeit, sich direkt vor Ort ein E-Bike oder E-Auto zu leihen. 

In Oberstdorf wird jeder Urlauber belohnt, der mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist: Es gibt Rabatt auf die Bergbahn-Touren. In Bad Kissingen stehen am Wochenende Freizeitbusse für die Touristen bereit, in Bad Driburg und in Winterberg fahren Ehrenamtliche die Besucher in kleinen Bürgerbussen zu ihrer Unterkunft. 

So gelingt dein erster Urlaub ohne Auto

Zugegeben: Ein Urlaub ohne Auto mag zunächst einmal nach mehr Stress und Planung klingen. Aber wenn du ein paar Tipps beachtest, kannst du einer neuen Reiseart eine Chance geben, sie vielleicht sogar lieben lernen und nebenbei noch deine Ökobilanz etwas aufbessern. 

Grundlage für einen erfolgreichen und erholsamen autofreien Urlaub ist eine gute Recherche. Informiere dich über die Verkehrsanbindung vor Ort und überlege dir auch, wie du vor Ort zu deinen Ausflugszielen kommst. Ratsam ist es auch, wenn du dir im Vorfeld Informationen über Rabatte und Angebote für autolose Urlauber einholst. 

Auch deine Packliste solltest du auf die neue Reiseart anpassen. Denn der ganze Kleiderschrank passt im Zweifel weder in dein Zugabteil noch auf den Gepäckträger deines Fahrrades. Solltest du also wirklich viel Gepäck brauchen, dann bietet es sich an, entsprechend umzuplanen – und im Zweifel auf ein E-Auto umzusteigen.

Vor Ort zählen dann vor allem deine Offenheit für Menschen, neue Erfahrungen und vielleicht auch ein bisschen Geduld. 

Diese Orte in Deutschland hat der ADAC untersucht: Bad Driburg, Bad Elster, Bad Füssing, Bad Kissingen, Bad Mergentheim, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bad Wildungen, Baiersbronn, Binz, Fulda, Haren (Ems), Heringsdorf, Norden, Nohfelden, Oberhof, Oberstdorf, Sankt Peter-Ording, Rheinsberg, Wernigerode, Winterberg.