Sommer, Sonne, Strand und Meer – das suchen auch in diesem Sommer zahlreiche Menschen in der Urlaubszeit. Und beliebte Reiseziele etwa in Spanien, Griechenland und Kroatien machen das trotz Coronavirus-Pandemie bereits wieder möglich. Aber: Eine Infektion ist dort – genau wie in Deutschland – möglich. Und zuletzt haben Dutzende Menschen das Virus mit nach Hause gebracht.

Mindestens 184 Reiserückkehrer in einem Bundesland mit Corona infiziert

Darauf lassen aktuelle Zahlen des Sozialministeriums in Baden-Württemberg schließen. Das hat nämlich laut einem Bericht der „Bild“ seit Mitte Juni 1259 neue Coronavirus-Fälle registriert. Und mindestens 184 Menschen davon haben sich demnach im Ausland mit dem Virus infizert. Insgesamt habe es 30 mögliche Infektionsländer seit Aufhebung der internationalen Reisewarnung gebeben. Und das allein in dem Bundesland. 

Zuletzt sorgte der Fall einer vierköpfigen Familie aus Cottbus für Aufsehen, die nach dem Mallorca-Urlaub positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die Infektion war dabei nur zufällig herausgekommen, weil ein Arbeitgeber der Eltern einen Test veranlasste. Das sorgt nun für Verunsicherung bei vielen Urlaubern. Was bedeutet das für den Sommerurlaub? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen. 

Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko im Sommerurlaub?

Bei der Cottbusser Familie ist noch nicht eindeutig geklärt, ob die Infektion im Urlaub oder bereits davor stattgefunden hat. Da keiner der Infizierten Symptome aufweist, ist das schwer nachzuverfolgen. Grundsätzlich besteht aber laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Urlaubsländern, die nicht von der Regierung als Risikogebiet eingestuft wurden, ein ähnliches Infektionsrisiko wie in Deutschland

Wenn du also etwa nach Spanien, Portugal, Kroatien, in die Niederlande, nach Österreich oder in andere europäische Länder reist, in denen die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner unter der 50er-Grenze liegt, dann gehst du erst mal kein erhöhtes Risiko ein. Voraussetzung für einen sicheren Urlaub in Corona-Zeiten ist allerdings die Einhaltung der Regeln. Heißt konkret: Abstandsregeln und Maskenpflicht beachten, Menschenmassen meiden und Hygienevorschriften befolgen. 

Was passiert, wenn an Bord meines Flugzeuges ein Coronavirus-Fall ist?

Sobald ein Passagier positiv auf das Coronavirus gestestet wird, beginnen die Gesundheitsbehörden mit der Nachverfolgung der Infektionskette. Das Robert-Koch-Institut gibt an, dass dafür alle Personen ausfindig gemacht werden, die in der gleichen Reihe sowie zwei Reihen vor und hinter dem infizierten Passagier gesessen haben.

Außerdem werden alle Besatzungsmitglieder über den Fall informiert und eventuell andere Personen, die engeren Kontakt mit dem Erkrankten hatten. Sie alle müssen sich dann auch in Quarantäne begeben. 

Wie hoch ist das Risiko, sich im Flugzeug mit dem Virus anzustecken?

Fluggesellschaften stufen das Infektionsrisiko an Bord eines Flugzeuges als eher gering ein. Das führen sie vor allem auf den steten Luftaustausch zurück. Aber auch zusätzliche Maßnahmen, wie eine Maskenpflicht für die Passagiere und Veränderungen im Service sollen die Sicherheit während eines Fluges vergrößern.

Einige Experten halten diese Aussagen für bedenklich. Sie verweisen darauf, dass die Luft in Flugzeugen nicht komplett verdrängt, sondern vermischt werde. Und auch die Tatsache, dass Abstandsregeln im Flugzeug kaum eingehalten werden können, sorgt immer wieder für Kritik. 

Was erwartet mich bei der Rückkehr aus meinem Sommer-Urlaub?

Trotz steigender Fallzahlen in beliebten Urlaubsländern haben sich die Gesundheitsminister zuletzt nur auf eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten entschlossen. Dafür soll es an Airports künftig spezielle Testzentren geben. Aber auch Urlauber, die sich nach ihrer Rückkehr krank fühlen, sollten sich entsprechend bei den Gesundheitsbehörden melden, um eine mögliche unsichtbare Erkrankung auszuschließen.

Kann ich aus Angst vor einer Ansteckung meinen Urlaub kostenlos stornieren?

Die Frage mit der Stornierung treibt in Zeiten der Pandemie viele Urlauber um. Und so individuell die Fragestellung ist, so komplex ist leider auch oft die Antwort darauf. Im Zweifel gilt: Reiseveranstalter kontaktieren und nachhaken.

Bei Pauschalreisen gestaltet sich die Stornierung in Zeiten der Corona-Krise in der Regel ohne große Komplikationen. So können Urlauber dann kostenlos stornieren, wenn sie durch die außergewöhnlichen Umstände an ihrer gebuchten Reise gehindert werden. Ein starkes Indiz dafür ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes oder die Einstufung durch das RKI als Risikogebiet. Pauschalreisende haben hier die besseren Karten, denn das Reiserecht in der EU gilt nicht für Individualreisende.