Reisende aus sogenannten Risikogebieten mussten bislang in Deutschland zwei Wochen in Quarantäne – es sei denn, sie konnten einen negativen Coronatest vorweisen. Weil sich viele Rückkehrer aber offenbar nicht an diese Regeln halten, sollen sie künftig unmittelbar nach der Rückreise am Flughafen in Deutschland auf das Coronavirus getestet werden. Ab Samstag, 8. August, wird der Corona-Test für Reiserückkehrer aus Risikogebieten Pflicht.

Für Urlauber stellen sich nun viele Fragen: Welche Länder gelten als Risikogebiete – und warum? Was müssen Rückkehrer, die aus einem solchen Gebiet einreisen, außerdem beachten? Wir klären die wichtigsten Fragen:

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Risikogebiete: Welche Länder sind betroffen?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist internationale Risikogebiete aus, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Sars-CoV-2 besteht.

Wann wird ein Land zum Corona-Risikogebiet?

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Gesundheitsministerium, das Auswärtige Amt und das Innenministerium. Die Einstufung als Risikogebiet basiert auf einer zweistufigen Bewertung. Aufgenommen werden Länder, in denen entweder …

  • … ein erhöhtes Risiko besteht, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, weil die Infektionszahlen hoch sind (mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen), oder …
  • … die Fallzahlen zwar niedrig sind, es aber zu wenige Testkapazitäten gibt, oder …
  • … die Fallzahlen zwar niedrig sind, es aber unzureichende Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung gibt.

Wer nach einer Reise in eines dieser Länder oder Gebiete nach Deutschland zurückkommt, muss ab Samstag, 8. August, innerhalb von 72 Stunden nach Rückkehr einen Corona-Test machen. Das geht zum Beispiel in Testzentren an Flughäfen oder Bahnhöfen

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Welche Länder gelten als Corona-Risikogebiet?

Die Bundesregierung prüft fortlaufend, inwieweit Gebiete als Risikogebiete einzustufen sind – die RKI-Liste der Risikogebiete kann sich also kurzfristig ändern. Nach aktuellem Stand (6. August) stehen die meisten Staaten weltweit darauf, auch beliebte Urlaubsländer wie die Ägypten, Marokko, Israel und die USA.

Seit dem 4. August ist zwar die Reisewarnung für vier Regionen in der Türkei aufgehoben, das Land steht aber noch immer auf der RKI-Liste. Drei Regionen in Spanien wurden am 31. Juli wieder zum Risikogebiet erklärt, darunter Katalonien mit Barcelona und der Costa Brava. Die vollständige RKI-Liste der Risikogebiete gibt’s bei uns im Überblick.

Was ist der Unterschied zwischen Reisewarnung und Risikogebiet?

Neben der RKI-Liste zu den Risikogebieten gibt es noch die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes – die beiden Einstufungen sind nicht automatisch miteinander verknüpft.

Eine Reisewarnung wird ausgesprochen, wenn davon ausgegangen werden muss, dass „jedem Reisenden eine konkrete Gefahr für Leib und Leben droht“. Gegebenenfalls wird auch nur vor Reisen in bestimmte Regionen des Landes gewarnt (Teilreisewarnung). Erstmals hatte das Auswärtige Amt im Rahmen der Coronavirus-Pandemie eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen, in der Folge stornierten die meisten Reiseveranstalter sämtliche Buchungen.

Was müssen Rückkehrer beachten, die aus einem Risikogebiet einreisen?

Es ist nicht grundsätzlich verboten, in Corona-Risikogebiete zu reisen. Aber: Wer auf einen Urlaub etwa in der Türkei, Ägypten oder den USA nicht verzichten will, sollte einiges beachten.

Testpflicht für Rückkehrer aus einem Risikogebiet

Seit dem 31. Juli können sich Reisende, die aus dem Ausland nach Deutschland reisen, freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Ab Samstag, 8. August, wird der Corona-Test für Rückkehrer aus Risikogebieten aber sogar Pflicht. Diese müssen sich dann entweder innerhalb von 48 Stunden vor Abreise im Urlaubsland testen lassen oder innerhalb von 72 Stunden nach Ankunft in Deutschland. Die Tests sind auch für Reisende aus Risikogebieten kostenlos. Teststationen gibt es bereits an vielen Flughäfen in Deutschland, ebenso an einigen Häfen, Bahnhöfen und Autobahnraststätten.

Quarantäne nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet

Bis ein negatives Testergebnis vorliegt, müssen Rückkehrer aus Risikogebieten in häusliche Quarantäne – das soll maximal 24 bis 48 Stunden dauern. Danach können sie die Selbstisolation in der Regel wieder verlassen. Mecklenburg-Vorpommern bildet hier eine Ausnahme: Rückkehrer dürfen erst nach einem zweiten Test frühestens fünf Tage nach Rückkehr wieder das Haus verlassen. Wer sich nicht an die Quarantäneregeln hält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro rechnen.

Bekomme ich in der Quarantäne weniger Lohn?

Arbeitnehmer riskieren Lohneinbußen, denn der Arbeitgeber muss das Gehalt während einer Quarantäne nicht zwingend weiterzahlen. Er kann sich die Kosten nämlich nicht entschädigen lassen, wenn Arbeitnehmer wissentlich in ein Risikogebiet gereist sind.

Ich war im Urlaub in einem Risikogebiet: Wie und wo kann ich mich testen lassen?

Schon vor der offiziellen Testpflicht haben viele Bundesländer Testzentren eingerichtet, vor allem an Flughäfen und anderen wichtigen Verkehrsknotenpunkten.

Corona-Tests am Urlaubsort vor Rückreise

Reisende können sich noch im Urlaubsort testen lassen (frühestens 48 Stunden vor der Ankunft in Deutschland), wenn es dort diese Möglichkeit gibt. Tests werden derzeit grundsätzlich von allen EU-Staaten akzeptiert, außerdem auch von Dutzenden Ländern weltweit. Welche das sind, kannst du in einer Liste des RKI nachlesen.

Corona-Tests in Deutschland

Die zweite Möglichkeit ist ein Test innerhalb von 72 Stunden nach Ankunft in Deutschland. Möglich ist das mittlerweile an fast allen Flughäfen in Deutschland sowie an einigen Häfen, grenznahen Autobahnraststätten, Bahnhöfen und Busbahnhöfen. Die Tests sind für Reiserückkehrer kostenlos.

Corona-Tests beim Arzt oder beim Gesundheitsamt

Wer am Urlaubsort oder am Flughafen keinen Corona-Test machen konnte, für den bleibt die dritte Möglichkeit: von zu Hause aus einen Termin beim Hausarzt oder dem Gesundheitsamt für einen Corona-Test vereinbaren. „In der Regel liegt das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden vor. Wegen einer höheren Auslastung könnte es in der Ferienzeit aber auch länger dauern. So lange müssen sich die Urlauber selbst isolieren“, sagt eine Sprecherin des Bundesministeriums für Gesundheit gegenüber dem reisereporter.