Das Reisen gestaltet sich in diesem Jahr komplizierter, als wir es gewohnt sind. Noch bis mindestens Ende August gilt für die meisten Länder außerhalb der EU eine Reisewarnung. Zudem weist das Robert-Koch-Institut (RKI) etliche Länder als Risikogebiete aus – darunter beliebte Reiseziele wie etwa Ägypten und die Türkei. 

Die Reise in diese Risikoländer hat für Urlauber Konsequenzen. Bislang mussten Rückkehrer beispielsweise in 14-tägige Quarantäne. Ab Samstag, 8. August, wird sich das ändern: Dann kommt die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Innerhalb von 72 Stunden nach Ankunft müssen sie sich auf das Coronavirus testen lassen, etwa direkt am Flughafen. 

Um eine Quarantäne kommen sie aber trotzdem nicht ganz herum: Bis ein negatives Testergebnis vorliegt, müssen die Rückkehrer in häuslicher Isolation bleiben. Das kann je nach Teststation bis zu 24 oder 48 Stunden dauern. Ob die Betroffenen ihr Zuhause danach wieder verlassen dürfen, liegt in der Entscheidung der Länder. 

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Reisende aus Risikogebieten sogar bis zum zweiten negativen Testergebnis frühestens fünf Tage nach Ankunft in Quarantäne bleiben. Wie andere Bundesländer die Regelung umsetzen, bleibt abzuwarten. Und bei einem positiven Coronatest gilt ohnehin weiterhin die 14-tägige Quarantäne-Regel. Freunde treffen, spazieren gehen, einkaufen – all das ist in dieser Zeit tabu.

Auch zur Arbeit dürfen die Rückkehrer aus Risikogebieten nicht. Dadurch riskieren sie Lohneinbußen, denn der Arbeitgeber muss das Gehalt während einer Quarantäne nicht zwingend weiterzahlen – er kann sich die Kosten nämlich nicht entschädigen lassen, wenn Arbeitnehmer wissentlich in ein Risikogebiet gereist sind. Aber wer kontrolliert eigentlich, dass man wirklich in Isolation bleibt und nicht etwa trotzdem zur Arbeit geht? 

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich bei Gesundheitsamt melden

Zuständig für die Beobachtung der Rückkehrer ist das Gesundheitsamt. Darüber infomiert etwa das Land Niedersachsen. Nach der Rückkehr aus Risikogebieten müssen sich die Reisenden unverzüglich beim zuständigen Gesundheitsamt melden – unabhängig davon, ob sie Covid-19-Symptome zeigen oder nicht. Beim Land Niedersachsen heißt es: „Für die Zeit der Absonderung unterliegen Sie dann der Beobachtung durch diese Behörde.“ 

Reisende mit dem Flugzeug, Schiff, Bahn oder Bus sollen außerdem sogenannte Aussteigerkarten ausfüllen. Das Gesundheitsministerium erklärt dazu: „Auf diesen Karten werden auch Angaben zu Symptomen und zu einem durchgeführten Test gemacht. Die Aussteigekarten werden eingesammelt und können an die Gesundheitsbehörden am Wohnort beziehungsweise Zielort der Reisenden in Deutschland weitergegeben werden.“

Rückkehr aus Risikogebiet: So teuer ist der Verstoß gegen die Quarantäne-Pflicht

Die lokalen Behörden kontrollieren dann stichprobenartig, ob die häusliche Quarantäne auch wirklich eingehalten wird. Wer gegen die Pflichten zur Meldung, Testung, Nachweiserbringung oder häuslichen Quarantäne verstößt, kann von den Behörden zu einem Bußgeld verdonnert werden. Je nach Bundesland drohen Strafen von bis zu 10.000 Euro.

Muss ich in Quarantäne, wenn ein Land während meiner Reise zum Risikogebiet wird?

Leider kann es passieren, dass ein Land zum Risikogebiet erklärt wird, während du schon dort bist. Auch dann musst du nach deiner Rückkehr einen Corona-Test machen und in Quarantäne. Denn: Wichtig ist, ob das Land, aus dem du einreist, am Tag deiner Rückkehr als Risikogebiet ausgewiesen ist.

Gibt es Ausnahmen für die Quarantäne-Pflicht? 

Ja. In einigen Bundesländern beispielsweise muss sich nicht absondern, wer sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten hat – außer, du zeigst Symptome einer Coronavirus-Erkrankung. Durch die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten kann sich die Quarantäne außerdem auf wenige Stunden oder Tage verkürzen.