Die Sommerferien sind in vollem Gange – deshalb reisen viele Urlauber an die Nordsee. Und alle wollen am liebsten: einen schönen Urlaub am Wasser. Ferienhäuser und Hotels sind im Juli und August bereits zu 90 Prozent ausgelastet, teilte der Deutsche Ferienhaus-Verband mit.

Extrem gut gebucht sind die Beherbergungsbetriebe in Schleswig-Holstein zum Beispiel in Sankt Peter-Ording, Büsum und auf vielen der Nordfriesischen Inseln, so Manuela Schütze von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein. Sie sagt aber: Wer flexibel ist, findet sicherlich noch eine Unterkunft. Zum Beispiel auf dem Festland in den Nachbarorten der Küsten-Hotspots oder bei der Süßwasseralternative, dem Binnenland.

Das Team von „Die Nordsee“ aus Niedersachsen empfiehlt außerdem, sich vorab in den Tourist-Informationen der Orte oder direkt bei den Unterkünften/Campingplätzen über verfügbare Kapazitäten zu informieren.

Wer es dann schafft, eine Unterkunft zu ergattern oder als Tagestourist an die Nordsee fährt, kann auch abseits der Touristen-Hotspots schöne Orte in Niedersachsen und Schleswig-Holstein entdecken.

Norddeich in Niedersachsen: Entdecke den Vogelpfad in Ostermarsch

Auf einer Strecke von rund sieben Kilometern kannst du im Norden von Norddeich den Vogelpfad in Ostermarsch erkunden. Beim Wandern lernst du ganz nebenbei noch etwas über Vögel wie Lachmöwe, Steinwälz und Wiesenpieper.

An verschiedenen Standorten gibt es außerdem Infos zum Watt als deren Nahrungsquelle, zur Bedeutung von Salzwiesen und zum ostatlantischen Vogelzug. Nach der Entdeckungstour kannst du entspannt die Schiffe und den Sonnenuntergang bewundern.

Norden in Niedersachsen: Seehunde im Waloseum besuchen

Ein toller Geheimtipp ebenfalls in Norden: das Nationalparkmuseum Waloseum mit seiner Station für Seehunde. Dort gibt es Ausstellungen zum Anfassen und Mitmachen, bei denen du die Tierwelt der Nordseeküste kennenlernst.

Auch einen Besuch wert ist das Automobil- und Spielzeugmuseum unweit vom Waloseum. Beide Museen kannst du während einer schönen Radtour besuchen – von Norddeich am Deich entlang durch die Marsch nach Norden und wieder zurück nach Norddeich. 

Wilhelmshaven: Entdecke das Molenfeuer an der Nordsee

Entspannung und Ruhe findest du in Wilhelmshaven am Jadebusen bei einem kurzen Spaziergang über eine der Brücken: Am Deich tummeln sich gerade an schönen Tagen viele Menschen an der Promenade, in den Strandkörben, den Restaurants und am Südstrand. Daher lohnt es sich, einfach mal ein paar Meter weiter nach links oder rechts zu gehen.

Die etwa sieben Kilometer lange Deichlinie bietet genügend Platz, um für sich zu sein und einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Tolle Spots abseits der bekannten Pfade sind zum Beispiel das Molenfeuer an der Nordmole ostseitig oder das Banter Fischerdorf in Richtung Westen. Dort sorgen Wellen oder das Wattenmeer bei salziger Luft für die perfekte Entspannungskulisse beim Spazierengehen.

Niedersachsen: Ein verpackter Leuchtturm an der Nordsee

Ein weiterer Geheimtipp ist die Mühle in Rysum mit einem Rundgang durch das urige ostfriesische Dorf Rysum. Bei einem Besuch kannst du das dörfliche Ostfriesland mit seinen 19 Warfendörfern, den Mühlen und Häuptlingsburgen, wie zum Beispiel die Überreste der Burgen in Pewsum (Manningaburg) und Groothusen (Osterburg), entdecken.

Nur wenige Kilometer weiter kannst du tolle Fotos vom Campener Leuchtturm „Greetsiel“ schießen. Das Ungewöhliche: Derzeit ist der Turm wegen Renovierungsarbeiten verpackt – wahrscheinlich noch bis Mitte Oktober. 

Otterndorf: Abseits des Massentourismus in Niedersachsen

In Otterndorf an der Nordsee kannst du dir im Wasser- und Landschaftspark eine schöne Stelle am Ufer aussuchen, um den Urlaub abseits des Massentourismus zu genießen. Dort kannst du auch picknicken, baden oder einfach in der Sonne etwas Vitamin D tanken.

Bei einem Spaziergang zum Park am Süderwall hast du die Möglichkeit, die historische Altstadt zu bewundern. Denn der Park mit Spielplatz und Hundeplatz ist durch schöne Gassen erreichbar. Wer sich lieber sportlich betätigen will, kann außerdem eine Kanutour auf der Medem machen. 

Wingst in Niedersachsen: Ein Waldspaziergang abseits der Nordsee

Wenn du auch Orte in der Nähe der Nordsee entdecken willst, lohnt sich ein Ausflug nach Wingst. Bei einem Waldspaziergang kannst du deiner Wanderlust nachgehen und für einen Tag mal Meeresluft gegen Waldluft tauschen. Bei der Gelegenheit kannst du auch den Silberberg besteigen.

Hallig Helmsand: Ein unbewohntes Paradies an der Nordsee

Ein echter Geheimtipp ist die ehemalige Hallig Helmsand in der Meldorfer Bucht. Denn: Das Vogelschutzgebiet ist unbewohnt und weitgehend unbekannt. Ein Damm verbindet seit 1930 Helmsand mit dem Festland. Aber Vorsicht, wer das Gebiet betreten will, darf dies nur mit einem Wander- oder Wattführer. 

Ein Strand am Nord-Ostsee-Kanal in Schleswig-Holstein

Westerland auf Sylt kennt jeder, aber „Klein Westerland“ ist ziemlich unbekannt. Kein Wunder, der feine Sandstrand liegt mitten auf dem schleswig-holsteinischen Festland am Nord-Ostsee-Kanal.

Das Besondere an „Klein Westerland“: Es ist die einzige Badestelle, die es am Kanal gibt. Außerdem kannst du dich beim Schwimmen auf Nervenkitzel freuen, denn dort ziehen große und kleine Schiffe ganz nah an den Schwimmern vorbei.

Donner Kleve – das tote Kliff der Nordsee in Schleswig-Holstein

Ganze 17 Kilometer ist heute die Nordsee vom sogenannten Spiekerberg entfernt, doch einst brachen dort die Nordseewellen. Die ehemalige Steilküste im Gebiet Kleve (Kliff) ist etwa 30 Meter hoch und liegt südöstlich von St. Michaelisdonn. Um zu den Aussichtspunkten  zu gelangen, musst du dich zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch Wald und Heide bewegen. 

Husumer Bucht: Festlandküste für alle, ein Paradies für Wanderer

Ein echtes Paradis ist für Wanderer die Husumer Bucht: Dort gibt es gleich sieben Rundwanderwege, die zwischen elf und 23 Kilometer lang sind. Wer lieber etwas über Geschichte, Geologie und Besonderheiten des Waldes erfahren will, kann im Schobüller Wald einen Erlebnispfad mit verschiedenen Stationen bestreiten.

Nordsee: Fisch essen mit Ausblick auf Neufelder Hafen

Wer vorbeifahrend Schiffe und frischen Fisch oder andere Nordsee-Spezialitäten an einem ruhigen Örtchen genießen will, ist im kleinen Hafen in Neufeld richtig. Dort, am südlichsten Zipfel Dithmarschens, hast du auf die Elbmündung an der Nordsee einen fantastischen Ausblick. 

Nordfriesland entdecken: Ein Hauch von Skandinavien

Dünn besiedelte und verträumte Landschaften fernab vom Massentouristmus finden Wanderer zwischen Bredstedt, Dagebüll, Leck, Niebüll und Wiedingharde. Die flachen Wälder dort erinnern an Schweden oder Finnland. Wer lieber Urlaub mit dem Fahrrad macht, kann aus einer großen Auswahl an Routen wählen, um die Reise durch Nordfriesland zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.