Reisen trotz Corona – wer das Abenteuer wagt, muss so einiges beachten. Neben der üblichen Packliste müssen Reisende schon vor dem Urlaub die Einreiseregeln, Corona-Maßnahmen und Einschränkungen am Urlaubsortüberprüfen. 

Aber auch während der Reise können Fragen auftreten, die nicht jeder ad hoc beantworten kann. Zum Beispiel: Der Strand ist gesperrt, weil sich bereits zu viele Menschen dort aufhalten. Wo kann ich stattdessen hin? Was ist, wenn ich mich mit dem Coronavirus anstecke oder auf einen Infizierten treffe? 

Abhilfe schaffen in solchen Fällen Apps, die sich jeder ganz einfach auf sein Smartphone herunterladen kann. Welche Anwendungen dir deinen Urlaub in Europa erleichten, verrät der reisereporter.

Corona-Warn-Apps für den Urlaub im Ausland

Die Corona-Warn-App gibt es in Deutschland nun seit einiger Zeit. Personen, die diese Anwendung auf ihrem Handy haben, werden darüber informiert, falls sie Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatten. Wie steht es aber mit der App im Urlaub? 

Im Ausland funktioniert die deutsche Corona-Warn-App nur, wenn sich an einem Urlaubsort auch weitere deutsche Touristen aufhalten. Mit anderen Apps aus anderen Ländern ist sie nicht kompatibel. Wenn du auch im Ausland über einen möglichen Corona-Kontakt informiert werden willst, musst du auf die App deines Reiseziels zurückgreifen.

Diese Corona-Warn-Apps aus dem Ausland können deutsche Urlauber benutzen:

  • Frankreich: „Stop Covid“
  • Italien: „Immuni“
  • Schweiz: „Swiss Covid“
  • Österreich: „Stopp Corona“

Die App „Smittestop“ für Dänemark kann zwar von deutschen Touristen genutzt werden, ist aber nicht kompatibel mit der deutschen Corona-Warn-App. Der Grund: Beide Anwendungen nutzen einen dezentralen Ansatz, deshalb können sie nicht parallel auf einem Handy laufen.

Wer also in Dänemark auf die Landes-App umstellt, bekommt keine Nachrichten mehr aus Deutschland, obwohl der Tourist vielleicht einem Infizierten vor wenigen Tagen begegnet ist. Das gilt auch umgekehrt: Wer nach dem Urlaub in Dänemark wieder auf die deutsche App umstellt, bekommt keine Warn-Nachrichten mehr vom Urlaubsland.

Wichtige Fragen beantworten EU-App und Auswärtiges Amt

Vor der Reise in ein Urlaubsland empfiehlt es sich immer, Informationen über die Bestimmungen vor Ort einzuholen. Gibt es zum Beispiel auf Mallorca eine Maskenpflicht? Brauche ich für meinen Türkei-Urlaub einen Corona-Test? Was erwartet mich am Flughafen? All diese Fragen kann dir das Auswärtige Amt beantworten. Damit du diese Informationen immer schnell abrufen kannst, gibt es eine App für Android und iOS.  

Ähnliche Antworten findest du auch auf der Website Re-open EU. So hat das Portal etwa eine Antwort darauf, ob eine Einreise aus der EU möglich ist, wie die Quarantäne-Bestimmungen sind und ob man sich vor Ort frei bewegen kann. Alle Informationen sind dabei in 24 Sprachen verfügbar und werden täglich aktualisiert.

Für diese Urlaubsländer brauchst du einen QR-Code

Bei der Einreise ins Land verlangen einige Urlaubsländer eine Einreisebestätigung. Bei einer Reise nach Spanien ist ein  QR-Code nötig. Den erhalten Touristen mit einem Android-Smartphone, indem sie die kostenlose App „Spain Travel Health SpTH“ downloaden. Alle anderen können online ein Einreiseformular über die Website der Gesundheitsbehörde Spain Travel Health ausfüllen

Auch in Griechenland wird von einreisenden Urlaubern ein QR-Code verlangt. Denn: Einreisen dürfen nur jene, die sich 48 Stunden zuvor auf der Website der griechischen Zivilschutzbehörde angemeldet und eine Bestätigung erhalten haben. Die verschärften Einreiseregeln gelten bis mindestens zum 31. August. Wer will, kann das Formular aber auch über die mobile App Visit Greece ausfüllen. Die Anwendung ist im Play Store erhältlich. 

Ebenso ist eine Vorab-Registrierung in Sizilien nötig. Urlauber können dafür ein Onlineformular ausfüllen oder die App „SiciliaSiCura“ herunterladen. Die App gibt es bei Google Play oder im Apple-Store.

Urlauber kommen in Spanien an – ab 1. Juli brauchen sie dafür einen QR-Code.

Apps, die zeigen, wie voll es an Stränden im Urlaubsort ist

Am Reiseziel angekommen, wollen die meisten Touristen erst einmal den Strand genießen. Damit dort genügend Abstand gehalten wird, haben einige Länder bereits eigene Strand-Apps veröffentlicht. 

Strand-App für Mallorca: Die „Platges Segures“-App beispielsweise ist für Android- und Apple-User erhältlich und zeigt die Belegung eines Strandabschnitts im Ist-Zustand an. Übersteigt die Belegung eines Strandabschnittes in Cala Major, Can Pere Antoni, Ciutat Jardí, Cala Estància oder Playa de Palma 60 Prozent, färbt sich die App-Anzeige orange – bei 90 Prozent wird der Abschnitt rot angezeigt. Neue Strandbesucher werden dann gebeten, einen anderen der fünf Strände aufzusuchen.

Ampel-App für Portugal: Mithilfe der App „Info Praia“ können Urlauber schon in der Unterkunft überprüfen, an welchen Stränden noch am meisten Platz ist. Darüber hinaus informiert die Anwendung auch über die jeweilige Wasserqualität. Sie ist ebenfalls erhältlich für Android und iOS.

Strand-Apps für Deutschland und Holland

Strand-Ampel für Ostsee: In der Lübecker Bucht mussten zum Start der Sommerferien in Scharbeutz und Haffkrug die Strände für Tagestouristen wegen Überfüllung geschlossen werden. Nun gibt es die Website strandticker.de. Dort können sich Touristen über freie Strandabschnitte in der Gegend informiert. Wer die Seite mit einem Klick auf seinem Smartphone haben will, kann sie einfach zum Startbildschirm hinzufügen.

App für die Insel Texel: Die App „TexelMap“ für die niederländische Nordsee-Insel Texel hat das Ziel, Menschenansammlungen an beliebten Orten zu verhindern. Mit einem Reservierungssystem macht sie die Kapazität einzelner Standorte sichtbar und gibt an, wo noch Plätze frei sind. Urlauber können also mit der App vorab ihre Besuche planen und sich dabei einen gewünschten Zeitraum sichern.

Die Nordsee-Insel Texel startet eine eigene App zur besseren Urlaubsplanung.

Ein Reise-Symptom-Tagebuch hilft bei einem Arztbesuch im Ausland

Mit dem digitalen „Symptom-Tagebuch“ der gemeinnützigen Organisation Data4Life und der Charité – Universitätsmedizin Berlin können Nutzer während ihres Urlaubs Beobachtungen zu ihrem Gesundheitszustand festhalten.

Die Fragen zu Schmerzen, Fieber und weiteren typischen Covid-19-Anzeichen können Reisende mit nur wenigen Klicks überall beantworten, auch bei nur leichten Symptomen. Im Fall eines Covid-19-Verdachts können die Informationen dann in übersichtlicher Form auf Deutsch oder Englisch ausgedruckt oder direkt vom Smartphone geteilt werden. So sollen Ärzte optimal informiert werden können, wenn Urlauber und Arzt nicht dieselbe Sprache sprechen.

Außerdem hilft die Dokumentation der Symptome dabei abzuschätzen, seit wann eine Infektiosität besteht, wodurch die Infektionsketten aufgeklärt werden könnten.