Am Strand spazieren, Sonne tanken und im Meer baden: Griechenland ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Kein Wunder also, dass Inseln wie Kreta, Rhodos oder Korfu jährlich Tausende Urlauber in ihren Bann ziehen. Zahlreiche Insel-Fans stehen deshalb in den Startlöchern. Denn jetzt, da ein Urlaub im Ausland nach wochenlanger Coronavirus-Zwangspause möglich ist, juckt es sie in den Fingern, die diesjährige Reise zu planen. 

Das Problem dabei: Der gute Ruf, den die griechischen Inseln genießen, macht sich auf den örtlichen Promenaden oftmals bemerkbar. Und nicht jeder Reisende begrüßt die Vorstellung von überfüllten Ufern, Märkten und Sehenswürdigkeiten. 

Für alle, die aus diesem Grund nach Ruhe und Erholung suchen, gibt es gute Neuigkeiten. Denn eine Insel ist von Touristen noch weitestgehend unentdeckt: Poros im Saronischen Golf. Ja, richtig gelesen, wir meinen nicht die (zugegeben wunderschöne) Kykladen-Insel Paros. Ein kleiner Buchstabe macht hier den Unterschied ...

Ein echter Geheimtipp: Poros im Saronischen Golf

Poros ist nur 23 Quadratkilometer groß und befindet sich nordöstlich der Peloponnes, einer Halbinsel im Süden des griechischen Festlands mit etwa einer Million Bewohnern. Griechenlands Hauptstadt Athen ist 60 Kilometer entfernt. Und doch liegen zwischen den beliebten Reisezielen und der 4000-Seelen-Insel Welten. Denn dort lautet das Lebensmotto trotz des Trubels der Nachbarorte noch immer „siga siga“, also „immer mit der Ruhe“. 

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Poros besteht aus zwei Teilen, die nebeneinander liegen. Während sich das beschauliche Inselleben auf Poros-Stadt auf den kleinen Inselteil Sferia konzentriert, bietet der größere Inselteil Kalavria eine erstaunliche Natur.

Schon die Aussicht, die diejenigen, die mit dem Boot ankommen, genießen, fasziniert deshalb die meisten. So schrieb etwa der amerikanische Schriftsteller Henry Miller, der neun Monate auf dem Eiland verbracht hatte, im Jahr 1941: „An allen Seiten ragt plötzlich das Land empor (...). Langsam durch die Meerenge von Poros zu gleiten, gleicht dem Durchdringen des Geburtskanals und ist eine Freude, wie sie größer nicht sein kann.“ 

Poros statt Athen: Der Charme der malerischen Stadt

Neoklassizistische Villen, traditionelle Fischerhäuschen und romantische Gassen: Die malerische Altstadt der Insel, die Griechen seit der Bronzezeit ihr Zuhause nennen, lässt Herzen von Kulturliebhabern höherschlagen.

Dichte Wälder, weite Küstenabschnitte und hohe Berge: Auf Poros kommen Reisende auf ihre Kosten.

Zum einen besteht eine enge Verbindung zu Poseidon, dem Gott des Meeres. Deshalb befindet sich ein entsprechendes Heiligtum auf einem örtlichen Hügel, dessen Kalkstein-Überreste Reisende oftmals besichtigen. Zum anderen gibt es ein kleines, aber sehenswertes archäologisches Museum am sogenannten Koryzi-Platz. Dort bekommen Touristen unter anderem Fundstücke aus dem Poseidon-Tempel sowie aus den antiken Städten Troizen und Methana zu Gesicht. 

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Diese Sehenswürdigkeiten gibt es auf Poros

Wer nach Poros reist, sieht eine Sehenswürdigkeit zwangsläufig: die historische Turmuhr mitten in der Stadt, die bereits seit 1927 tickt. Ein Besuch lohnt sich insbesondere am Abend, wenn sich ein fantastisches Farbenspiel am Himmel auftut.

Ebenfalls sehenswert ist die Villa Galini, in der namhafte Persönlichkeiten wie der griechische Literatur-Nobelpreisträger Giorgos Seferis und die schwedische Schauspielerin Greta Garbo wohnten. Achtung: Das Anwesen ist heute in Privatbesitz. Das bedeutet für Reisende: Sie haben lediglich die Möglichkeit, es von außen zu sehen. 

Wer wegen des Insel-Flairs Maritimes bevorzugt, staunt zudem beim Anblick der russischen Marinebasis. Sie steht unter Denkmalschutz und gilt als Namensgeberin des Strandabschnittes Russian Bay.

Maritimes findet sich auf der gesamten Insel Poros – obwohl der Hafen verhältnismäßig klein wirkt.

Kulturliebhaber aufgepasst: Diese Ausflugsziele warten

Und wer dann noch wissbegierig ist, hat zum Beispiel die Möglichkeit, mit der Fähre einen Ausflug in die 40 Kilometer entfernte Region Argolis zu machen, wo Epidaurus, eine weltbekannte Ausgrabungsstätte, liegt. Die vielen Sehenswürdigkeiten von Nafpilo wiederum erreichen Reisende bei einer Strecke von 70 Kilometern in anderthalb Stunden.

Alle, die etwas mehr Zeit mitbringen, haben außerdem die Möglichkeit, einen Tagesausflug nach Argos, eine der ältesten Städte Europas, zu unternehmen. Alternativ bieten sich Abstecher nach Korinth, Argos oder Mykene, wo die bekannten Ausgrabungen von Schliemann warten, an.

Griechenland-Urlaub: So hinreißend ist die Natur auf Poros

„Lass die Welt ein Blutbad haben – ich halte mich an Poros fest. Millionen von Jahren mögen vergehen, aber meine Füße verlassen dieses Boot niemals“, schrieb Miller schon vor 80 Jahren. Ein Lebensgefühl, das Urlauber vor Ort bis heute verbindet.

Vor allem Naturliebhaber sehen sich nicht an Poros satt. Denn die Insel vulkanischen Ursprungs bietet Berglandschaften, die bis zu 350 Meter hoch sind. Auf ihnen wachsen dichte Pinienwälder, die einen natürlichen Sonnenschutz gewährleisten. Gegenüber, also östlich des Ortes Galatas, gibt es einen märchenhaften Zitronenwald, dessen Duft das gesamte Gebiet bis zum azurblauen Meer bedeckt. Die Folge: eine beruhigende Wirkung, die nur das Plätschern der Wassermühlen durchbricht. 

Küste Poros: Ein Paradies für Romantiker und Wasserratten

Außerdem kommen Romantiker auf ihre Kosten. Auf ihre Bucket List gehört ein romantischer Spaziergang entlang der vielen Cafés, Tavernen und Souvenirläden. Und die Lichter der Geschäfte zaubern eine unvergleichbare Atmosphäre, wenn sie sich im Wasser des Meeres spiegeln.

Eine schönere Aussicht für Spaziergänge am Abend ist kaum möglich.

Schöne Badestrände sind die unbebaute Vagionia-Bucht im Norden, der ausgestattete Askeli Beach im Süden sowie Love Bay und Russian Bay im Südwesten. Dort erwarten Urlauber zahlreiche Wassersportmöglichkeiten. So haben sie zum Beispiel die Möglichkeit, sich am Stand-up-Paddeln oder Kajakfahren zu probieren.

Und auch wer sich fürs Schnorcheln in dem glasklaren Wasser entscheidet, sammelt dank des Fisch-Reichtums Eindrücke, die so schnell nicht in Vergessenheit geraten.

Während einige Strände auf Poros noch unbebaut sind, erfreuen sich andere einer guten Ausstattung für Urlauber.

Auch von der Küste aus bietet sich Reisenden eine Ausflugsmöglichkeit der besonderen Art. Denn auf der etwa 500 Meter entfernten Felsinsel Daskalio wartet neben einer kleinen Kapelle die Chance auf traditionelle Souvlaki-Spieße und Mythos-Bier.

Auf den Geschmack gekommen? Auf nach Poros!

Der Weg nach Poros führt ausschließlich übers Wasser. Heißt: Reisende wählen entweder einen Mietwagen, ein Taxi oder einen Bus von Athen über Peloponnes und wechseln bei Galatas zu einer Fähre oder einem der vielen Wassertaxis. Eine Route, die etwa drei Stunden beansprucht.

Weniger kompliziert ist dagegen der Weg über eine Schnellfähre von Piräus aus. Sie ist etwa eine Stunde und 15 Minuten unterwegs. Zusätzlich verkehrt in der Hauptsaison eine größere Fähre, die etwa zweieinhalb Stunden fährt. 

Dass Poros auf Gemütlichkeit setzt, zeigt sich bereits beim Anblick der gastronomischen Betriebe auf der Insel.

Obwohl es auf der Insel keine klassischen Tourismuszentren oder Hotelburgen gibt, bietet sie Besuchern eine große Bandbreite an Unterkünften, darunter Familienpensionen, Mittelklassehotels und Spa-Resorts. Außerdem stehen ihnen zahlreiche gastronomische Angebote zur Verfügung, zum Beispiel die Poseidon Taverna an der Hafenpromenade oder die Taverna Sti Rota am Denkmal der gefallenen Helden.