Die Zahl der Corona-Fälle steigt in beliebten Urlaubsländern wie Kroatien und Spanien wieder – verschärfte Corona-Maßnahmen sind die Folge.

Auf Mallorca gilt ab Montag, 13. Juli, beispielsweise überall eine Maskenpflicht. Grund dafür waren unter anderem ausschweifende Partys in Privathäusern und am Ballermann, bei denen Urlauber ohne Mundschutz und Abstand tranken und tanzten. Gesundheitsminister Jens Spahn warnt in der Folge sogar davor, dass der Ballermann ein zweites Ischgl werden könnte.

In Kroatien sind gut 33 Prozent aller 3.722 Coronavirus-Infektionen innerhalb der vergangenen gut zweieinhalb Wochen hinzugekommen. Das Nachbarland Slowenien hat deshalb Kroatien wieder von der Liste sicherer Urlaubsländer gestrichen. Viele Urlauber fragen sich nun: Ist der Urlaub in Gefahr?

Was passiert, wenn Kroatien seine Grenzen aufgrund der Coronavirus-Infektionen plötzlich wieder schließt oder die mallorquinische Regierung den internationalen Tourismus wieder verbietet?

Corona-Sommerurlaub: Wann wird eine Reisewarnung ausgesprochen? 

Bisher ist das Reisen sowohl nach Kroatien als auch nach Spanien für deutsche Urlauber uneingeschränkt möglich. Für beide Länder gibt es seit dem 15. Juni keine Reisewarnung mehr, und derzeit stehen sie auch nicht auf der Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) als Corona-Risikogebiete (Stand: 13. Juli 2020).

Erst bei mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen könnte aus einem Reisehinweis wieder eine Reisewarung werden.

Doch die Lage könne sich schnell ändern. „Wir prüfen immer genau, wie hoch das Infektionsgeschehen in einem Land ist und ob eine Einreise möglich ist. Abhängig von den Voraussetzungen kann eine Reisewarnung aufgehoben oder wieder ausgesprochen werden“, so das Auswärtige Amt auf reisereporter-Nachfrage.

Wird tatsächlich wieder eine Reisewarnung ausgesprochen oder eine Urlaubsregion als Corona-Hotspot vom RKI gelistet, hätte dies sowohl Auswirkungen auf Urlauber vor Ort als auch auf die Buchungen.

Das passiert, wenn die Grenzen im Urlaubsort wieder dicht gemacht werden

Bei einem erneuten Lockdown müssten Urlauber das betroffene Land schnellstmöglich verlassen. Reisende mit dem Auto müssen in dem Fall mit Staus und Grenzkontrollen rechnen.

Die Bundesregierung hatte eine zweite große Rückholaktion bei erneuter Grenzschließung ausgeschlossen. Pauschalreisende sollten sich in jedem Fall mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung setzen. Ob Tui, FTI oder DER Touristik: Die Veranstalter müssen für eine sichere Rückreise sorgen. 

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Auch Individualreisende können in den meisten Fällen auf eine Rückfluggarantie bei ihrer gebuchten Airline zurückgreifen. Jene aber, die kein konkretes Rückflugdatum haben, sollten sich am besten schon vor der Reise in der Krisenvorsorgeliste Elefand des Auswärtigen Amts eintragen. 

So erhalten die gestrandeten Urlauber im Krisenfall konkrete Empfehlungen zu Verhaltensweisen, Sammelpunkten und eventuellen ortsspezifischen Evakuierungswegen, die über die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts hinausgehen.

Zweite Corona-Welle: Was Reisende wissen müssen

Bräche an einem Urlaubsort eine zweite Corona-Welle aus, könnte das Land vom RKI wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft werden. Reisende, die dann aus dem Urlaub zurückkommen, müssen mit einer verpflichtenden 14-tägigen Quarantäne rechnen.

Das träfe auch zu, würde das Land erst am letzten Tag der Reise zum Risikogebiet erklärt werden. Nur mit einem negativen Corona-Test lässt sich die Quarantänepflicht umgehen. 

Da bei einem Einreiseverbot oder steigenden Infektionszahlen außergewöhnliche Umstände vorliegen, können Urlauber bei einer bereits bestätigten Buchung darauf warten, dass der Reiseveranstalter diese storniert, oder sie können selbst von der Pauschalreise kostenlos zurücktreten. „Da die Reiseveranstalter eine Stornierung aber bis zum Schluss rauszögern, empfehle ich, selbst zu ermitteln und zu handeln“, sagt Reiserechtsanwalt Paul Degott dem reisereporter.

Urlaub storniert: Geld zurück oder Reisegutschein akzeptieren 

In jedem Fall müssen Touristen sich entscheiden, ob sie lieber das Geld zurückhaben oder die Reisebranche unterstützen und einen Gutschein akzeptieren wollen.

Es gibt sowohl Gründe für als auch gegen einen Reisegutschein. Beispielsweise sind Verbraucher an den Reiseveranstalter gebunden und müssen bei der nächsten Reise gegebenenfalls draufzahlen, sollten der Flug oder das Hotel teurer werden.

Für den Gutschein spricht wiederum, dass einige Anbieter dir Extra-Guthaben anbieten, um deine Reisekasse aufzufüllen. Sie schenken dir teilweise bis zu 200 Euro. Außerdem ist der Gutschein mittlerweile durch die Bundesregierung vor einer Insolvenz des Reiseveranstalters abgesichert. Das heißt, selbst wenn der Anbieter pleitegeht, bekommst du dein Geld zurück. Alle Pro- und Kontra-Punkte zum Reisegutschein findest du in unserer Übersicht.