Am Strand spazieren, Sonne tanken und im Meer baden: Mallorca ist für Deutsche das Reiseziel schlechthin. Zahlreiche Insel-Fans stehen deshalb in den Startlöchern. Denn jetzt, da ein Urlaub im Ausland nach wochenlanger Coronavirus-Zwangspause vielerorts wieder möglich ist, juckt es sie in den Fingern, die diesjährige Reise zu planen. 

Das Problem dabei: Mallorcas guter Ruf macht sich auf den örtlichen Promenaden oftmals bemerkbar. Und nicht jeder Reisende begrüßt die Vorstellung von überfüllten Ufern, Märkten und Sehenswürdigkeiten – zumal die Covid-19-Pandemie noch nicht der Vergangenheit angehört. 

Für alle, die deshalb nach Ruhe und Erholung suchen, gibt es gute Neuigkeiten: Auf der beliebten Urlaubsinsel gibt es Orte, die von Touristen noch weitestgehend unentdeckt sind. Der reisereporter nennt sieben Geheimtipps.

Urlauber aufgepasst: Diese Burg auf Mallorca bietet einen romantischen Ausblick

Wer auf das Castell de Santueri steigt, bereut trotz der damit verbundenen Anstrengung nichts, denn die Ruine einer Felsenburg liegt auf dem Tafelberg Puig de Santueri südöstlich von Felantix. In etwa 400 Meter Höhe bietet sich Urlaubern dementsprechend eine Aussicht, die es in sicht hat: Neben schneeweißem Sandstrand und dem klaren Meer kriegen sie die weite Hügelkette Serres de Llevant zu Gesicht.

So unscheinbar sie im ersten Moment auch wirkt: Die Felsenburg Castell de Santuari bietet Urlaubern eine Aussicht, die sie garantiert nicht vergessen.

Neben Romantikern kommen hier aber auch Kulturliebhaber auf ihre Kosten. Denn: Die Burg stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde von der spanischen Krone errichtet. Heute ist sie im Privatbesitz einer Familie, die das Anwesen vor wenigen Jahren komplett sanierte. 

Mehr Abenteuer gefällig? Auch das ist in der Nähe des Castell de Santueri kein Problem. Von dort aus führt ein Wanderweg zum gegenüber liegenden Kloster Santuari de Sant Salvador. Die Strecke ist etwa fünf Kilometer lang und man braucht etwa zwei bis drei Stunden für sie. 

Ein Traum für alle Naturliebhaber auf Mallorca: Die Landschaft der Cala Torta

Umgeben von einer naturbelassenen Hügellandschaft mit felsigen Küstenregionen liegt die Cala Torta im Nordosten Mallorcas. Hier stören weder riesige Hotelbauten noch laute Strandpromenaden die Ruhe der malerischen Bucht. Und der etwa 130 Meter lange Strand fasziniert Insel-Fans garantiert. Denn er ist von bizarren Felsklippen umrahmt. Dazu kommt ein spärlicher Bewuchs, bestehend aus mediterraner Macchia und niedrigen Pinien.

Märchenhaft: Unter blauem Himmel branden die Wellen sacht am menschenleeren Sandstrand in der Cala Torta.

Wer nach diesen Besonderheiten noch immer nicht genug von der Natur der Insel bekommen hat, hat Glück. Denn die Cala Torta bietet außerdem eine Straße, die durch eine unberührte Landschaft führt und bei einer kleinen Bucht nordöstlich der Kleinstadt Artà endet. Mit dabei: zahlreiche Pfade und Wanderwege. So kommen sowohl Hobby-Fotografen als auch Abenteurer auf ihre Kosten.

Hier kommen Sport-Fans in ihrem Mallorca-Urlaub auf ihre Kosten: Der Cúber-Stausee

Der Embalse de Cúber, den Kenner meist nur Cúber nennen, ist Mallorcas größter Stausee. Damit gilt das Gewässer, das sich auf etwa 750 Metern Höhe befindet, als eines der wichtigsten Wasserreservoirs der Insel. Und als wäre das nicht Sehenswürdigkeit genug, bietet die Umgebung Reisenden naturnahe Ausflugsziele der Superlative. 

Das Areal rund um den Cúber ist ein Naturschutzgebiet.

Dazu zählen etwa die zahlreichen Wanderwege der Region. Hier ist für jeden etwas dabei: Urlauber, die wenig Erfahrung mitbringen, haben zum Beispiel die Möglichkeit, den Weg, der direkt um den See herumführt, zu erkunden. Die Tour dauert nur anderthalb Stunden und beinhaltet keine anstrengenden Steigungen.

Erfahrene Bergsteiger wiederum erklimmen am besten den Gipfel des Puig de l’Ofre. Ein Ausflug, der sich lohnt. Denn an der Spitze wartet ein traumhafter Rundblick über die Gebirgsgegend.

Doch Vorsicht: Abkühlung verspricht der Cúber-Stausee nicht. Weil die Vorschriften eines Wasserschutzgebietes gelten, ist der Aufenthalt im Wasser verboten.

Im Örtchen Cala Pi können Mallorca-Urlauber wandern und die Stille genießen

Gerade einmal 650 Einwohner zählt das kleine Örtchen Cala Pi in der Gemeinde Llucmajor. Die Region gilt zwar als älteste Siedlung Mallorcas, ihren Zauber verliert sie dadurch allerdings nicht – schließlich endet dort das Land und das Meer beginnt. Das zeigt auch die bewachsene Steilküste: Sie ist verantwortlich für die Stille, die Urlauber hier genießen, da der felsige Küstenabschnitt die Bebauung mit großen Hotelkomplexen verhindert. 

Auch mit dem Boot ist der Strand von Cala Pi erreichbar.

Trotz der entspannten Lage bietet Cala Pi Reisenden alles, was das Herz begehrt. Neben sämtlichen Einkaufsmöglichkeiten locken zum Beispiel Wanderwege, die allesamt durch die erstaunliche Natur führen. Dazu kommt ein Strand, der es in sich hat – immerhin liegt er am Ende eines türkisfarbenen Fjords im Süden der Insel. 

Wer nach einem Besuch der sehenswerten Punkte der Region noch immer abenteuerlustig ist, hat zudem die Möglichkeit, einen Ausflug in die benachbarte Siedlung Capocorb Vell zu machen. Dort kommen Geschichtsliebhaber auf ihre Kosten: Die Region stammt aus der Bronze-Zeit und gilt als wichtigste archäologische Ausgrabungsstätte Mallorcas. 

Reise durch Tradition und Literatur im Bergdorf Valldemossa auf Mallorca

In einem Tal umgeben von Bergen der Tramuntana liegt einer der schönsten Orte Mallorcas: Valldemossa. Obwohl das Dorf gerade einmal knapp 2.000 Einwohner zählt, bietet es Geschichtsliebhabern eine Menge Stoff. Denn hier wohnten 1838 der Komponist Frédéric Chopin und die Schriftstellerin George Sand. Das Ergebnis des Aufenthalts war das Buch „Ein Winter auf Mallorca“, ein echter Klassiker der Reiseliteratur.

Grüner geht nicht: Das Bergdorf Valldemossa ist sowohl bei Natur- als auch bei Kulturliebhabern beliebt.

Alte Häuser, bunte Balkone und romantische Gassen: Dass Urlauber sich in diesem Ort auf Zeitreise begeben, ist klar. Beinahe an jedem Haus finden sich deshalb bemalte Kacheln mit Szenen aus dem Leben der einzigen Heiligen Mallorcas, Catalina Thomás.

Entsprechend pompös wirken die Klöster der Region. Ganz vorn dabei: die Kartause von Valldemossa. Und wer das Augenmerk lieber auf Natur als auf Kultur legt, macht einfach einen Spaziergang in den dazugehörigen Gärten, den Jardins Rei Joan Carles.

Wo Tierliebe auf Abenteuerlust trifft: Der Naturpark S’Albufera auf Mallorca

Der Naturpark S’Albufera liegt im Nordosten von Mallorca, zwischen Alcudia und Can Picafort. Er gilt als eines der wichtigsten Feuchtgebiete der Balearen. Dementsprechend trennen nur Dünen ihn vom Meer. Das wiederum freut zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Auf rund 1.700 Hektar Fläche tummeln sich hier zum Beispiel Vögel, Fische, Insekten und Nagetiere.

Hier ist die Stille hör- und spürbar: Seit 1988 gilt die Region als Naturpark.

Auch für Wanderliebhaber eignet sich der Park. Denn er vereint mehrere Wanderwege. Und an einigen Punkten warten sogar Türme zur Vogelbeobachtung. Da der Eintritt kostenfrei ist, gibt es nur eine Voraussetzung: eine Anmeldung. Dafür melden sich Reisende beim sogenannten Centro de Recepción sa Roca in Muro. Dort haben sie außerdem die Möglichkeit, Ferngläser oder eine Führung dazuzubuchen.

Dieser Ort hebt Entspannung im Urlaub auf ein neues Level: Das Dorf Llucalcari

Kurz hinter dem malerischen Dorf Deià liegt ein Ort, der den meisten Touristen noch kein Begriff ist: Llucalcari. Hier gibt es zwar nur zwanzig bis dreißig Häuser, doch Reisende haben die Chance, eine abgelegene Felsbucht namens Es Canyaret zu entdecken. Mit dabei: kristallklares Wasser, eine beeindruckende Schlucht und ein tosender Wasserfall.

Der Sonnenuntergang in Llucalcari lässt nicht nur die Herzen der Romantiker unter uns höher schlagen.

Die Hauptattraktion an diesem Strand ist der Schlamm, der sich in Wassertümpeln bildet. Ihn verteilen Einheimische auf ihrem Körper. Denn was andere für Matsch halten, verbinden sie mit Heilkräften. Einen Versuch ist es allemal wert, oder?

Wer dagegen lieber auf Sport setzt, um die Haut straff zu halten, der hat Glück. Denn auch hierfür bietet die Region zahlreiche Optionen. Reisende, die mit dem Wagen ankommen, haben zum Beispiel die Möglichkeit, ab Cala Deià zu Fuß zu gehen und die Klippen entlangzuwandern. Dafür brauchen sie nur eine Viertelstunde – und treten dennoch direkt mit der Natur in Kontakt.