Die Malediven öffnen sich ab Mittwoch, 15. Juli, wieder für Touristen – ganz ohne Quarantäne- oder Corona-Testpflicht. Das gilt aber nicht nur für Touristen aus Deutschland, sondern für alle internationalen Reisenden – auch aus stark vom Coronavirus betroffenen Ländern wie etwa den USA.

Wie das Auswärtige Amt informiert, sollen Urlauber dann wieder bei der Ankunft Touristenvisa erhalten. Dafür müssen sie eine Buchungsbestätigung für ein Resort über den gesamten Aufenthalt vorlegen. Menschen, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu Infizierten oder Personen mit Corona-Verdacht hatten oder die selbst Symptome der Krankheit zeigen, werden gebeten, nicht anzureisen.

So läuft die Einreise auf die Malediven zu Corona-Zeiten

Reisende müssen bei der Anreise ein Gesundheitsformular ausfüllen und nach der Ankunft an die Behörden übergeben. Außerdem gibt es am Flughafen Fieber-Checks. Reisende mit Covid-19-Symptomen müssen sich auf eigene Kosten einem Corona-Test unterziehen. Zusätzlich führen die Behörden zufällige Tests durch, die für die Betroffenen allerdings gratis sind.

Welche Unterkünfte auf den Malediven kann ich buchen?

In der ersten Phase dürfen Urlauber nur in einer Unterkunft bleiben und diese während des Aufenthalts nicht wechseln. Außerdem gilt: „Ab dem 15. Juli können zunächst nur Resorts, Hausboote und Hotels auf unbewohnten Inseln gebucht werden. Ab dem 1. August werden dann auch Unterkünfte auf bewohnten Inseln wieder zur Verfügung stehen“, sagt Thoyyib Mohamed, Managing Director der Maldives Marketing & Public Relations Corporation, gegenüber dem reisereporter.

Außerdem dürfen nur Unterkünfte, die die Anforderungen der Gesundheitsbehörde erfüllen, Gäste aufnehmen. Insgesamt sollen im ersten Schritt rund 40 Resorts wieder öffnen.

Was passiert, wenn ich auf den Malediven an Corona erkranke?

Im Falle eines positiven Testergebnisses können die Unterkünfte entscheiden, ob sie den erkrankten Gast in dem gebuchten Raum in Quarantäne schicken oder ihn stattdessen in eine staatliche Quarantäne-Einrichtung verlegen. Die Entscheidung ist aber auch abhängig vom Gesundheitszustand der erkrankten Person. Die Unterkunft muss sich um die Deckung der Kosten kümmern.

Diese Maßnahmen gelten auf den Inseln

In Resorts, Restaurants, Bars und auf Ausflügen müssen Urlauber Mindestabstände einhalten. Die Regierung empfiehlt Urlaubern außerdem, die lokale Tracing App runterzuladen. Dem Auswärtigen Amt zufolge könnten einzelne Inseln bei Infektionsfällen vorübergehend abgeriegelt werden, sodass niemand diese betreten oder verlassen darf. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren aus diesem Grund bereits zahlreiche Urlauber auf den Inseln gestrandet.

In der Hauptstadt Malé gilt noch immer Alarmstufe Rot, der Rest des Landes wurde mittlerweile auf Gelb herabgestuft. In öffentlichen Orten und in geschlossenen Räumen gilt eine Maskenpflicht. Urlauber sollen die grundlegenden Hygieneregeln beachten, wie etwa regelmäßiges Händewaschen und das Niesen in die Armbeuge oder in ein Taschentuch.

Vor der Abreise soll es einen weiteren Temperatur-Check und ein Abfragen möglicher Symptome geben, um etwaige neue Entwicklungen zu dokumentieren. Außerdem gibt es auf den Inseln die Möglichkeit, einen Corona-Test abzulegen, falls Reisende ein negatives Testergebnis brauchen, um wieder in ihr Herkunftsland oder an ein anderes Ziel zu reisen.

So ist die aktuelle Corona-Situation auf den Malediven

Aktuell gibt es auf den Malediven 355 aktive Fälle (Stand: 10. Juli 2020). Insgesamt 2.180 Menschen sind wieder genesen, 13 Menschen sind infolge der Erkrankung verstorben. Die Zahl der Neuinfektionen lag in den vergangenen Tagen im zweistelligen Bereich. Das RKI weist die Malediven aktuell allerdings nicht als Risikogebiet aus (Stand: 10. Juli 2020).

Der Tourismus ist die größte Wirtschaftskraft in dem Inselstaat. Aufgrund der Corona-Pandemie kam der komplette Sektor im April zum Stillstand, Unterkünfte mussten vorübergehend schließen und auch Fähren und Wasserflugzeuge haben den Betrieb pausiert.

„Das hat zu massiven Verlusten für die Tourismusindustrie geführt“, schildert Thoyyib Mohamed. „Gleichzeitig sind davon auch viele Lebensgrundlagen betroffen, die indirekt vom Tourismus profitieren.“ Um diesen wichtigen Wirtschaftszweig wieder anzukurbeln, verzichtet die Regierung auf einige Maßnahmen, die zunächst für den Re-Start im Gespräch waren. So bleiben die Touristenvisa kostenlos und es gibt keine Pflicht für den Nachweis eines negativen Corona-Testergebnisses.