Kroatien verzeichnet einen Höchststand an Coronavirus-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. Die Konsequenz: Zuerst haben Österreich und Itlaien eine Reisewarnung für das beliebte Reiseland an der Adria ausgesprochen. Nun folgt Deutschland mit einer Teil-Reisewarnung für die zwei Gespanschaften (Verwaltungsbezirke) Šibenik-Knin und Split-Dalmatien. Davon betroffen sind auch Ziele wie Split, die Inseln Brac und Hvar sowie der Nationalpark Krka. 

Derzeit befinden sich 120.000 deutsche Touristen in Kroatien, das teilte der kroatische Innenminister Davor Bozinovic am Donnerstag (20. August) mit. An der bei Urlaubern besonders beliebten Adria-Küste mit Dubrovnik und auf den Inseln sind die Zahlen aber bislang eher gering. Aber: Für diejenigen, die Urlaub in den besonders stark vom Corona-Anstieg betroffenen Gebieten machen, hat die Situation nun Konsequenzen. 

Das bedeutet die Reisewarnung in Kroatien für Urlauber

Das Auswärtige Amt teilt dazu mit: „Das Covid-19-Infektionsaufkommen war in Kroatien über mehrere Wochen niedrig, nimmt zuletzt allerdings stark zu. In den Gespanschaften Šibenik-Knin und Split-Dalmatien liegen die Inzidenzen derzeit bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb das Robert-Koch-Institut diese Landesteile zu Risikogebieten erklärt hat.“

Jeder Reiserückkehrer Šibenik-Knin und Split-Dalmatien muss ab sofort verpflichtend einen kostenlosen PCR-Test – möglichst bereits am Flughafen nach der Landung – machen und bis zum negativen Ergebnis zu Hause in Quarantäne.

Corona: Zweite Welle in Kroatien – das bedeutet der Anstieg

Tatsächlich zeigen auch Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC): Kroatien erlebt gerade eine zweite Welle. Was heißt das? Von Anfang März bis Anfang Mai gab es in dem Land einen Anstieg und Rückgang der Coronavirus-Neuinfektionen. Dann waren die Neuinfektionen mehr als einen Monat lang auf einem niedrigen Niveau, bevor sie wieder zunahmen.

Coronavirus in Kroatien: Zahlen auf neuem Höchststand

Die Corona-Zahlen in Kroatien steigen seit Mitte August wieder stark an: Am 26. August wurde mit 358 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden der Höchststand, mit Abstand, seit Beginn der Pandemie im Februar gemeldet. Erstmals hatte der Wert am 22. August die 300 überschritten. Insgesamt gibt es in dem Land nach Angaben der Johns Hopkins University 10.123 bestätigte Fälle, 184 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19.

Coronavirus: Neuinfektionen in Kroatien unter RKI-Grenzwert

In den vergangenen sieben Tagen kamen in Kroatien 1686 Fälle hinzu. Die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in dem Zeitraum liegt damit dem ECDC zufolge bei durchschnittlich 41,36 (Stand: 31. August). Das ist noch unter dem Grenzwert von 50, mit dem das gesamte Land an der Adria vermutlich in der Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Institutes (RKI) landen würde.

Zuletzt kehrten auch viele deutsche Touristen aus Kroatien zurück, die sich offenbar im Urlaub mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Unter ihnen waren hauptsächlich junge Menschen, die angaben, dass sie an Strandpartys teilgenommen hatten. Das Land liegt inzwischen auf Platz drei der Länder, in denen sich Deutsche am häufigsten infizieren.

Kroatien führt wegen Corona-Anstieg Maskenpflicht ein

In Kroatien selbst gilt seit dem Corona-Anstieg im Juli eine Maskenpflicht – sowohl für die Menschen vor Ort als auch für Reisende. „Wir weisen darauf hin, dass in Kroatien ab heute eine Maskenpflicht in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und Gesundheitseinrichtungen gilt”, teilte die kroatische Botschaft in Berlin am 13. Juli via Twitter mit.

Das Auswärtige Amt rät: „Reisenden wird grundsätzlich empfohlen, außerhalb der Unterkunft einen Mund-Nase-Schutz zu tragen, mindestens 1,5 Meter Abstand zu Dritten zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen; soziale Kontakte sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren.“

Könnte der starke Anstieg Einfluss auf den künftigen Urlaub haben?

In mehreren Nachbarländern führte der Corona-Anstieg zu Konsequenzen: Slowenien hatte Kroatien als erstes Land von der Liste sicherer Urlaubsländer gestrichen, am 13. beziehungsweise 14. August auch Italien und Österreich.

Können Reisende ohne Probleme nach Kroatien einreisen?

Die Einreise nach Kroatien ist für alle Staatsangehörigen der EU-Mitgliedsstaaten – also auch für Deutsche – trotz Corona-Krise erlaubt. Bei der Einreise werden die Kontaktdaten der Urlauber für die Dauer ihres Aufenthalts registriert, sowohl an den Flughäfen als auch beim Grenzübertritt mit dem Auto. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, empfiehlt sich die vorherige Online-Registrierung beim kroatischen Tourismusministerium.

Was ist mit der Einreise über Slowenien?

Autofahrer müssen mit verstärkten Kontrollen rechnen, nachdem unter anderem Slowenien Kroatien auf die „gelbe Liste“ der Covid-Risiko-Staaten gesetzt hat. Eine Durchreise durch Slowenien ist zwar möglich, auf dem Rückweg aus Kroatien wird an der slowenischen Grenze aber stärker kontrolliert. Wartezeiten bei der Rückreise und Einreise könnten eine Folge sein.

Wer aus Kroatien kommt, sollte sich zudem nicht länger als zwölf Stunden in Slowenien aufhalten. Eine Durchreise, auch mit Tankstopps oder Picknick-Pausen ist demnach noch möglich.

Reisewarnung: Was ist mit der Einreise aus Österreich?

Bei der Rückreise mit dem Auto durch Österreich sieht das anders aus, die Touristen müssen Deutschlands Nachbarland ohne Zwischenstopp durchqueren. Laut Auskunft des österreichischen Innenministeriums sind selbst kurze Stopps, zum Beispiel für einen Toilettenbesuch oder zum Tanken, verboten. Wer diese Vorschrift missachtet, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Reisende sollten daher bei Bedarf noch kurz vor der österreichischen Grenze in Slowenien einen Stopp einlegen.

Auch Autofahrer müssen sich auf das Coronavirus testen lassen, wenn sie in der Gespanschaft Sibenik-Knin oder Split-Dalmatien waren. Das ist unter anderem direkt an der Autobahn nach der Grenze möglich. Wo es in Deutschland Teststationen gibt, verrät unser großer Überblick.