Burgen, Schlösser, Kirchen – all diese Gebäude waren einst Zeichen von Ruhm und Reichtum. Heute verwittern viele von ihnen nach und nach. Trotzdem – oder genau deshalb – sind die Ruinen in Deutschland einen Ausflug wert. Der reisereporter verrät, welche ehemaligen Prachtbauten unbedingt einen Besuch wert sind.

Löwenburg und Philippsburg, Rheinland-Pfalz

In der Gemeinde Monreal gibt’s die Burgruine gleich im Doppelpack: Die Löwenburg und die Philippsburg – auch „das Rech“ genannt – sind direkte Nachbarn. In 350 Meter Höhe thronen sie auf dem Bergsporn in der Eifel. Die zwei Burgen wurden von Brüdern erbaut, die sich im 13. Jahrhundert im Streit befanden. Der Überlieferung nach hat einer der beiden seine Burg auf dem Grund seines Bruders errichtet, der als Antwort darauf die zweite Burg bauen ließ.

Oberhalb von Monreal kannst du gleich zwei Burgen besuchen: Die Löwenburg und die Philippsburg.

Im 17. Jahrhundert wurden die Festungen bei zwei Angriffen durch schwedische und französische Truppen stark beschädigt und schließlich zerstört. Große Teile der Ruinen sind aber bis heute erhalten und können besichtigt werden. Besonders markant ist der 25 Meter hohe Bergfried der Löwenburg und der Nordwestturm der Philippsburg.

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Alsbacher Schloss, Hessen

Das Alsbacher Schloss kennst du vielleicht auch unter dem Namen Burg Bickenbach. Sie steht oberhalb des Ortes Alsbach auf einem Berggipfel inmitten des malerischen Odenwalds. Erbaut wurde die Burg um 1230 von Gottfried I. von Bickenbach. 1463 wurde sie zerstört, in der Folge aber wieder aufgebaut. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts ließ man die Burg jedoch verfallen.

Das Alsbacher Schloss hieß früher Burg Bickenbach.

Trotzdem ist das Alsbacher Schloss noch zum großen Teil intakt. Bis heute können Besucher den Bergfried, den Ringzwinger, die Schildmauer und zahlreiche Außenmauern sehen. Steig auf jeden Fall auf den 14 Meter hohen Bergfried, der eine eindrucksvolle Aussicht auf die Umgebung und die Burg bietet. In der Vorburg ist eine Gastronomie untergebracht, in der du dich stärken kannst.

Burg Hohenbaden, Baden-Württemberg

Sie gehört zu den schönsten und größten Burgen von Baden-Württemberg: Die Burg Hohenbaden steht malerisch auf einem Ausläufer des Battertfelsens auf einem Sporn. Ursprünglich im 11. Jahrhundert erbaut, wurde die Anlage bis ins 16. Jahrhundert immer mehr erweitert. Dadurch kannst du noch heute die baulichen Besonderheiten der einzelnen Epochen erkennen.

Nach einem Brand Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Burg aufgegeben. Weil der Weg zu ihr verwucherte, konnte niemand Steine stehlen – einer der Gründe dafür, warum sie noch heute gut erhalten ist. Unbestreitbarer Höhepunkt eines jeden Besuchs ist die spektakuläre Aussicht über Baden-Baden. 

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Altes Schloss Freyenstein, Brandenburg

Etwas jünger als die meisten Burgen und Schlösser in dieser Liste ist das alte Schloss Freyenstein im gleichnamigen Ort in Brandenburg. Inmitten eines Parks gelegen, war es einst ein Wasserschloss und Teil eines ganzen Schlossensembles.

Man geht allerdings davon aus, dass das Schloss nie vollendet wurde, was vermutlich den Schulden der Gutsherren zu verdanken war.

Heute ist nur noch ein Teil des Westflügels mit Treppenturm und vier Etagen erhalten, der trotzdem wie aus dem Märchenbuch aussieht. Terakotta-Medaillons zieren die Fassade, von denen rund zwei Drittel Kopien sind. Die Originale wurden vom Lübecker Statius von Düren gefertigt.

Übrigens: Im Schloss Freyenstein gibt es ein Trauzimmer – du kannst dort also auch heiraten.

Dömitzer Bahnbrücke, Niedersachsen/Mecklenburg-Vorpommern

Eine Eisenbahnbrücke klingt zunächst nicht wie die spannendste Ruine in dieser Liste. Dabei ist die Bahnbrücke in Dömitz nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch ein beeindruckendes Relikt der Nachkriegszeit. Seit 1873 überspannt sie die Elbe – damals auf einer Länge von mehr als einem Kilometer –, wurde Ende des Zweiten Weltkriegs allerdings zerstört.

Heutzutage gilt die Eisenbahnbrücke als Industriedenkmal und als Wahrzeichen im Wendland an der Grenze von Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Wer auf dem Elbe-Radweg unterwegs ist, kommt übrigens direkt daran vorbei und unterquert den Brückenkopf mit Wehrtürmen.

Hardtburg, NRW

Schon im Jahr 1166 wurde die Hardtburg das erste Mal urkundlich erwähnt. Und auch fast 1000 Jahre später hat sie kaum etwas von ihrem Reiz verloren – auch wenn sie heute eher spröden Charme versprüht. Die Anlage besteht aus einer gut erhaltenen Vorburg, einer Hauptburg und ist von einem Wassergraben umgeben.

Im Mittelalter war die Hardtburg einer Wasserburg.

Die Ruine der Wasserburg liegt in der Nordeifel inmitten eines Naturschutzgebiets. Die Umgebung kannst du perfekt bei Rundwander- und Radwegen erkunden. Der ideale Mix aus Aktivurlaub, Natur und Kultur.

Kloster und Burg Oybin, Sachsen

Der Berg Oybin hat schon immer Kreative in seinen Bann gezogen: Caspar David Friedrich ist nur einer von vielen Malern, die das Sandsteinmassiv in der Oberlausitz in Gemälden festgehalten haben. Inmitten dieser wortwörtlich malerischen Umgebung liegen Burg und Kloster Oybin.

Dem Himmel so nah in der Klosterruine Oybin.

Vom Kloster selbst sind nur noch die Außenmauern geblieben. Der Klosterbetrieb endete bereits zu Zeiten der Reformation, 1577 schlug dort ein Blitz ein und bei einem Felsabriss rund 100 Jahre später wurden die vor der Kirche gelegenen Gebäude zerstört.

Beim Blick auf die umliegende Vulkanlandschaft, die von unvorstellbaren Naturgewalten und jahrtausendealter Geschichte zeugt, wundert es trotzdem nicht, dass dieser Ort die Ideen seit Jahrhunderten beflügelt.

St. Nikolai, Hamburg

Einst war der Kirchturm von St. Nikolai am Hamburger Hopfenmarkt der höchste der Welt – heute erinnert er als Mahnmal an die Bombardierung Hamburgs im Zweiten Weltkrieg. Denn viel mehr ist von der Nikolai-Kirche nach einem Angriff durch die Alliierten nicht geblieben.

Von der ehemaligen Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg stehen nur noch Überreste.

Ein Museum informiert über die Zerstörung Hamburgs durch die Luftangriffe. Wer lieber hoch hinaus will, kann in einem gläsernen Aufzug auf die Aussichtsplattform des Kirchturms fahren, die in 76 Metern Höhe liegt.